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Rock am Härtsfeldsee 2016: Stimmung, Schlamm und Schwermetall Tag II

Auch am Samstag zierten feine Hochkaräter die Bühne des RaH. Den Anheizerjob erledigten Hackneyed und Desasterkids. Etwas aus dem Metal-Rahmen fiel die Irish-Folk-Heavy-Rock-Formation Fiddler‘s Green, die mit ihren eingängigen Rhythmen – selbstverständlich mit Akkordeon und Geige – das Publikum zum Abfeiern brachte. RaH-22Und die Metalheads ließen sich auch von dem 15 Minuten langen Sintflut-Regen mit Sturmböen nicht die Laune vermiesen, wenngleich das Kurz-Unwetter sämtliche Pavillions und eine große Zahl an Zelten abräumte, sowie die gesamte Location in eine Schlammgrube verwandelte. Selbst im Festivalzelt bildeten sich große Pfützen.

Ein Kontrastprogramm, wie es größer nicht sein könnte, bot die Band, die dann die Bühne enterte. Soilwork sind schon lange eine feste Größe in der Melodic-Death-Szene. Mit brachialer Power legten die Schweden los, ganz so als gälte es, mit geballter Gewalt die Nässe aus dem Zelt zu drücken. Aus dem Zelt gedrückt hat indes einzig die gnadenlos überzogene Lautstärke einen guten Teil der Fans. Überaus schade, denn die Truppe um Mikrofonakrobat Björn „Speed“ Strid überzeugte mit Krachern wie „Natural Born Chaos“ und „Tongue“, die aber im Dezibel-Hagel kaum zur Geltung kamen. Ein weiterer Regenguss sorgte zwischenzeitlich für noch mehr Schlamm. Einerlei. Denn die Menge wartete gespannt auf eines der größten deutschen Metal-Urgesteine aller Zeiten.

Unter dem Namen Dirkschneider schleuderte der einstige Accept-Frontmann Udo Dirkschneider das legendäre RaH-31Material der Band aus den Achtzigerjahren in die jubelnde Masse. Mitreißende Metal-Klassiker wie „Fast as a Shark“, „Son of a Bitch“ und „Metalheart“ und alte Gassenhauer wie „Princess of the Dawn“ und „Balls to the Wall“ brachten die Fans zum Kochen und das Zelt förmlich zum Platzen. Titel, die Metalgeschichte geschrieben haben – genauso wie der energiegeladene Mittsechziger mit der markanten Kreissägenstimme.

Passend zum nächsten Act war zwischenzeitlich die Wolkendecke aufgerissen und die Sterne leuchteten über der Ostalb. Denn im finsteren Ornat mit Facepaint und Lederkluft stürmten Powerwolf die Bretter, die den Metal bedeuten. Wie immer legten Attila Dorn und seine Mannen eine Menge Humor an den Tag, wenn es darum ging, das Publikum einzubinden und die katholische Kirche auf die Schippe zu nehmen. Das Material mit Mitgröhlern wie „We Drink Your Blood“ und „Amen & Attack“ und Hymnen a la „Lupus Dei“ und „Army of the Night“ können die Fans auswendig mitsingen, und so stieg mit dem Headliner auch die Stimmung einmal mehr zum Höhepunkt.

Zum Jubiläum hat das RaH einmal mehr geglänzt durch gute Organisation, musikalische Highlights und herausragender Stimmung trotz aller Wetterunbilden. Und viele der Besucher sind sich schon jetzt sicher: Sie kommen im nächsten Jahr wieder – zu ihrem See und ihrem Festival.

Tag 1 verpasst? Hier könnt ihr nachlesen welche Bands die zweitägige Metalsause auf Touren brachten…

Fotos gefällig? Dann werdet ihr hier fündig.

 

(Text/Fotos: Thomas Mendle)

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