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Ryan Bingham – “Fear and Saturday Night” in München

Indie Rock, Postpunk, Underground – das Strom in München ist DER Treffpunkt für Indie-Fans! Am Montag, 12.10.2015 waren die Country-Fans dem Ruf von RYAN BINGHAM gefolgt! “Ryan wer?” mag jetzt der ein oder andere fragen… Der junge Ryan ist ein US-amerikanischer Singer- und Songwriter. Bei uns eher noch ein „Geheimtipp“, darf der talentierte Musiker trotzdem schon einen Oscar, einen Golden Globe und einen Grammy Award sein Eigen nennen.

In USA ein Superstar, in Deutschland noch ein Geheimtipp: Ryan Bingham

In den USA ein Superstar, in Deutschland noch ein Geheimtipp: Ryan Bingham

Der kleine Club ist ordentlich voll, als um 21:30 Uhr die SONS OF BILL die Bühne betreten. Der Americana-Stil der Band ist eine Mischung aus 70er Jahre Country-Rock gepaart mit Alternative Country und 90er Gitarrensound. Die Band um die drei sympathischen Brüder Abe, James und Sam Wilson überzeugt mit einer Performance auf hohem Niveau, gesanglich als auch technisch perfekt und das Publikum lauscht andächtig den überwiegend ruhigen Melodien. Allerdings hätte ich mir an diesem Abend etwas mehr von ihrem Image der „Jungen Wilden“ gewünscht. Mit einer Flasche Wein intus, zu Hause auf der Couch den moralischen Koller auslebend, wäre dies die perfekte musikalische Unterhaltung gewesen, als Support für RYAN BINGHAM für mein Empfinden aber einfach zu langatmig.

Nach einer kurzen Umbaupause und zu vorgerückter Stunde fiebern die Fans, welche unter anderem extra aus Stuttgart und Aalen angereist waren, RYAN BINGHAM entgegen. Nach dem eher verhaltenen Beginn der Sons of Bill darf man den smarten Country-Boy schon als „Rampensau“ bezeichnen. Ryan Bingham ist nicht sehr groß gewachsen und eher schlaksig, seiner beeindruckenden Bühnenpräsenz tut dies aber keinen Abbruch. Mit seinem Hut und Bart sieht er verwegen aus, doch wenn er lächelt, dann ist es dieser jungenhafte Charme, der vor allem das weibliche Publikum in Verzückung geraten lässt.

Geigenpower im Münchner Strom

Geigenpower im Münchner Strom

Und dann erklingt diese unvergleichliche rauchige und kratzige Stimme, welche einem bei Songs wie „Snow falls in June“ wohlige Gänsehautschauer über den Rücken jagt. Tatkräftig wird er dabei von seiner Band unterstützt, vor allem der alte Haudegen an der Fiddel ist absolut gigantisch. Die Songauswahl lässt keine Wünsche offen und umfasst seine Alben “Mescalito” (2007), “Roadhouse Sun” (2009), “Junky Star” (2010) und natürlich das aktuelle und wohl persönlichste Meisterwerk „Fear And Saturday Night“. Mal rockig und bluesig, dann wieder gefühlvoll, verträumt und melancholisch nimmt er seine Fans mit auf eine musikalische Reise und offenbart in seinen Liedern ein um das andere Mal sein Herz und seine Seele.

Die Höhen und Tiefen des Lebens ließen RYAN BINGHAM zu dem Mann werden, der er heute ist. Genau diese Erfahrungen machen ein Konzert des Singer-Songwriters zu einem authentischen persönlichen und tief bewegenden Erlebnis, das man auf keinen Fall verpassen sollte! Auch für Nicht-Country-Music-Fans sehr zu empfehlen.

PS: Mehr Bilder gibt es wie immer in der Galerie!

(Sandra “Piggy” Baumgartl)