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Hinter den Kulissen des Black Way Open Air: Interview mit Maike Eisenmenger

Wer an Festivals denkt, dem schießen Bilder von Bands in den Kopf, von Fressbuden, riesige Bühnen – doch wer macht eigentlich möglich, dass all das zur selben Zeit am selben Ort ist? Das genial-günstige Black Way Open Air stellten wir euch bereits vor, doch nun gibt es einen exklusiven Blick hinter die Kulissen: Maike Eisenmenger gehört zu der Crew, die das Festival ins Leben gerufen hat und nun seit Jahren dafür sorgt, dass der Event immer wieder stattfinden kann. Wie die Organisation hierzu aussieht, wie es überhaupt dazu kam, dass sie mit ihrem kleinen Team den Festival-Traum in die Realität umsetzen konnte und weshalb ihr am 11. und 12. Juli unbedingt in Kollmar aufkreuzen müsst, um sauber abzuschädeln, erfahrt ihr hier im Interview!

Sound Infection: Die Idee, ein neues Open Air ins Leben zu rufen, haben sicherlich viele, doch woher habt ihr die Motivation genommen, es dann tatsächlich durchzuziehen und was waren die wichtigsten Schritte am Anfang?
Maike Eisenmenger: Viele durchzechte Nächte, in denen die Idee zum BWOA immer mehr Gestalt angenommen hat. Irgendwann waren wir es leid, immer nur davon zu reden und haben das BWOA in die Tat umgesetzt. Die Motivation kam damals von Freunden und Verwandten, die uns damals in unseren Ideen unterstützt haben. Mittlerweile ziehen wir einen großen Teil der Motivation aus dem positiven Feedback der Bands.
Die wichtigsten Schritte am Anfang waren die Organisation der Bühne und des Sounds. Der Standort war klar. Nachdem diese Dinge geklärt waren, haben wir einfach losgelegt – „Learning by doing“.

Maike Eisenmenger ist seit dem ersten heimlichen Gedanken dabei (Foto: Privat)

Maike Eisenmenger ist seit dem ersten heimlichen Gedanken dabei (Foto: Privat)

Die Entscheidung, wo man seinen Sommerkurzurlaub verbringt, fällt bei der großen Auswahl nicht immer leicht – was hebt das BWOA von anderen Festivals ab?
Das BWOA ist ein kleines Festival. Hier findet jeder seinen Platz vor der Bühne und kann die Bands auch mit eigenen Augen problemlos sehen! Der Sound ist großartig, da wackeln sogar beim Nachbarn einen halben Kilometer entfernt die Gläser in der Vitrine.
Das BWOA hat einen familiären Touch. Seine Zeltnachbarn trifft man auf jeden Fall auf dem Festivalgelände wieder.
Unser Hauptaugenmerk liegt auf der Musik, nicht auf großem Kommerz. Sicherlich verkaufen wir auch unser eigenes Merchandise, aber nur um die Chance zu erhöhen, im kommenden Jahr mal einen Euro mehr für gute Bands ausgeben zu können.

Was waren eure größten Ängste zu Beginn, als ihr das Festival ins Leben gerufen habt?
Ganz kurz gesagt: „Kommen genug Leute?“; „Hoffentlich springt uns keine Band ab.“; „Spielt das Wetter mit?“

Hand auf’s Herz, euer Festival ist preislich wirklich der Hammer – wie gelingt es euch, für 25 Euro inklusive Camping und allem drum und dran, dem Besucher zwei Tage lang ein volles Programm zu präsentieren?
Die drei wichtigsten Punkte für ein günstiges BWOA:
Ein großer Punkt sind unsere vielen ehrenamtlichen Helfer. Alle Leute, die am Bierwagen, Merchandise, Parkplatz oder hinter der Bühne arbeiten, machen dies unentgeltlich. Ohne sie würde es kein BWOA geben!
Wir sind nicht auf einen finanziellen Gewinn aus. Bleibt nach dem Festival ein wenig Geld übrig, stecken wir dies in zum Beispiel gute Bands oder einen noch fetteren Sound im kommenden Jahr.
Wir haben großes Glück, dass wir für das Gelände bisher immer nur einen kleinen Obulus zahlen mussten.

 

Des Metallers liebste Freizeitbeschäftigung (Foto: Black Way e.V.)

Ab dem 11. Juni wird wieder fröhlich abgeschädelt (Foto: Black Way e.V.)

Was war der für dich persönlich genialste Moment auf den bisher ausgerichteten Festivals?
Genial ist es eigentlich immer, wenn die Bands uns sagen, dass es ihnen bei uns gefallen hat und sie gerne wieder kommen würden. Das geht runter wie Öl und man ist motiviert für´s kommende Jahr.
Einfach großartig war es, als ich beim Soundcheck vor den Boxen stand und meine Hosen anfingen zu flattern.

Was ist auf dem BWOA überhaupt nicht gern gesehen?
Menschen, die Stress machen und Intoleranz. Zerbrochenes Glas und in den Boden getretene Kronkorken! Die Camingfläche wird nach dem Festival wieder von Kühen beweidet. Wenn die Glasscherben oder auch Metallteile fressen, kann das tödlich enden! Daher bitte den Müll in die von uns ausgeteilten Müllsäcke tun.

Welche Bands, vielleicht auch gerade von den etwas unbekannteren, sollte man sich dieses Jahr ganz besonders aufmerksam anschauen?
Natürlich unbedingt Aborted! Immer empfehlen kann ich auch unsere lokale Band „Skull Harvest“. Wer auf Rampensäue und rotzigen, gut gemachten Rock steht, sollte sich die Elmshorner nicht entgehen lassen. „Surface“ aus Hamburg liefern ein nicht zu verachtendes Thrash/Death Metal Brett mit rundem Sound ab. Mein Geheimtipp ist „Humppaman Schachti“. Er spielt finnischen Humppa am Schlagzeug à la Eläkeläiset. Immer ein Spaßgarant auf dem BWOA! blackway

Ist es noch zu früh oder kannst du uns schon etwas über die etwaigen Preise an den Essens- und Merchständen sagen?
Die Getränke- und Essenspreise werden sich auf jeden Fall in humanen Bereichen bewegen (unter fünf Euro). Die genauen Merchpreise kann ich dir noch nicht sagen, da die vom Einkaufspreis abhängig sind. Wir bemühen uns aber unsere eigenen Artikel nicht zu teuer anzubieten.

Nach welchen Kriterien wählt ihr jährlich eure Bands aus?
So was nennt man, glaube ich, Betriebsgeheimnis! Es sei so viel gesagt: Wir hören uns jede Band die sich bewirbt an und nicht nur einen Song! Wir verbringen wirklich sehr viel Zeit mit der Musikauswahl, da wir trotz unseres geringen Budgets gute Qualität liefern wollen.

Zu den praktischen Dingen: Habt ihr Geldautomaten, günstige Duschen, einen Supermarkt in der Nähe?
Leider sind derlei „Luxusartikel“ nicht in unmittelbarer Nähe. Wer aber motorisiert ist, findet dies alles nach zehn Minuten Autofahrt in Elmshorn. Auch ein Punkt, warum das BWOA so günstig sein kann.

 

Mehr Infos? Dann mit den Äuglein bitte hier entlang: Homepage des BWOA

(Anne Catherine Swallow)

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