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Here to stay: KYNG plätten die USA mit ihrem Stoner Rock – und Pfannkuchen!

Auch wenn KYNG es auf ihrem Tour-Kreuzzug noch nicht bis nach Deutschland geschafft haben, sind sie in den Staaten mit ihrem groovigen Stoner Rock längst eine fette Hausnummer. Neben Megadeth und Trivium waren es diesmal die italienischen Gothic Metaller von Lacuna Coil, die sich die drei Jungs aus Kalifornien ins Vorprogramm einpackten und das, obwohl der fiese, schweißtreibende Mix aus 70er und 90er Rock kaum zu den Headlinern passt.
Sänger Eddie Veliz sieht darin jedoch kein Problem und genießt es, von den unterschiedlichsten Bands auf Tourneen eingeladen zu werden:
„Es ist großartig bisher“, schwärmt er über die ausgedehnte US-Reise. „Lacuna Coil sind großartige Leute, es hat uns enorm gefreut, sie alle kennenzulernen und es wird traurig sein, wenn die Tour vorbei ist. Das Publikum geht auch gut ab, es hat eine sehr offene Einstellung und KYNG kamen ziemlich gut an.“

Südstaaten Stoner Rock von KYNG (Foto: Tory Pendergrass)

Schauen fieser als sie sind: KYNG (Foto: Tory Pendergrass)

Doch trotz dessen, dass bereits Metallica ihre Fingerchen leckten und Eddie und seine Jungs in ihrem Vorprogramm sichten wollten, reisen KYNG noch in mehr als bescheidenen Verhältnissen. Kein Fernseher, keine Betten, einfach nur ein Minivan bugsiert sie seit Jahren über die Highways, daran hat sich auch nichts geändert, nachdem ihr Album „Burn The Serum“ sowohl von Kritikern als auch von neuerworbenen Fans gefeiert wurde. Noch lässt ein luxuriöser Tourbus auf sich warten, wirklich stören tut das Eddie jedoch nicht. Stattdessen legt er eher wert darauf, zu betonen, dass er kein Biker ist, auf meine Frage, ob es nur ein Klischeegedanke von uns Deutschen sei, dass ihre Mucke perfekt auf den Soundtrack eines Roadmovies oder sogar in einige Folgen von „Sons Of Anarchy“ passen würde. Schade eigentlich, da der heiße Wüstenwind auf der Route 66 genau zu dem Feeling ihres Sounds passen würde.

(Cover: Razor & Tie)

KYNGs unvergleichliches Cover zu BURN THE SERUM (Razor & Tie)

Doch offenbar mögen KYNG es gern etwas weniger platt, wollen von Rockerbanden oder Klischees nichts wissen und finden auch nicht, dass sie ihren lateinamerikanischen Wurzeln irgendeinen musikalischen Tribut zollen müssten. Sie kommen aus Los Angeles und sind trotz ihrer teils südamerikanisch klingenden Namen reine Kalifornier, die vor allem ihre Liebe zu Black Sabbath und Led Zeppelin in ihrer Musik hervorheben wollen. Sie kombinieren das Beste der letzten vierzig Jahre der Rockgeschichte in ihrem Sound und versuchen, ihn so weit es nur geht über den Globus zu verstreuen – denn die Musikszene bei ihnen Zuhause in Los Angeles sei hoffnungslos überfüllt, sagt Eddie. Kaum eine großartige Band würde mehr Anerkennung finden, das Angebot sei einfach viel zu groß, um sich durchsetzen zu können.

Doch mit einem Badass-Albumcover, wie die detailreiche Apokalypsenshow auf ihrem Neuling „Burn The Serum“ eines darstellt, ist es kaum noch möglich, in einem CD-Shop an KYNG vorbeizulaufen. Dem Künstler David Stoupakis gelang es hier, die wortwörtliche Hölle auf Erden einzufangen und dem Album das nötige Etwas zu verleihen, damit die Band sicher gehen kann, nie wieder im Sumpf der Masse unterzugehen!
Noch wissen die Amerikaner zwar nicht genau, wann sie bei uns in Deutschland landen werden, um uns ihren hitze-verströmenden Rock aufzutischen, doch über den Atlantik schaffen möchten sie es unbedingt – Eddie weiß sogar schon, was er als erstes tun wird, wenn er nach Deutschland kommt: Pfannkuchen essen und richtig richtig schnell Auto fahren!

(Anne Catherine Swallow)

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