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  • Release Date: August 14, 2015
  • Catalog No: B011MAX080
  • Label: Zukunftsmusik/Rough Trade
  • Type: Pop
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Le Very: V

Rating:

Very, very extraordinary

Lust auf eine Platte, auf der wirklich jeder Track anders klingt? Dann sei doch das Debütalbum „V“ von Le Very wärmstens empfohlen. Der Pling-Pling-Indie-Pop der fünfköpfigen Band wird Song für Song mit anderen Genres aufgemischt; natürlich ohne den Synthie-Klang zu verlieren, aber eben auch ohne langweilig zu werden.

Vorweg, natürlich tönt nicht jeder der elf Tracks auf Le Verys Debütalbum total anders. Das verbietet ja schon die Physik, schließlich sind all diese kleinen Pop-Perlen aus der gleichen Muschel. Diese erblickte vor gut anderthalb Jahren das Licht der Welt in einem Studio in Berlin-Neukölln. Dort arbeiteten die drei Musiker Nikolas Tillmann (Gesang, Gitarre), Naemi Simon (Gesang, Keyboard), Milian Vogel (Schlagzeug, Saxophon) und die zwei Tänzerinnen Ada Sternberg und Nuria Ranjana gemeinsam an ersten Songideen. Bereits Ende 2014 kam die EP „Playground“ und nun folgt der herzlich-wilde Willkommensgruß „V“.

Pop aus Berlin: Le Very überzeugen mit ihrem Debüt "V" (Foto: verstärker.com)

Pop aus Berlin: Le Very überzeugen mit ihrem Debüt “V” (Foto: verstärker.com)

Der Artikel „Le“ im Bandnamen sowie das dezent gehaltene Cover und die weiße CD lassen ja schon auf außergewöhnliche Exklusivität schließen – wie ein ganz geheimer In-Club, zu dem einem gerade der Eintritt gewährt wurde. Auf ihrem Debüt toben sich Le Very dann auch auf dem eklektisch-exklusiven Spannungsfeld aus, das zu bespielen sie problemlos in der Lage sind: Synthie-Pop trifft auf Elektronik trifft auf Black Music trifft auf Jazz usw. trifft auf melodisch-abwechslungsreichen Gesang zwischen Mann und Frau.

Hört sich verquerer an, als es tatsächlich ist, denn das Album bringt Ordnung ins vermeintliche Genre-Chaos. Von der hittauglichen Pophymne und ersten Single „Numbers“ schwofen die fünf Berliner gemütlich ins Deep House „Casa Nostra“ und weiter ins rockige „Let It Out“ mit seinen brummigen Gitarrenriffs, da trifft der raue Indie-Track „Maybe“ auf das R’n’B-inspirierte, chillige „Palazzo Dell‘Amore“. Als Mutterton bleibt aber stets der Le Very so eigene Pling-Pling-Pop erhalten.

Apropos exklusiver Club: In ebensolchen wird man Le Very in nächster Zeit sicherlich öfter hören. Was anspruchsvolle Popmusik angeht, gehört die Truppe aus Berlin derzeit sicherlich zu den spannendsten Newcomern.

Le Very erklären sich dann auch ganz gut selbst im Song „Elastic“:

„I’m shifting / And I’m moving / I be shaking / But I stay elastic.“

Besser kann man Le Verys gelungenes Debüt „V“ nicht beschreiben.

Le Very – Facebook

(Kathrin Tschorn)