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Orden Ogan-24

ORDEN OGAN in München: Waschbäraugen, Klampfengott und Currywurst

Orden Ogan – The Book Of Ogan Tour 2016 – live in München
Donnerstag, 24.03.2016, Backstage Halle
Support: Manimal, Almanac

Ein Powermetal Abend par excellence versprach der Donnerstag, 24.03.2016 im Backstage zu werden. Orden Ogan öffneten an diesem Abend das „Book Of Ogan“ und zahlreiche Fans ließen sich diese Gelegenheit nicht entgehen.

Frontwaschbär

Frontwaschbär Samuel Nyman

Obwohl der Beginn des Konzerts bereits auf 19:30 Uhr vorverlegt wurde, startete der Einlass erst schleppend gegen 19:00 Uhr. Die Halle war schon gut gefüllt, als fast pünktlich die Schweden von MANIMAL die Bühne eroberten. Ob zu viel “black” im Gesicht “beautiful” ist, liegt im Auge des Betrachters und so war beim Anblick des Quartetts die Ähnlichkeit mit einer Waschbärfamilie nicht von der Hand zu weisen. Frontwaschbär und Shouter Samuel Nyman machte mit seinen speziellen Kontaktlinsen einen tollwütigen Eindruck und ließ musikalisch Schaum vom Maul tropfen. Eierkneifgekeife wechselte mit fetten Riffs und geradlinigen Melodieparts, welche sich direkt im Ohr festsetzten. Die Temperatur stieg und auch die Stimmung wurde immer besser und in der kurzen Umbaupause wurde der Promillepegel weiter der Temperatur angepasst.

Victor Smolskis geniale neue Band Almanac

Victor Smolskis geniale neue Band Almanac

Die Spannung in der Halle entlud sich lautstark, als endlich Victor Smolski (ex-Rage) im Schweinwerferlicht erschien. Das Band-“Baby“ welches Smolski nach seinem Abgang von Rage aus der Taufe hob, hört auf den Namen ALMANAC. Auf der Setlist stand das aktuelle Album „Tsar“, welches am 18.03.2016 erschienen war. Mastermind Smolski, Armin Alic (Bass), Jeannette Marchewka, David Readman (beide Gesang), Michael Kolar (Schlagzeug) und Andy B. Franck (Gesang) zauberten eine perfekte Show auf die Bühne. Andy und David lieferten sich prächtige Gesangsduelle, die einen besonderen Schliff durch die fantastische Stimme von Gesangspartnerin Jeannette erhielten. Doch es ist Klampfengott Smolski, welcher auch den letzten Fan in seinen Bann zog.

Mit unglaublicherer Geschwindigkeit dudelte er das Griffbrett hoch und runter, schüttelte Soli zum Niederknien aus dem Ärmel, ohne diese zu sehr in die Länge zu ziehen. Nie hatte man das Gefühl, er spiele sich in den Vordergrund, im Gegenteil hielt er sich während der Gesangparts immer dezent im Abseits, einfach sympathisch bis in die letzte Haarspitze. Victor ist wohl einer der am meisten unterschätzten Gitarristen auf diesem Planeten und so legten ALMANAC mit diesem Auftritt die Messlatte verdammt hoch für den Headliner des Abends.

Sympathischer Fronter und Currywurstspezialist von ORDEN OGAN

Sympathischer Fronter und Currywurstspezialist von ORDEN OGAN

Kaum waren ORDEN OGAN auf dem Weg zur Bühne, wurden sie auch schon frenetisch abgefeiert. Knallharte Riffs, eindringliche Soli und ein druckvoller Sound dröhnten aus den Boxen. Das Quartett pflügte sich durch sein Set aus alten und neuen Songs als gäbe es kein Morgen. Songs wie „Ravenhead“, „We Are Pirates“, oder „F.E.V.E.R“ brachten die Halle zum Kochen. Sebastian „Seeb“ Levermann erzählte mit einem Schmunzeln auf den Lippen von ihren Anfängen in den Neunzigern, als junge pickelige Teenager, die in kleinen Schuppen manchmal nur vor 7-10 zahlenden Gästen spielten. Umso mehr wären sie jetzt stolz auf die erste eigene Headliner-Tour. Grund genug mit den Fans eine fette Party zu feiern! Kurzanleitung von Seeb zur Gesangsunterstützung bei „The Things We Believe In“ und die Münchner brüllten sich mit „Cold, Dead And Gone“ die Seele aus dem Leib. Seeb klärte dann die Fans noch auf, bevor es langsam zu Ende ging, wer von der Band Currywurst mochte und wem diese auf den Magen schlug. Muss man alles wissen. Die Zugabe ging mit „Mystic Symphony“ zu Ende und damit auch ein Abend voller Power und Metal.

ORDEN OGAN ernten nach zwanzig Jahren endlich die Früchte ihrer harten Arbeit. The „Book Of Ogan“ ist ein Querschnitt durch die Bandhistorie und zeigt, warum das Quartett heute als Nachfolger von Running Wild oder Blind Guardian gilt. Auf ihrem Höhepunkt ist die Band allerdings noch lange nicht angekommen. Wir werden mit Sicherheit noch viel von den Ogans hören.

(Fotos & Bericht: Sandra Baumgartl)