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Russkaja – No One Is Illegal Tour 2019

Freitag 29.03.2019 – München Backstage Werk
Support: Coffeeshock Company

Der Psycho-Traktor Russkaja ist wieder unterwegs. Nicht nur mit Gute-Laune-Musik, flotten Ska-Rhythmen und einem Hauch russischer Seele sind die glorreichen Sieben von Russkaja mit einem neuen Album im Frühjahr 2019 unterwegs. Der Titel des neuen Longplayers “No One Is Illegal” verspricht, dass es hier nicht nur um Spaß-Polka geht, sondern auch ein echtes Anliegen vermitteln soll. Dennoch wird sicherlich der Spaß auf dieser Tour nicht zu kurz kommen. Am 29.3.2019 gastierte Russkaja im Münchner Backstage, über zwei Drittel der Karten waren im Vorfeld schon verkauft worden. Somit war absehbar, dass es wieder kuschelig warm im Werk wird.

Als Opener des vielversprechenden Abends musste die Coffeeshock Company ran. Mit SuperSkunkRockReggae stürmten die Jungs die Bühne. Eigentlich sechs an der Zahl fehlte heute der Keyboarder Filip Tyran. Nach dem Intro schlug die Dancehall Nummer “House of Fire” ein, gefolgt von “Radioaktiv”. Ebenfalls eine Soundfusion, die in Zusammenarbeit mit den Jungs von Dubioza Kolektiv enstanden war. Bei der darauffolgenden Begrüßung kam der feinster Austria-Dialekt zu Tage, für uns Bayern also keine allzu große Hürde. Coffeeshock Company wurden herzlich aufgenommen und die Sache nahm ab dem Zeitpunkt Fahrt auf, als Marco Blascetta seine Gitarre beiseitelegte und sich gemeinsam mit Mani Banani am Mikro verausgabte.

Es zeigt sich, dass Coffeeshock Company nicht ohne Grund 2013 den größten österreichischen Bandcontest für sich entscheiden konnten. Takt und Sound saßen wie ‘ne Eins und sie konnten auch das Publikum mitnehmen. Das bereits ziemlich volle Werk konnte sich somit schon Mal gut eingrooven. Politische Spitzen im Wiener Schmäh durften auch nicht fehlen und mit “Finanzminister” ging es der Korruption verbal an der Kragen. Gute zwölf Songs brachten die Jungs von der Coffeeshock Company unter’s Volk und lieferten somit insgesamt eine gute Vorstellung. Vielleicht schaffen sie es auch mal als Headliner nach München. In einem kleinerem, privateren Ambiente und entsprechendem Publikum kann ich mir das sehr gut vorstellen.

Russkaja starteten mit einem effektreichen Intro. Schlagzeuger Mario Stübler, Bassist Dimitrij Miller und Gitarrist Engel Mayr eröffneten aus dem Halbdunkel den Abend, kurz darauf folgten Rainer und Hans-Georg Gutternigg, seines Zeichens Erfinder der “Potete” zusammen mit der etwas leicht bekleideten Mia Nova an der Violine auf die Bühne. Das mittlerweile volle Backstage empfang ihre Helden mit tosenden Applaus. Zuletzt folgte Sänger Georgij Makazaria, womit die Besetzung endlich komplett war. Mit dem ersten Song “Kosmopolit” ging Russkaja dem aktuellen Album “No One is Illegal” an die Wäsche. In den darauffolgenden guten anderthalb Stunden gab es nur wenig Verschnaufpausen. Zu den ruhigeren Momenten gehört sicherlich der Titelsong des neuen Albums “No One is Illegal”. Er rief sicherlich dem einen oder der anderen ins Gedächtnis, wie gut es uns hier in Europa geht.

Zum Glück blieb wenig Zeit für Schwermut, die wilde Mischung aus Folk, Ska und rockigen Klängen riss das Publikum wieder aus dem Nachdenken, denn tanzen war angesagt. Natürlich durfte der Klassiker “Psycho-Traktor” nicht fehlen. Die “Mitte” war, wie vorherzusehen, schon zwei Songs vorher deutlich sichtbar auf den Schultern einen jungen Mannes platziert. Damit stand dem Russkaja Circle-Pit nichts mehr im Wege, am Ende kreiste fast die ganze Arena im Werk um die “Mitte”. Russkaja zeigten, dass sie nicht ohne Grund eine der zurzeit angesagtesten Bands in ihrem Genre sind. Der Sound zog ein sehr gemischtes Publikum ins Backstage, vom Teenie über Studentencliquen und Althippies, von zehn bis sechzig waren alle Altersgruppen vertreten. Der Abend war ein voller Erfolg und für viele sicherlich ein guter Start in eine tolle Partynacht. Russkaja zeigten wieder einmal mehr als deutlich, dass Entertainment und politische Ansichten sehr wohl miteinander verknüpft werden können, es muss nicht immer nur das seichte Geplänkel aus dem Radio sein.

(Text+Bilder: Björn Engelke)

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