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Schandmaul beim Interview in München (Foto:  Marion Skowronski)

SCHANDMAUL im Interview: Über die Abschiedstournee von Unheilig, Beziehungen und kleine Clubs

Für die finalen Open Air-Shows von UNHEILIG im Sommer steht ein Special Guest fest: es handelt sich dabei um die Münchner Mittelalter-Folk-Rockband SCHANDMAUL. Die Tour-Vorbereitungen für den Konzert-Sommer der Rockgiganten um den Grafen laufen derzeit bereits auf Hochtouren.

Zu diesem Anlass durfte ich Thomas, Martin und Matthias von Schandmaul am Königsplatz in München interviewen:

Sound Infection: Arbeitet Ihr bereits an neuem Material? Wann wird es eure neue Scheibe zu bewundern geben?

Matthias: Unser 9. Studio Album wird am 9.9.2016 erscheinen. …Und nein, dass war kein Zufall. (lacht) Wir sind momentan im Studio und nehmen alles auf.

Sound Infection: Wo nehmt Ihr die Inspiration für eure Alben her? Was inspiriert euch?

Matthias: Inspiration kriegt man ja durch das Leben allgemein. Das Leben ist ein permanenter Prozess und steckt voller Veränderungen. Die Welt inspiriert gerade sehr, ich finde man kann sich momentan sehr viele Gedanken machen. Muse gibt es überall.

Sound Infection: Gibt es musikalische Einflüsse, die euch inspirieren?

Thomas: Bei uns in der Kapelle herrschen so viele unterschiedliche Geschmäcker, vom Jazz, Pop, Heavy-Metal bis hin zum Mittelalter-Rock. Jeder lässt sich inspirieren, und zum Schluss wird dann wieder alles in einen Topf geworfen und verrührt, hier kommt dann unsere Mischung raus (lacht)

Sound Infection: Welcher Unterschied ist es für euch nun auf dem Königsplatz aufzutreten, wenn ihr früher z.B. angefangen habt in der Hexe zu spielen (Kleiner Club in Gröbenzell, bei München)?

Thomas: Man knabbert sich halt hoch. Für uns war es das größte aller Gefühle als wir damals in der Hexe spielen durften. Das war für uns unser erstes Erlebnis. Danach haben wir uns einfach durch die Republik geknabbert.

Sound Infection: Fehlen euch die kleinen Clubs?

Thomas: Machen wir immer noch gerne und zwischendrin. Zum 10. Geburtstag der Hexe haben wir dort auch wieder gespielt. Es war toll mal wieder auf der Bühne zu spielen auf der man angefangen hat.

Sound Infection: Was ist das besondere an so einem großen Open Air, wie das auf dem Königsplatz?

Matthias: Besonders macht’s das schonmal weil wir einfach in der Heimat sind, auch schön ist wenn man in seiner Heimatstadt bei so einem großen Event dabei sein kann. Natürlich sind wir es aber auch gewohnt bei anderen großen Festivals dabei zu sein. Wir waren z.B. schon X-mal in Wacken, aber Zuhause ist’s halt einfach was besonderes.

Sound Infection: Seid ihr denn mit den Jungs von Unheilig befreundet? Kennt ihr euch schon länger?

Thomas: Wir kennen und schon lange und haben schon oft zusammen auf Festivals gespielt. Mal in der Konstellation, mal so, und irgendwann hatte er halt sein Lied geschrieben und war dann da oben, aber man hat sich nie aus den Augen verloren und macht gerne Sachen miteinander. Man spricht vor allem auch gerne miteinander und tauscht sich aus.

Matthias: Thomas hat z. B. auch auf der MTV Unplugged mit ihm zusammen gesungen.

Sound Infection: Ich habe gesehen, dass ihr schon für ein Robin Hood Computerspiel einen Soundtrack beigesteuert habt, oder eben für den Film „Mara und der Feuerbringer“. Ist das denn ein Genre welches euch gefällt? Würdet Ihr denn gerne weiter machen mit den Soundtracks?

Thomas: Unheimlich gerne würden wir das machen, leider ist es da unwahrscheinlich schwer reinzukommen. Selbst wenn wir jetzt schon etwas gemacht haben, ist die Tür immer noch verschlossen und man kommt da nicht so leicht rein. Das ist so eine verbrüderte Gemeinschaft in der Filmmusikbranche. Mal gucken was die Zukunft bringt…

Sound Infection: Wie seid ihr denn in den „Mara und der Feuerbringer“ Soundtrack reingekommen?

Stefan: Wir kannten Thomas Krappweis (den Autor und Regisseur von Mara und der Feuerbringer) und seine Bücher schon vorher. Das war Liebe auf den ersten Blick, vor allem weil die Produktion auch in München war.

Sound Infection: Ist es denn schwierig als Support-Act eine passende Set-List für Unheilig auszuwählen, Ihr habt ja ein erstaunliches Portfolio an fast 150 Liedern in 20 Jahren an Bandgeschichte?

Thomas: Nein, nicht wirklich, wir wissen ja ungefähr was da für ein Volk auflaufen wird und dementsprechend werden wir die Songs auswählen. Wir werden wohl ca. eine halbe Stunde spielen – hier werden wir einfach abfeuern und gucken was passiert… (lacht)

Stefan: Auf Wacken zum Beispiel würden wir wohl andere Songs spielen als vor Unheilig (lacht)

Sound Infection: Es gibt noch ein anderes großes Konzert auf welches Ihr euch schon vorbereitet, ihr bereitet jetzt schon euer 20-Jähriges vor… Obwohl das erst in 2,5 Jahren ist? Warum das? Und warum so früh?

Martin: Wir haben das schon geübt, wir haben unser 10-Jähriges auch 2 Jahre vorher angekündigt, und geben unseren Fans so die Möglichkeit das langfristig zu planen. Wir haben gemerkt, dass die Leute dankbar sind, wenn sie so viel Vorlauf haben. Urlaub nehmen, Hotel buchen oder die Kinder zu Oma und Opa geben, sowas halt. Auch die Frage wo wir spielen ist wichtig. Wir hätten unglaublich gerne in München gespielt, aber die Olympiahalle in München war so sperrig und konnte uns keinen Termin im Voraus geben. Dann haben wir gesagt, ok gut, gehen wir halt wieder nach NRW, unser zweites Zuhause und da war es dann total easy einen Termin zu finden. An den Vorverkäufen merken wir das es jetzt schon wieder gut bei den Fans ankommt.

Thomas: Köln liegt auch schön mittendrin, da ist es für alle gut zu erreichen (lacht)

Sound Infection: Wann wird das Konzert denn sein? Gibts da schon Ideen?

Thomas: Am 16.11.2018, das ist an dem Wochenende nach unserem aller ersten Auftritt.

Martin: Thomas hat außerdem an dem Tag Geburtstag – also ist das wunderbar.

Thomas: Erzähl das bloß nicht rum (lacht) ich hasse Geburtstage…

Sound Infection: Gibt es denn besondere Erinnerungen zum Königsplatz, ihr seid ja alles alteingesessene Münchner?

Martin: Ich habe Vermessung studiert, ich habe sehr viele Stunden Vermessung da draußen geübt – wirklich seeehr viele (lacht)

Matthias: Sonst natürlich sehr viele schöne Stunden im Open-Air Kino. Einfach ein schönes Areal hier.

Sound Infection: Der große Auftritt am Königsplatz ist u.a. die Abschiedstournee von Unheilig, ihr seid seit 1998 unterwegs, gibt’s denn auch bei euch gelegentlich die Überlegung aufzuhören wenns am schönsten ist? Wann ist für euch der Punkt erreicht abzudanken?

Thomas: Ich möchte auf der Bühne nicht peinlich wirken, dann sollte ich aufhören. Aber den Punkt habe ich hoffentlich noch nicht erreicht (lacht) Machen wir einfach mal weiter.

Martin: … Aber mindestens bis 2018 zum 20. Jubiläum!

Matthias: … mindestens! Viele hören dann ja auf und kommen nach der Abschiedstournee wieder, weil sie wieder Blut geleckt haben. Man muss ich ja nur die Scorpions anschauen, da macht’s dann plötzlich doch wieder Spaß.

Martin: Wir alle verstehen uns super, und wir haben wirklich riesig Spaß an dem, was wir machen. Solange wir Gehör finden, sind wir auf jedem Fall noch da.

Sound Infection: Was ist das Geheimnis eurer guten Beziehung?

Thomas: Ich denke, wie in jeder guten Beziehung – wir reden miteinander und tauschen uns aus. Wenns mal knallt sind alle erwachsen genug, dass es danach weitergeht.

Matthias: Ich denke wir sind alle ähnlich geprägt, ich denke das macht viel aus, wir haben eine gute Basis miteinander.

Sound Infection: Vielen Dank für das Interview! Ich freue mich auf den tollen Termin am Königsplatz.

UNHEILIG: EIN LETZES MAL – DIE OPEN AIRS 2016
19.06.2016 München – Königsplatz / Support: SCHANDMAUL & MEGAHERZ

Tickets für das Unheilig Open-Air Konzert, mit Schandmaul als Support, gibt es unter www.myticket.de, www.ticketmaster.de, unter 089-49 00 94 49 sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

(Interview: Marion Skowronski)