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Kataklysm-Of-Ghosts-and-Gods

KATAKLYSM + SEPTICFLESH + ABORTED: Abgetrennte Körperteile in Hamburg

Kataklysm “Of Ghosts And Gods” European tour 2016. Vorbands: Septicflesh, Aborted
08.01.2016 – DE, Hamburg @ Markthalle

KATAKLYSM sind zurück – und auf ihrem Marsch durch Europa. Zusammen mit SEPTICFLESH und ABORTED fielen sie auf ihrer zweiten Station am Freitag, den 08.01.2016, in der Hamburger Markthalle ein, um den Massen ein volles Bouquet an Flesh and Blood zu präsentieren.

Vertraut mir, ich bin Arzt: Aborted. (Foto: Sandra Baumgartl, 2015)

Vertraut mir, ich bin Arzt: Aborted.
(Foto: Sandra Baumgartl, 2015)

Den Anfang des Abends machten dabei ABORTED. Die Belgier fackeln bekanntlich nicht lange und schon in den ersten Sekunden fegte ein Feuersturm von Doublebass und Blastbeats durch den Saal, gefolgt von den bekannten rostig-kantigen Riffs, die eine Vivisektion am Publikum durchführten. Spätestens ab dem dritten Song “Necrotic Manifesto” musste man sich entscheiden: Einfach nur Opfer und zuschauen oder selbst der Schlächter mit der Säge zu sein. Bei hohem Tempo und einer brachialen technischen Umsetzung des Songs fällt einem die Wahl recht einfach. Spätestens jetzt hatte die Band den Saal in ihrer Hand. Was mit einem Moshpit zum nächsten Song belohnt wurde, der passend zum MG-hämmernden Schlagzeug und den reißenden Gitarren-Riffs passte. Als fünfter Song folgte dann “Termination Redux”, der gleichnamigen neuen EP, der als wahre Sturmflut über das Publikum niederging und den Saal in einem niederreißenden Strudel aus Körperteilen untergehen ließ. Abschließend lässt sich nur sagen, dass die Jungs aus Belgien ihr Handwerk verstehen. Das Publikum war zum Ende der zweiten Zugabe sichtlich zerlegt und musste die Pause zum Zusammenfinden der eigenen Extremitäten nutzen.

Part II: SEPTICFLESH traten auf die Bühne und persönlich war ich doch sehr gemischter Gefühle, ob diese den Part des Co-Headlines gerecht werden könnten. Spätestens nach den ersten 60 Sekunden überzeugte die Band allerdings durch Technik und vor allem einer starken, wenn auch leicht gekünstelten Bühnenpräsenz. Dass die Band – vor allem aber Frontmann Spiros „Seth“ Antoniou – versteht, das Publikum an der Kehle zu packen, muss hier nicht weiter ausgeführt werden. Songs wie “Pyramid God”, “Prototype”, “The Vampire from Nazareth”, “Anubis” und das Ende mit “Prometheus” verloren an keiner Stelle ihre Macht über das Publikum. Alles in allem bot die Band einen gelungenen Auftritt mit einer sehr gut gewählten Setlist, die das Publikum in die tiefsten Gräber aus längst vergangenen Tagen führte.

Nachdem alle Gliedmaßen nach dem ABORTED-Auftritt wieder an ihrem Platz waren und auch der Verstand aus den alten Gräbern, die uns SEPTICFLESH eröffnet hatten, zurück fand, war es nun Zeit vor die zu treten, deren Ruf wir hier her gefolgt waren.

KATAKLYSM sind zurück – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Ab der ersten Sekunde wurde ein volles Magazin an hochwertigen Riffs und mächtigen Blastbeats in das Publikum gejagt. Auch wenn beim ersten Song der Gesamtsound noch etwas schwach auf der Brust war, die Jungs aus Kanada wussten das Publikum mitzureißen. Mit dem dritten Song “As I Slither” öffnete sich der Pit ab der ersten Sekunde des Songs und zog immer mehr Opfer in seine Tiefen, während die Band weitere Salven an hochwertigen Riffs durch den ganzen Saal schoss. Eine wahre Explosion lösten sie mit dem zehn Jahre alten Song “Open Scars” aus, der bei der Tour zum ersten Mal Live wiedergegeben wird. Aber auch mit dem aktuellem Material waren die Kanadier nicht geizig und richteten ein wahres Massaker an. Die neuen Songs “Thy Serpent’s Tongue” und anschließend “Soul Destroyer” steigerten noch einmal die Stimmung. Abschließend lässt sich sagen, dass die Band durchweg den Pit offen gelassen und den Saal von der ersten bis zur letzten Reihe zum Erschüttern gebracht hat.

Das Fazit für den zweiten Stop der KATAKLYSM “Of Ghosts And Gods” European Tour 2016 fällt sehr gut aus. Bis auf ein bis zwei kleine Schnitzer der Mischer zu den Anfangssongs der Bands, kam der Sound zu jeder Zeit satt und klar beim Publikum an. ABORTED funktionierten hervorragend, um das Publikum auf den Abend einzustimmen. SEPTICFLESH haben gute Arbeit als Co-Headliner geliefert und KATAKLYSM glänzten durch einen sehr starken Auftritt, der das neue Jahr perfekte einläutete. Absolut empfehlenswert sind hier nochmal drei Songs, die man sich im Nachgang noch einmal genauer anhören sollte:
Aborted – Termination Redux
Kataklysm – Thy Serpent’s Tongue
Kataklysm – Soul Destroyer

(Christian Lindemann)