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Rock Unter Den Eichen – Nachbericht

Nach den idyllischen Metaldays in Tolmin machten wir uns auf den Weg zum nächsten Festival, welches im beschaulichen Örtchen Bertingen stattfand. Zwischen Stendal und Magdeburg in Sachsen-Anhalt gelegen, ist dieses kleine Festival noch ein absoluter Geheimtipp und die Lage direkt am Elberadweg perfekt für einen aktiven Kurzurlaub. Nur einen Steinwurf vom Festival entfernt liegt direkt an der Elbaue die Ferienanlage La Porte, welche sich als idealer Ausgangspunkt für Unternehmungen aller Art eignet.

Aborted schleudern wieder mit Gedärmen um sich

Aborted schleudern wieder mit Gedärmen um sich

Eine Beschilderung für das Festival braucht es nicht. Man folgt einfach nur der Musik und landet direkt unter den riesigen Eichen, welche auch Pate für den Namen des Festivals standen. Eine Handvoll Merchandise- und Bierstände und ein kleine Essensausgabe reichen, um alle Schwarzmetaller hier zufrieden zu stellen.

Wir steigen spätnachmittags bei Blackest Dawn ein, welche mit ihrem Metal-Core Gebräu schon die ersten Headbanger direkt vor die Bühne locken. Die Magdeburger haben hier fast schon ein Heimspiel und nutzen diesen Vorteil natürlich aus.

Jig-Ai aus Prag growlen in die Menge, als gäbe es kein Morgen. Der Sound und das unmenschliche Gebrüll scheinen nicht von dieser Welt zu sein. Verzückte Fans wie auch ratlose Gesichter bleiben nach dem Auftritt zurück.

Entrails kommen viel zu spät auf die Bühne und spielen entsprechend auch nur ein verkürztes Set. Nach Jig-Ai und ihrem eher stumpfen Sound bieten Entrails schon wesentlich mehr Abwechslung mit ihrem Gemisch aus Oldschool Death im modernen Gewand.

Paganspaß mit Kampfar

Paganspaß mit Kampfar

Die Berliner von Postmortem bringen jetzt ordentlich Bewegung in die Menge. Wir lauschen den Klängen zwischen Death und Thrash und vor allem Shouter Matthias Rütz, welcher sich die Seele aus dem Leib brüllt.

Den ersten Höhepunkt des Abends bescheren uns die Pagan-Folk Metaller von Kampfar. Direkt aus dem Glutofen von Tolmin nach Bertingen gekommen, lief die Band zu Höchstform auf. Sänger Dolt, der absolute Blickfang und Mittelpunkt der Band, versteht es in jeder Minute, seinen Fans mit ausdrucksstarker Gestik und Mimik die nordische Mythologie näher zu bringen.

Vor der Bühne wird es richtig voll, als Sepultura endlich die Bretter entern. Mr. Kisser und Co. feuern direkt aus allen Rohren und zeigen auch heute wieder, dass sie nach mehr als dreißig Jahren besser denn je sind. „Kairos“,“Propaganda“, „Inner-Self“, „Choke“ – aus jeder Ära bringen sie mindestens einen Nackenbrecher zum Besten. „Sepultura under my Skin“ – ein Song, welcher den Fans gewidmet ist, zündet live unglaublich. „Territory“, „Arise“ und „Refuse/Resist“ dürfen auf keiner Setlist fehlen und bringen die Menge schier zum Ausrasten. Mit „Ratamahatta“ und dem lauthals geforderten „Roots Bloody Roots“ geht ein fantastischer erster Festivaltag zur Neige.

30 Jahre im Geschäft und immer noch voll dabei: Sepultura

30 Jahre im Geschäft und immer noch voll dabei: Sepultura

Am zweiten Tag geben sich z.B. die Japanischen Kampfhörspiele, Aborted, Eisregen und Tankard die Ehre. Doch zum eigentlichen Headliner entwickelt sich Sturmtief Zeljko. Die Eichen schwanken bedrohlich, Regen peitscht auf die Headbanger nieder – die Apokalypse scheint sich nicht nur auf der Bühne abzuspielen. Mit ohrenbetäubendem Thrash und einem Krachen in den umliegenden Wäldern, welches einem das Blut in den Adern gefrieren lässt, geht ein weiterer Festival-Geheimtipp zu Ende.

Unser Fazit: Das RUDE ist Black- und Deathlastig, doch lässt es sich in entspannter Atmosphäre, bei zivilen Preisen gemütlich unter Schatten spendenden Eichen feiern. Klein aber fein bleibt es hoffentlich auch in den nächsten Jahren noch ein Geheimtipp.

Fotos gefällig? Die gibt’s in unserer Galerie!

(Sandra “Piggy” Baumgartl)