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  • Release Date: September 16, 2016
  • Catalog No:
  • Type: Folk und Rock
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Schandmaul – Leuchtfeuer

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Die Schandmäuler sind zurück!

Mit ihrem neuesten Album “Leuchtfeuer” melden sich die Gröbenzeller mit Sang und Klang zurück um ihre Fans zu begeistern, doch ob dieses Vorhaben klappt oder scheitert erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

Schandmaul beim Interview in München (Foto:  Marion Skowronski)

Schandmaul beim Interview in München (Foto: Marion Skowronski)

Bevor ich die Möglichkeit hatte “Leuchtfeuer” zu hören musste ich einige negative Kritik von Fans über die neue Scheibe lesen, welche ich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Ich höre Schandmaul seit der Platte “Narrenkönig”, welche 2002 erschienen ist und bin hoch begeistert von der liebevollen Art mit welcher die Band uns erneut ein Album gestrickt hat.

Wie es oftmals so ist gibt es gute und durchschnittliche Lieder, aber auch Kracher die sich direkt ins Gehirn fressen und deren Refrain man nicht mehr aus dem Schädel bekommt. Das erste Lied “Orleans” ist ein typischer Schandmaul Song welcher von verspielten Dudelsackklängen geprägt ist und sich textlich an der Geschichte von Johanna von Orleans orientiert. Das Lied gibt sich eher kämpferisch und wird dann stimmungstechnisch von “heute bin ich König” deutlich heiterer abgelöst. Generell empfinde ich die Abwechslung sowohl der Musik als auch der textlichen Tiefe oder humoristischen Einlagen sehr ansprechend und am Ende ist für jede Stimmungslage der passende Song dabei.

Besonders drei Lieder haben es mir jedoch besonders angetan. Da ist zum einen Leuchtfeuer welches sich besonders im Intro stellenweise musikalisch ein klein wenig von klassischen Schandmaul Sound weg bewegt, aber in seiner Gesamtheit nicht nur ein grandioser Ohrwurm ist, sondern auch textlich zu begeistern weiß.

Tjark Evers ist eine traurige Ballade über einen jungen Mann welcher 1866 aus versehen auf einer Sandbank statt seiner Heimatinsel ausgesetzt wurde. Der Text sowie die Melodie gehen in Mark und Bein. Besonders wenn man sich vergegenwärtigt, dass es sich um eine wahre Geschichte wie bei Jeanne d’Arc handelt. Und so ist es auch nicht überaschend wenn mein drittes Lied und persönliches Highlight, “Schachermüller-Hiasl”, ebenfalls den Fuß in der Realität hat und uns die Geschichte des Räuber Kneißls erzählt. Allein der Refrain lässt das eigene Fernweh und die Sehnsüchte wunderschön aufblühen und der Text gibt uns einen emotionalen Einblick in den Lebenslauf von Mathias Kneißl.

Als kleinen Geheimtipp möchte ich noch das das Lied “Zu zweit allein” empfehlen, welches in einer Kooperation mit der ehemaligen Nightwish Sängerin Tarja Turunen entstanden ist. Bei “Leuchtfeuer” kann man wirklich nichts falsch machen.

Sowohl alte Schandmaul Fans als auch der Gelegenheitshörer können hier für sich schöne und liebevoll gestaltete Lieder finden welche einen noch lange begleiten.

(Bericht & Foto: Marion Skowronski)