From the Blog

SACRED REICH – Thrash Metal Feuerwerk im Backstage

SACRED REICH – Awakening European Tour 2019
Samstag, 14.12.2019 München Backstage Halle
Support: NIGHT DEMON

SACRED REICH wurden in der glorreichen Thrash-Metal-Zeit Mitte der 80er Jahre gegründet, prügelten vier Alben ein (1987 Ignorance / 1990 The American Way / 1993 Independent / 1996 Heal ), lösten sich im Jahr 2000 auf und spielten ab 2007 wieder Konzerte.

Obwohl die Arizona-Thrasher die letzten Jahre kein neues Material am Start hatten, blieben die Fans ihnen treu. Mancher mochte sich vor Verwunderung die Augen reiben, als SACRED REICH für 2019 ein neues Album ankündigten.

Die neue Scheibe „Awakening“ erschien im August dieses Jahres und bietet alles, was man von dem Quartett erwartet. Das einzige, das es vielleicht zu bemängeln gäbe, ist die Spielzeit, welche mit nur 37 Minuten recht kurz ausfällt.

Pünktlich um 20:00 Uhr starteten NIGHT DEMON (Jarvis Leatherby – vocals/bass / Armand John Anthony – guitar / Dusty Squires – drums) ihr Set und fanden großen Anklang bei den Fans in der mittlerweile gut gefüllten Backstage Halle.

NIGHT DEMON drückten mit Songs wie „Ritual“, „Full Speed Ahead“, „Dawn Rider“, „Howling Man“ oder „Screams In The Night“ ordentlich aufs Gaspedal. Jarvis und Armand tobten wild über die Bühne und ließen die Nackenmuskeln rotieren.

Ihr von der New Wave of British Heavy Metal beeinflusster Sound brachte die Fans schon mächtig in Wallungen und die Stimmung stieg mit jedem Song. Ein Auftritt von NIGHT DEMONS Maskottchen Rocky, quasi ein IRON MAIDEN Eddie für Arme *Scherz*, sorgte beim Song „The Chalice“ zusätzlich für gute Unterhaltung.

NIGHT DEMON gaben 45 Minuten Vollgas und gönnten ihren Fans nur beim balladesk angehauchten „Darkness Remains“ eine kurze Verschnaufpause.

Bevor die letzten Töne von „Darkness Remains“ verklungen waren, kamen SACRED REICH und ihr Guitar Tec auf die Bühne. SACRED REICH stellten sich in Pose, deuteten mit Armen und Händen – ich nehme an – ein Herz (oder doch YMCA??) an und bedankten sich auf diese Weise bei ihrer Support-Band. Eine klasse Geste der Altmeister.

Im ausverkauften Backstage war es mittlerweile proppenvoll, Thin Lizzy dudelte vom Band und als „The Boys Are Back In Town“ aus den Lautsprechern tönte, stieg das Stimmungsbarometer direkt Richtung Siedepunkt.

SACRED REICH (Phil Rind – vocals/bass / Wiley Arnett – guitar / Joey Radziwill – guitar / Dave McClain – drums) packten den Stier bei den Hörnern und legten furios mit „Divide And Conquer“, „The American Way”, „Manifest Reality“ und „One Nation“ los.

Schwergewicht Phil Rind und Flitzefinger Wiley Arnett (Dr. House lässt grüßen) bekamen während der kompletten Show das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht und Jungspund Joey schraubte sich fast die Rübe vom Gestell.

SACRED REICH agierten mit einer unbändigen Spielfreude, welche wie ein Lauffeuer direkt aufs Publikum übergriff. Die unglaublich textsicheren Metalheads grölten jeden Song lauthals mit. Phil und Wiley spielten oft mit geschlossenen Augen und man sah, wie sehr sie die intensive Atmosphäre genossen.

München war der letzte Stopp auf ihrer Awakening European Tour. Das Quartett hat in den letzten 96 Tagen 82 Shows in 14 Ländern abgerissen. Überwältigt von der Resonanz bedankte sich Phil überschwänglich bei den Fans für unzählige ausverkaufte Shows.

Trotz ihres Mammutprogramms der letzten Wochen zeigten SACRED REICH keine Verschleißerscheinungen und fackelten ein Thrash-Feuerwerk vom Feinsten in München ab.

Auch stimmlich war Phil auf höchstem Niveau unterwegs und zeigte keine Schwächen. Wer schon beim SACRED REICH-Konzert vor zwei Jahren an gleicher Stelle war, konnte feststellen, dass sie noch mal einen Zahn zugelegt haben.

Zwischen den Songs schallten immer wieder „SACRED REICHSACRED REICH“ Rufe durch die Halle. Phil war teilweise sprachlos ob der vielen Anerkennung.

Das Quartett prügelte alte Kracher wie „Love Hate“, „Free”, „Who’s To Blame“, „Ignorance“ oder „Independend“ in die wilde Meute, aber auch noch einige Songs vom neuen Album wie „Awakening“, „Salvation“ oder das brachiale „Killing Machine“ fanden den Weg auf die Setlist. Die neuen Lieder knallten live noch viel mehr als auf Platte.

Mit „Death Squad“ ging es dann in den Endspurt. Maskottchen Rocky und Armand von NIGHT DEMON nahmen „Surf Nicaragua“ wörtlich und crowdsurften einmal durchs Backstage, bevor eine astreine Vorstellung von SACRED REICH ihr Ende fand.

Die Band verteilte Pleks, Drumsticks und Setlisten, bevor sie sich komplett ausgepumpt, aber sichtlich glücklich von den Fans endgültig verabschiedete.

SACRED REICH waren bis jetzt hierzulande seltene Gäste. Doch Phil kündigte in München weitere Auftritte für nächstes Jahr an. Deshalb: Augen auf beim Konzertticketkauf. Wer ordentlich abschädeln will, ist bei SACRED REICH bestens aufgehoben, denn die Altmeister sind in der Form ihres Lebens.

Text+Fotos: Sandra Baumgartl

Comments are closed.

error: Content is protected !!