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The Blue Cats – Rock’n ’Roll avant-garde since 1980

Datum: Freitag 14.9.2018
Location: München, Strom
Support: Brass Knuckle Boogie

Seit 1980 scharten sich in verschiedenen Phasen ihres Schaffens wechselnde Protagonisten um den harten Kern von Clint Bradley, Carlo und Stef Edwards. Als The Blue Cats, G Men oder auch Beltans Fire kreierten sie ihre ganz eigene Interpretation von Rockabilly. Total verkannt, schrammten sie leider irgendwie immer am Erfolg vorbei. Dabei blieben sie sich jedoch stets selbst treu. Es gab unter anderem auch einen kurzen Abstecher in die USA, letztendlich ging es dann aber doch wieder zurück auf die heimische Insel. Von dort aus bespielten sie in den letzten Jahren einige kleinere Tourneen, sogar bis rauf nach Finnland. Beim Satanic Stomp oder auch auf dem großen Psychobilly Festival in Pineda de Mar waren sie in regelmäßigen Abständen zu Gast.

Am 14.9.2018 machten sie auf einer kurzen Herbsttour durch Deutschland und die Niederlande im Münchner Strom halt. Als Support waren die Rock’n ’Roller von Brass Knuckle Boogie aus München geladen. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich trotz der übervollen beladenen Bühne etwas skeptisch war und nicht so recht wusste, was für ein Sound mich nun erwarten würde. Aber die ersten Takte belehrten mich eines Besseren, Skepsis war nicht angebracht. Es gab sauberen Rock’n’Roll/Rockabilly auf die Ohren und für die Beine. Alsbald erschienen im halbierten Strom ein paar Pärchen und Einzelgänger, die das Tanzbein schwangen. Leider immer schön im Dunkeln, also gut drei Meter vor der Bühne, damit auch ja, niemand ins Licht musste. Aber hey was soll‘s, immerhin wurde getanzt. Mit einer guten ¾ Stunde hatten die Jungs von Brass Knuckle Boogie gescheit eingeheizt und es wurde Zeit für den Hauptakt des Abends.

Zum Auftakt eröffneten The Blue Cats stilecht mit The Norton Spirit. Jetzt wurde endlich seitens des Publikums weiter nach vorne gerückt, damit alle den avantgardistischen Sound der Blue Cats aus der Nähe genießen konnten. Weiter ging es mit ihrer eigenen Interpretation von Johnny Rivers “Secret Agent Man”. Ehrlich gesagt war ich etwas erschrocken, als ich auf der Setlist “nur” zwölf Songs gesehen hatte. Wenn man aber bedenkt, dass die Interpretationen der Blue Cats doch meist signifikant länger als die Originale sind, dann kommt man schon auf eine stolze Spielzeit von fast einer Stunde. Am Ende wurden anderthalb Stunden daraus. Ihre Hits wie “The Tunnel”, “Gotta Go” oder “Live Fast, Die Young” fehlten natürlich nicht und dem Applaus nach zu urteilen kamen alle Anwesenden auf ihre Kosten. Trotz verkleinerten Strom war die Stimmung großartig. Am Ende gab es drei Zugaben mit je drei Songs und erst um kurz vor Elf Uhr verließen die Jungs die Bühne. Wer also einmal Lust auf eigenständige Rock’n’Roll Interpretationen hat, sollte sich die vier Jungs von The Blue Cats das nächste Mal nicht entgehen lassen, sie haben es auf jeden Fall verdient auch ein größeres Publikum zu bespielen.

Setlist:

  • Norton Spirit
  • Secret Agent Man
  • Dark Mind
  • Mission
  • Tunnel
  • Live Fast
  • Gotta Go
  • Whole Stole
  • Spell
  • Wild Night
  • Ruffians
  • Love Me

(Text+Bilder: Björn Engelke)