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Liv: Build My Own World

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Vituoses Klanggemisch und spürbare Sehnsüchte

Liv erzählt auf „Build My Own World“ von vagen Erinnerungen, der Sehnsucht nach Dingen, die uns einmal bekannt waren, doch nun fremd wirken. All das kleidet die deutsch-norwegische Singer-Songwriterin in einen abwechslungsreichen Sound im weiten Reich zwischen Folk, Indie und Jazz, gespickt mit nordischen Klängen ihrer norwegischen Heimat.

Die deutsch-norwegische Songwriterin Liv studierte zunächst ganz klassisch Geige in Karlsruhe, danach Jazz-Gesang in New York. Mit Songwriter-Lyrik, norwegischem Folk und einer Prise Indie-Rock hat sie sich nun gemäß dem Albumtitel „Build My Own World“ ihre eigene Welt gebaut – alles selbst arrangiert, dirigiert und produziert.

Ein bisschen klingt Liv dabei wie eine mainstreamige Stina Nordenstam („Nordic Coastline“): Umgeben von zurückhaltender Musik besingt sie mit zerbrechlicher Stimme all die Erinnerungen zwischen kühler Einsamkeit und schmerzhaftem Großstadtgetümmel.

Die deutsch-norwegische Singer-Songwriterin Liv (Foto: King.Ink Promotion)

Die deutsch-norwegische Singer-Songwriterin Liv (Foto: King.Ink Promotion)

Die Musik ist dabei von einer ähnlichen klanglichen Schönheit wie einstmals Yann Tiersens Soundtrack zu „Die fabelhafte Welt der Amélie“ („Harlem 141st“). In Livs Sounds mischen sich folkige akustische Gitarren, pointiert eingesetzte Klaviertöne und gefühlvolle Streicher – Klänge aus norwegischen, deutschen und amerikanischen Lebensabschnitten der Singer-Songwriterin. Zwischen Folk-Pop („My Ambition“), Indie, Jazz („Like Someone In Love“) und nordischen Klängen kann man dem Sound eine gewisse Virtuosität attestieren, die Liv auch davor bewahrt, im Folk-Boom dieser Tage ungehört unterzugehen.

„Build My Own World“ ist eine unaufgeregte, aber abwechslungsreiche Kompilation von musikalischen Momenten. Die 14 englischen und norwegischen Tracks eignen sich zum Abschalten, für einen ruhigen Abend am Lagerfeuer, zum Candle-Light-Dinner oder als entspannter Reisebegleiter. Genau das ist so angenehm an Livs Kompositionen: Sie sind alles andere als langweilig, verfügen teilweise über geradezu geniale Arrangements und spielen sich doch nie in den Vordergrund.

„Build My Own World“ ist eine Empfehlung für Fans ruhiger Klänge, Freunde nordischer Künstlerinnen wie Stina Nordenstam oder Eivør oder softer Jazz-Musik à la Norah Jones. Anspieltipp: „Paradise Of Applebees“

Liv – offizielle Homepage
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(Kathrin Tschorn)