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  • Release Date: Januar 13, 2017
  • Catalog No:
  • Type: Metal
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SEPULTURA – MACHINE MESSIAH

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Die Katze ist aus dem Sack. Am 13.01.2017 erscheint das 14. Studioalbum von Sepultura, via Nuclear Blast, und kein Geringerer als Jens Bogren (SOILWORK, OPETH, KATATONIA, AMON AMARTH) produzierte das gute Stück. Im schwedischen Örebro erblickte der „Machine Messiah“ das Licht der Welt und er wird definitiv ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Band der Kisser/Green-Ära sein.

Während Ex-Mitglied und Sepultura-Gründer Max Cavalera seine Zeit verschwendete, um immer wieder gegen seine ehemaligen Kollegen zu sticheln und mit Garstigkeiten um sich zu werfen, bündelte das Quartett um Mastermind Andreas Kisser und Shouter Derrick Green seine ganze Energie und konzentrierte sich auf das neue Album.

Das außergewöhnliche Artwork der philippinischen Künstlerin Camille Della Rosa macht neugierig auf die Umsetzung von „Machine Messiah“. Und schon der Titeltrack überwältigt mit seiner Komplexität. Tragende Gitarrenriffs und der ruhige Gesang von Derrick lassen aufhören und spätestens im Mittelteil des Songs, wenn Derrick seine ganze Stimmgewalt und Mr. Kisser sein geniales Riffing ausspielen, kann man erahnen, welche Überraschungen das Album bereit hält.

„I’m The Enemy“, „Silent Violence“ und „Vandals Nest“ kennen nur eine Marschrichtung: Nach vorn und direkt auf die Fresse. Feinstes Thrash-Gemetzel zum Niederknien, gemacht, um jeden Moshpit explodieren zu lassen.

„Phantom Self“ ist das erste große Highlight des Albums. Orientalische Klänge am Anfang und in der Mitte verleihen dem Song eine ganz eigene Dynamik. Andreas Kisser unterstreicht dies noch mit einem herausragenden Solo und der eindringliche Text setzt sich im Gehörgang fest. Ein absoluter Dauerbrenner.

Die nächste Überraschung lauert schon in Form von „Iceberg Dances“. Mastermind Kisser setzt sich mit diesem Instrumental selbst ein Denkmal. Getrieben von seinem einzigartigen Gitarrensound und dem herausragenden Drumming von Eloy Casagrande findet der Titel seinen Höhepunkt, unterstrichen von einer Hammond-Orgel (!) und einem Flamenco-Part. Verwegen und doch einfach nur genial.

„Sworn Oath“ ist der längste Hit des Albums. Mit seinem dumpfen Donnergrollen am Anfang und den Streichern, welche den Song fast schon Richtung symphonischen Metal treiben, ist er neben „Phantom Self“ der wohl außergewöhnlichste Track, den Sepultura je geschrieben haben. Trotz der klassischen Ausrichtung fehlt es „Sworn Oath“ nicht an Härte, welche Derrick Green mit seinen Vocals noch unterstreicht.

Als der „Ohrwurm“ schlechthin entpuppt sich nach mehrmaligen Hören „Resistant Parasite“. Eine klare Melodieführung, eindringliche Lyrics, treibender Gitarrensound und leicht exotische Anleihen geben diesem Track das besondere Etwas.

„Cyber God“ groovt ohne Ende im Midtempo und Derrick Green beweist hier seine komplette Stärke. Vom seichten Gesang zum fiesen Growling und Shouting zeigt er sich unendlich variabel und besser denn je.

Mit „Machine Messiah“ haben Sepultura ihr wohl abwechslungsreichstes Album überhaupt geschaffen und zeigen darin ein aktuelles Bild unserer technisierten Gesellschaft. “Machine Messiah” ist eine Scheibe, welche entdeckt werden will. Der Reiz dieser Platte erschließt sich erst nach mehrmaligen Hören und offenbart dann seine ganze Genialität.

Die Brasilianer um Mastermind  Andreas Kisser und Derrick Green lassen sich nicht mehr in eine Schiene pressen, sondern sind mittlerweile unberechenbar geworden. Und genau das ist es, was die Band ausmacht. Die aktuelle Besetzung spiegelt ihre Kreativität und ihren Erfolg wider. Sepultura haben nach mehr als 30 Jahren ein neues musikalisches Level erreicht und werden auch weiterhin ihren ganz eigenen Weg beschreiten.

“Machine Messiah” ist eine klare Kaufempfehlung. Und wer die Intensität der Band hautnah spüren will, der sollte sie auf ihrer Tour zusammen mit Kreator supporten. Tickets für DIE Thrash-Sause des Jahres gibt es hier schon ab EUR 41,75.

(Text: Sandra Baumgartl)