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Die Zeit des Tagezählens ist vorbei: Am 21.8. erscheint das neue Frittenbude-Album (Promobild Audiolith, Foto: Paul Aidan Perry)

Interview mit FRITTENBUDE: „Heimat, was ist das schon? Brauchen wir nicht“

Seit 2006 machen die Elektropunks von Frittenbude die hiesige Musikszene unsicher. Das Debütalbum Nachtigall der Exil-Bajuwaren aus dem Jahr 2008 wurde für seinen Ravefaktor und seine Rotzigkeit vom linken Untergrund gefeiert, die folgenden Alben Katzengold und Delfinarium klangen dann bereits deutlich reifer und musikalisch komplexer. Nun steht das vierte Album Küken des Orion vor der Tür und obwohl die drei Wahl-Berliner mittlerweile auf ein umfangreiches Werk zurückblicken können, wirbeln sie immer noch wie ein frischer Tornado über die deutsche Musiklandschaft hinweg, wenn auch nicht mehr ganz so häufig vom Acid-Regen begleitet. Mit uns sprachen Johannes, Jakob und Martin über ihre neue Scheibe, Fremdenfeindlichkeit und Heimatgefühle und eine Fortsetzung des Fan-Lieblings Bilder mit Katze.

Hallo Frittenbude. Am 21.8. erscheint bereits euer viertes Album „Küken des Orion“, was euch eigentlich schon zu alten Hasen im Musikgeschäft macht. Fühlt ihr euch denn auch schon so?

Jakob: Stimmt, das sind schon bald zehn Jahre. Es ging schnell, dass sich das erste Album anfühlt, als wäre es ganz schön lange her. Aber Zeit ist relativ und fühlt sich auch relativ an. Manche Sachen sind noch ganz nah dran und manche Sachen sind schon ewig weit weg.

Johannes: Ich sehe es noch vor mir, als wäre es gestern gewesen, wie wir da saßen und uns am Artwork für Nachtigall probiert haben. Das war sehr stressig, weil nicht ganz klar war, wer das übernimmt. Dann haben wir einfach ein paar Tage vor Abgabe damals noch bei mir in der Arbeit in München probiert ein Artwork zu machen. Manche Dinge sind schon so weit weg, wie die Konzerttouren, die man zu der Zeit gespielt hat, aber den Release des ersten Albums weiß ich noch, als wäre es gestern gewesen.

Martin: Für mich fühlt sich das irgendwie nicht so an. Aber ich denke mir jedes Mal, wenn ich an das letzte Album zurückdenke, wie naiv ich damals eigentlich noch war, weil man sich in den Jahren dazwischen weiterentwickelt und vieles Neues dazulernt. Es darf auch nicht zur Routine werden, weil sonst der Spaß und die Spannung verloren gehen und dann ist es halt nur noch ein Job. Es darf sich aber nicht wie ein Job anfühlen. Musik muss Leidenschaft sein.

Gut, dass ihr gleich auf das Thema Leidenschaft zu Sprechen kommt. Im Infotext zum neuen Album fiel mir sofort der Satz auf: „Wenn die Passion erst zur Profession geworden ist, muss Bewegung her“. Hat sich nach dem „Delfinarium“-Album das Musikmachen nach Arbeit angefühlt und waren deshalb auch die drei Jahre Pause nötig, um den Spaß wieder zu finden?

Johannes: Es kommt irgendwie so an, als wäre es eine Pause gewesen. Aber wir haben ja im ersten Jahr nach Delfinarium viele Auftritte und Festivals gespielt und in den zwei Jahren danach haben wir schon wieder am nächsten Album gearbeitet. Nach außen wirkt das dann wie eine Pause, aber wir waren die ganze Zeit auch mit Frittenbude beschäftigt und haben neue Songs gemacht.

Das heißt, dass trotz einiger anderer musikalischer Projekte Frittenbude in den drei Jahre immer präsent war.

Johannes: Auf jeden Fall.

Martin: Wir haben halt nicht so viel live gespielt. Man muss sagen, dass in den ersten fünf, sechs, sieben Jahren nicht viel Luft dazwischen war. Dieses Mal hatten wir schon ein, zwei Monate frei oder hatten ein paar Monate keine Gigs. So konnten wir auch mal ein bisschen durchatmen. Jakob hat sein Soloalbum herausgebracht, was ich auf meinem Label ANTIME veröffentlicht habe, Johannes hat mit ClickClickDecker ein Album veröffentlicht und auch sein eigenes Label ANETTE RECORDS vorangetrieben. Wir sind also immer am Machen, Getriebene quasi, daher wäre es übertrieben von einer großen Pause zu sprechen, aber wir hatten mal Luft ein bisschen durchzuatmen.

Johannes: Frittenbude lässt sich auch nicht abschalten, das sind halt wir. Das ist keine Band, die wir so nebenbei haben oder bei der die Leute austauschbar wären, das ist halt unser Leben. Wenn eine Melodie oder ein Textfragment kommt, fragt man sich immer, ob das für das nächste Album relevant ist. Ich glaube, wir haben so lange an dem neuen Album produziert, wie an allen anderen vorher zusammen, wenn man die reine Studiozeit nimmt.

Martin: Ja, es war die mit Abstand längste Albumproduktion bisher.

Exil-Bayern unter sich: SI-Redakteur Marinus mit Jakob (l.), Martin (2.v.r.) und Johannes (r.) beim Interview in Leipzig (Foto: Marinus Seeleitner)

Exil-Bayern unter sich: SI-Redakteur Marinus mit Jakob (l.), Martin (2.v.r.) und Johannes (r.) beim Interview in Leipzig
(Foto: Marinus Seeleitner)

Ich durfte “Küken des Orion” ja schon hören und es fiel mir tatsächlich auch auf, dass ihr sehr viel Zeit hinein gesteckt habt. Man entdeckt mit jedem weiteren Durchhören wieder neue Details, wie beispielsweise asiatische und afrikanische Einflüsse in “Endlich unendlich” oder “Stürzende Helden”. Wart ihr in den drei Jahren viel auf Reisen und habt euch davon inspirieren lassen?

Jakob: Wir haben uns mal eine Auszeit genommen und waren im Urlaub oder einfach mal weg. Martin war in Mexiko, ich war in Thailand und Johannes war irgendwo in Osteuropa unterwegs. Das haben wir schon auch genutzt, um ein bisschen Abstand zu gewinnen und neue Ideen zu sammeln. Das war etwa im letzten Viertel der Produktion. Da ist dann auch noch ein Song entstanden. Martin hat das Gitarrenriff zu Alles wird Staub in Mexiko gefunden und gleichzeitig hat Johannes den Text in Pilsen geschrieben. Ich habe in Thailand versucht mit vierzig Grad Fieber im asiatischen Dschungel harte Technobeats zu bauen, hat aber nicht ganz so gut funktioniert. Diese asiatischen und afrikanischen Sounds, die du angesprochen hast, waren nicht aus dieser Zeit, aber schon bewusst als roter Faden gedacht, um auch etwas Neues reinzubringen.

Martin: Inspiration kommt auch ganz unterschiedlich zustande. Ein Album speist sich aus vielen Inspirationen. Klar, da ist auch Urlaub mit dabei, aber wir haben auch alle drei wieder ganz viel Musik gehört. Ich persönlich habe in den letzten zwei Jahren so viel Musik wie noch nie gehört.

Johannes: Das liegt daran, dass du alle Songs immer nur zehn Sekunden anhörst.

(Gelächter)

Martin: Da bin ich mittlerweile geduldiger geworden. Es steckt schon viel drin und es ist schön zu hören, dass man bei mehrmaligem Hören immer wieder etwas entdeckt. Ich finde das auch immer geil an Alben, wenn beim ersten Hören nicht sofort alles gesagt ist, sondern wenn man beim zehnten Durchlauf wieder einen neuen Sound hört oder du dann die Textzeile erst checkst.

Jakob: Das liegt auch mit dieser langen Produktionszeit zusammen. Man hat ja immer eine Zeit in der man etwas Gewisses bevorzugt. Über zwei Jahre erlebt man viele unterschiedliche Phasen und dann klingt es eben vielschichtiger. Ich merke das auch an meinen eigenen Sounds sehr stark, dass ich innerhalb eines kurzen Zeitraumes relativ ähnlich klinge. Innerhalb eines Monats klingen die Beats dann gleich, aber wenn man das über zwei Jahre erstreckt, wird es natürlich sehr facettenreich.

Johannes: Es gibt Sachen, die ewig geplant sind und über einen langen Zeitraum ausproduziert werden und dann hat man wieder Momente, wo auf einmal ein Monster entsteht, sich total ungeplant vor einem aufbaut und dann plötzlich vor einem steht, wie Stürzende Helden oder Schlachtfeld der Schande. Das passiert dann ganz unüberlegt und aus dem Bauch heraus.

Martin: Und man darf auch die technische Komponente nicht vergessen. Wir haben wieder krass aufgerüstet. Neue Sounds und neue Techniken, die wir beim Produzieren gelernt haben, sind dann natürlich auch ein Faktor.

Jakob: Wie Maschinengewehre.

Johannes: Stimmt. Aber diesmal ist kein Delfin drauf.

Jakob: Aber dafür ein Elefant.

Ja, der Elefant zu Beginn von „Stürzende Helden“. Der Song ist ja auch die erste Single-Auskopplung und zeigt besonders in Verbindung mit dem dazugehörigen Video, dass ihr nichts an eurer kritischen Haltung eingebüßt habt. Welche vermeintlichen Helden würdet ihr denn aktuell gerne stürzen sehen?

Johannes: Markus Söder.

Jakob: Wolfgang Schäuble.

Martin: Markus Söder auf jeden Fall, aber es sind viel zu viele momentan. Leider.

Dazu passt auch der Song “The Striz”, in dessen Refrain ihr konstatiert: “Meistens haben alle Menschen ein bisschen Scheiße im Hirn”. Wer sich ein bisschen mit euch auseinandersetzt, muss nicht nach eurer Meinung zu aktuellen Themen wie Pegida oder Freital fragen. Aber glaubt ihr, dass wir momentan die Spitze der Fremdenfeindlichkeit in Deutschland erleben oder wird es noch schlimmer werden, weil die Menschheit zunehmend verdummt und abstumpft, wie in “The Striz” erzählt?

Johannes: Ja, ich glaube, es ist momentan eine Spitze. Ich glaube aber auch, dass das dem Internet geschuldet ist, da man es jetzt viel krasser mitkriegt, weil überall Scheißkommentare geschrieben werden. Das Erschreckende ist ja, dass es nicht mehr nur Nazis sind, sondern dass das aus der Mitte der Gesellschaft kommt. Wobei ich ja sage, das ist schon immer so gewesen ist. Das schlummert einfach im Deutschen an sich. Wenn früher an den Stammtischen geredet wurde, hat das halt keiner mitbekommen. Sobald es dann im Internet passiert, fällt es einfach auf. Das Internet ist nicht Schuld am Umstand an sich, man hat es nur dem Internet zu verdanken, dass es so auffällt.

Jakob: Ich glaube, es ist tatsächlich schlimmer geworden und ich hoffe, es wird nicht noch schlimmer. Es ist wichtig, dass unsere Generation und die Menschen allgemein lernen, diese ganzen Informationen, die jetzt über das Internet viel leichter zugänglich sind, gut zu filtern und das Richtige zu sehen und richtig zu interpretieren und nicht den ganzen Scheiß zu glauben, der auf einen einprasselt.

Martin: Es ist ja auch auf jeden Fall ein Widerstand da. Man muss nur hoffen, dass sich dieser Netzwiderstand auch auf die Realität überträgt.

Johannes: Schnell etwas geteilt oder auf Gefällt mir geklickt, damit ist es leider nicht getan. Du musst immer noch rausgehen und dich den Leuten entgegenstellen.

Jakob: Fakt ist ja auch, dass es, falls ich jetzt nicht falsch informiert bin, noch nie so viele Flüchtlinge weltweit gab, wie es momentan sind. Da sieht man, dass die Welt momentan ziemlich am Arsch ist. Und dass wir doch in einem sehr reichen Land leben, wo es definitiv andere Probleme gibt, wo aber dieser ganze Hass und dieser ganze Unmut in die falschen Wege geleitet wird und dann auf die Schwächeren getreten wird. Der Deutsche halt: nach oben lecken, nach unten treten.

Beim letzten Song des Albums „Michael Jackson hatte Recht“, einem sehr hoffnungsvollen Abschluss, gewinnt man aber zumindest den Eindruck, dass ihr die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben habt. Die Zeile „Wir ersetzen Grenzen durch nichts“ ist dabei besonders erwähnenswert, da ihr euch auf dem kompletten Album immer wieder mit Grenzen, sowohl mit geographischen, als auch mit sozialen oder gedanklichen beschäftigt. Ist die ultimative Grenzenlosigkeit für euch der Schlüssel für ein besseres Leben beziehungsweise für eine bessere Welt?

Johannes: Es wäre auf jeden Fall ein Anfang.

Jakob: Ich glaube auch, dass es bereits im Kleinen glücklich macht, seine eigenen Grenzen immer wieder zu sprengen und über seine Grenzen hinaus zu wachsen und nicht festgefahren zu sein.

Johannes: Wie eine Hose, die einem zu eng wird.

Jakob: Aber schwere Frage, wenn man das politisch sieht.

Johannes: Die Auflösung aller Grenzen würde natürlich einen Fortschritt bedeuten. Die Lösung des Problems ist es nicht, aber es würde zumindest einiges erleichtern.

Apropos Grenzen. Auf eurer Facebook-Seite habt ihr als Heimatstadt „Autobahn“ angegeben. Seid ihr tatsächlich so viel unterwegs, dass ihr noch keine feste Heimat gefunden habt oder wollt ihr mit der Idee von Heimat und den Gefühlen, die damit einhergehen können einfach nichts zu tun haben?

Johannes: Also ein zu Hause haben wir natürlich schon gefunden und in Berlin fühlen wir uns alle drei mittlerweile zu Hause. Aber Heimat, was ist das schon? Brauchen wir nicht.

Martin: Der Begriff Heimat ist ja immer mit einer gewissen Art von Stolz verbunden und es macht für uns einfach keinen Sinn stolz auf einen Ort zu sein. Und die Autobahn vermittelt einfach ein Gefühl von Freiheit und danach streben wir nach wie vor.

Zurück zum Album: Auf “Was am Ende bleibt” werdet ihr von Dirk von Lowtzow von Tocotronic unterstützt. Wie kam der Kontakt und die Zusammenarbeit zustande?

Jakob: Wir haben ja schon einmal einen Remix für sie gemacht. Das war der Erstkontakt zu Tocotronic und dann wollten wir einfach einen Song mit ihnen machen, weil wir große Fans sind. Das hatten wir zuerst für einen anderen Song geplant, der dann aber nicht auf das Album gekommen ist. Bei Was am Ende bleibt war es dann so, dass Martin den Song erst selber eingesungen hat und dann klang das schon ein bisschen wie Lotso. Dann dachten wir: Komm, lass ihn einfach da dazupacken. Dann kam er vorbei und wir haben uns drei, vier Stunden nur unterhalten und eine halbe Stunde aufgenommen und dann war es vorbei. Ging ganz schnell. Und für mich sind Tocotronic natürlich schon Helden. Als die schon richtig groß waren, waren wir ja noch ganz klein.

Martin: Und Lotso ist ein super sympathischer Mensch. Ich habe Tocotronic nie wirklich verfolgt, aber seitdem mag ich sie. Es ist auf jeden Fall eine Band, mit der wir drei uns sehr identifizieren können.

Die Zeit des Tagezählens ist vorbei: Am 21.8. erscheint das neue Frittenbude-Album (Promobild Audiolith, Foto: Paul Aidan Perry)

Die Zeit des Tagezählens ist vorbei: Am 21.8. erscheint das neue Frittenbude-Album (Promobild Audiolith, Foto: Paul Aidan Perry)

Die nächste Frage habt ihr wahrscheinlich schon zur Genüge gehört. Wie kommt es, dass ihr immer wieder Tiere – Nachtigall, Pandabär, Katzen, Delfine, Küken, Lamas – in eure Albumtitel und Songtitel einbindet? Mein investigativer Ansatz: Ihr brecht menschliche Verhaltensmuster gerne auf tierische Kontexte, um den Mensch in gewisser Weise in die Natur einzubetten.

Johannes: Hundert Punkte. Na klar, wir sind keine Tiere, aber wir waren es auf jeden Fall einmal. Das Lustige ist ja, jeder Mensch hat so ein Tier, das man ihm zuordnen kann.

Jakob: Das ist aber tatsächlich die Frage, die uns am häufigsten gestellt wird. Wir sind ja auch selber daran Schuld und sollten uns eine geschmeidige Antwort dazu einfallen lassen.

Johannes: Es gibt eigentlich keine Antwort, das passiert halt. In den Texten sind es natürlich die Vergleiche, die für etwas stehen. Und die Albumtitel haben natürlich auch ihre Bedeutung. Nachtigall ist der Vogel, der nachts furchtbar hässlich singt und alle aufregt, die schlafen wollen. Katzengold hatte die Idee, dass in der Musikindustrie nicht alles Gold ist, was glänzt. Delfinarium spricht mit dem Gefangensein für sich und Küken des Orion ist komplett sinnfrei.

Es gibt also auch keinen tieferen Sinn hinter Orion?

Jakob: Das ist jedem selbst überlassen. Einen Albumtitel zu haben, bei dem man nicht sofort jedes Wort versteht, passt ja auch ganz gut zu uns. Die Texte sind ja auch oft nicht auf Anhieb zu verstehen. Man muss sich halt damit auseinandersetzen und sich hineindenken.

Martin: Auch wenn es sehr abstrakt ist, fühlt sich der Titel für uns absolut richtig an. Und auch wenn sich die Bedeutung nicht sofort erschließt, finde ich es super, dass das Album jetzt so heißt.

Johannes: Du kannst ja die drei leuchtenden Sterne nehmen, die wir sind und so den Hauptteil des Sternbilds Orion ergeben. Und das Album ist ein Küken, das wir zu dritt ausgebrütet haben, das jetzt demnächst schlüpfen wird.

Sehr schön. Letzte Frage: Wer von euch hat schon einmal einer Freundin oder Ex-Freundin das schwarz-gelbe Audiolith-Shirt geschenkt?

Martin: Habe ich tatsächlich gemacht, aber das war pink-rot oder so und das ist eine Ex-Freundin.

Jakob: Ich habe ihr natürlich auch Audiolith-Shirts gegeben, aber nie mit dieser Bilder mit Katze-Geschichte im Hintergrund. Eher: „Es gibt neue Audiolith-Shirts, willst du eins haben?“

Johannes: Meine Ex-Freundin hatte auch sehr viele Audiolith-Shirt, aber es gab auch nie den Kontext. Was sind wir für schlechte Freunde beziehungsweise Ex-Freunde?

Jakob: Weil die Geschichte ja auch schlecht ausgeht und dann offen ist.

Johannes: Die Geschichte geht ja nur für denjenigen schlecht aus, der ein schlechtes Ende hineininterpretiert. Das ist ja das Schöne an Bilder mit Katze. Die Leute verlangen immer nach einer Fortsetzung, aber jeder hat sich seine eigene Fortsetzung schon im Kopf zurechtgelegt. Daher würde man wahrscheinlich alles unterbieten, was sich jeder für sich überlegt hat und so hat jeder sein eigenes Ende und das ist auch schön so.

Martin: Es gibt auch viele Storys von Fans, die die Geschichte so erlebt haben. Wenn man dann einen zweiten Teil macht, würde man die Storys irgendwie schlechter machen. So hat jeder seine eigene Geschichte und die ist halt offen. Wie das Leben so spielt. Deswegen wird es auch nie eine Fortsetzung geben.

Jakob: Wenn es dann gar nicht mehr läuft…

Johannes: Nein, auch dann nicht!

(Gelächter)

Jakob: Okay, dann nicht.

Ab Oktober sind die drei sympathischen Jungs samt Schlagzeuger und Keyboarder auf großer Küken des Orion-Tour. Wer sich das neue Album holen möchte, dem sei die Deluxe-Box ans Herz gelegt, denn außer Bonus-EP, Aufnäher, Freundschaftsbänder, Pillendose, Poster, Postkarte und Sticker gibt es ein Paar Socken mit Pommesgrafik (!) zusätzlich zur LP.

(Marinus Seeleitner)