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Django 3000

DJANGO 3000: A wuide Gipsy Party

Django 3000 – live in München -  Free & Easy Festival
Mittwoch, 04.08.2016 – München Backstage Werk
Support: Vizediktator, Mainfelt

Mittwoch, ca. 19:30 schlage ich im Backstage auf. Als erstes fällt mir die lange Schlange am Ticketschalter auf. Viele hatten sich ihr Bändchen fürs Free&Easy per Reservierung gesichert. Wenn Django 3000 spielen, ist mit einem vollen Haus zu rechnen. Aus dem gesamten Münchner In- und Umland wurde angereist, um „a guade wuide“ Zeit zu haben. Und das Ganze auch noch für lau.

Vizediktator [Germany,Berlin] (Fotos: Björn Engelke)

Vizediktator [Germany,Berlin] (Fotos: Björn Engelke)

Das Vorspiel begann für Vizediktator aus Berlin leider unrühmlich. Dem Gitarristen riss beim zweiten Song eine Saite, eine Backupgitarre war nicht verfügbar. So musste auf der Bühne die Saite ersetzt, die Gitarre neu gestimmt werden. So recht wollte es danach nicht wieder in Schwung kommen, riss doch die nächste Saite am Ende des dritten Songs. Während erneut gewerkelt wurde, ging der Sänger mit dem noch recht spärlichen Publikum auf Tuchfühlung, trank ein Bier und überbrückte die Zeit mit Smalltalk.

Nach diesem Missgeschick ging es weiter, leider wollte keine rechte Stimmung mehr aufkommen, auch wenn ab jetzt nichts mehr schiefging. Für mich persönlich war der Sound auch nicht gut abgemischt, hatte ich mir doch vorab ein paar Songs auf YouTube reingezogen. Irgendwie ließ sich keiner dieser Songs erkennen. Mir tat es etwas leid für die Band. Nach einer Dreiviertelstunde und mit leicht überzogener Spielzeit ging es in die Umbaupause.

Mainfelt [Südtirol] (Foto: Björn Engelke)

Mainfelt [Südtirol] (Foto: Björn Engelke)

Next in line waren Mainfelt aus Südtirol. Auch hier gestaltete sich der Anfang etwas holprig, war anscheinend das Setup der Monitore beim Soundcheck irgendwie verkehrt abgespeichert worden. Nachdem dieses Problem recht schnell behoben worden war, konnten die vier Jungs loslegen.

Der Opener „All my Ghosts“ ging sofort in Ohr und Beine, brachte das nun gut gefüllte Werk in Stimmung. Den Vieren sieht man die Leidenschaft und das Herzblut, das sie in diese Band stecken, an. Ihre erfrischende Folk-Country-Mischung überzeugt vom ersten Song an, selbst einen wie mich, der doch eher für harte Riffs und Shouts schwärmt. Die zum Mittanzen und Mitsingen anregenden Songs gelingen einfach und somit hatten sie das überwiegend weibliche Publikum recht schnell in der Hand und bereiteten die Stimmung mehr als gekonnt auf den Hauptakt des Abends vor.

Meinen tiefsten Respekt für diese Band, handgeschriebene Songs, denen man das Herzblut, was in ihnen steckt, anhört. Mainfelt, diese Band sollte man unbedingt im Ohr behalten, ich hoffe, dass in Zukunft noch mehr von ihnen zu hören und zu sehen sein wird. Derzeit läuft eine Crowdfunding-Kampagne für ihren ersten Long Player. Einfach mal hier vorbeischauen.

Django 3000 (Fotos: Björn Engelke)

Django 3000 (Fotos: Björn Engelke)

Mit „Wuid und laut“ eröffneten dann Django 3000 ihren Abend, vom jetzt vollen Werk mit großem Applaus willkommen geheißen. Weiter ging‘s mit „Danz ums Feia“ wie auch schon auf dem 2015 erschienen Live-Album. Es wurde fleißig zum Gipsy-Disco-Sound getanzt und gehüpft. Selbst Menschen, die einen Stock im Allerwertesten haben, wurden bewegt, Widerstand zwecklos.

Die Temperaturen stiegen an diesem Abend in ungeahnte Höhen. Django 3000 wussten, wie sie ihr Publikum packen mussten. Frauenschwarm und Bassist Michael Unfried Fenzl turnte fleißig auf seinem Upright-Doublebass herum. Das Volk bekam, was es wollte, eine große „wuide“ Django-Party. Die vier Djangos gaben anderthalb Stunden Gas, ließen kein Auge trocken. Zum Abschluss gab es noch „Heidi“ und „The Shaman“ als Nachschlag und auch ich konnte zufrieden und nassgeschwitzt mit der S-Bahn nach Hause fahren.

(Björn Engelke)