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Pixner, die Dritte – im Kuko in Rosenheim, 15.11.2018

Man kann sich natürlich fragen, warum man ein und dieselbe Show an drei verschiedenen Veranstaltungsorten besucht. Die Antwort lautet…. weil mir die Musik gefällt und weil ich wissen wollte, ob und wenn ja, wie groß die Unterschiede zwischen den einzelnen Locations sind. Vorweg: nicht groß. Aber sie sind da und das liegt nicht nur an der eigenen Erwartungshaltung.

Ich war also zum dritten und dieses Jahr auch zum letzten Mal beim Herbert Pixner Projekt. Diesmal Ort des Geschehens: das ausverkaufte Kuko in Rosenheim. Das Publikum war wie auch die anderen Male bunt gemischt, von jung bis alt, von “arm bis reich”. Wie mir auch schon bei den Gesprächen vor Konzertbeginn aufgefallen war, waren viele “Wiederholungstäter” dabei. Sie haben Herbert Pixner schon mindestens einmal gesehen und freuten sich auf einen weiteren Abend mit dem außergewöhnlichen Künstler.

Auch dieses Mal spielten die vier grandiosen Musiker des Projekts Manuel Randi (Gitarrist von “Gottes Gnaden”), Heidi Pixner (Harfe), Werner Unterlercher (Bass und Gitarre) und natürlich der musikalische Tausendsassa Herbert Pixner u.a. mit der Harmonika, Saxophon, Klarinette, Trompete und – eine Rarität – ein(e) Hohner Guitaret. Wir durften erfahren, dass dieses Instrument der wohl einzige Flop der Firma war. Und ja, ich habe lange im Netz suchen müssen, um Spuren davon zu finden. Gespielt von einem Meister war es ein erstaunliches Klangerlebnis.

Das Konzert an sich bot wenig Überraschungen. Im ersten Teil gab es Bekanntes und Bewährtes und zur Freude des Publikums das Stück „Morgenrot” aus dem Album „Herbert Pixner Projekt live in Wien“. Dieses war auch die einzige wirkliche Abweichung von den anderen von mir besuchten Konzerten.

Das Publikum wurde mit der „American Polka“ aus dem aktuellen Album „Lost Elysion“ und Titelmusik zu der Fernsehproduktion “München Grill” in die Pause entlassen. Die Erwartungen an den zweiten Teil der Show war dementsprechend groß. Leider muss ich sagen, dass ich ihn nur mit Mühe überstanden habe. Das neue Album ist ohnehin nicht mein Favorit, aber diesmal entstand bei mir der Eindruck, dass ausschließlich die ruhigen Stücke der aktuellen Scheibe gespielt wurden.

Ein Blick ins Publikum verriet, dass nicht nur mir der Abend schwer wurde. Denn auch wenn alle Lieder mit der üblichen Perfektion und dem Enthusiasmus der Musiker gespielt wurden, so hatte es diesmal doch ein wenig vom Novemberblues. Da konnten auch die kleinen Anekdoten nicht dazu beigetragen, den langatmigen Mittelteil des Abends aufzulockern.

Natürlich gab es als Zugabe die fetzigen Stücke und wie immer “Dirty Kathi“ als Schlußpunkt. So konnte der bis dahin etwas abgekühlte Besucher beschwingten Schrittes nach Hause gehen und sich über einen gelungenen Abend und auf seinen nächsten Besuch beim Herbert Pixner Projekt freuen.

Wie immer fürs Auge waren übrigens die Aktionen zwischen Herbert Pixner und seinem genialen Gitarristen Manuel Randi. Nicht nur in Rosenheim hatte ich das Gefühl, die beiden würden auf ihre eigene Weise miteinander kommunizieren. Manches Mal kam man sich fast vor wie wein Voyeur, aber das tat der elektrisierenden Stimmung auf der Bühne keinen Abbruch.

Mein Fazit nach drei Terminen: gerne wieder, am besten mit spektakulärer Kulisse wie in Burghausen, aber ein Termin pro Album reicht. Dennoch freue ich mich riesig, wenn ich im kommenden Jahr die Chance bekomme, die „Italo Connection“ mit Herbert Pixner, Manuel Randi und weiteren Musikern zu sehen. (Mehr Fotos gibt es direkt hier)

(Text+Fotos: Kirstin Dittrich)

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