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  • Release Date: April 07, 2017
  • Catalog No:
  • Type: Metal
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COMANIAC – Instruction for Destruction

Metal der härteren Gangart war bis dato – von den Ikonen Samael und Celtic Frost – nicht unbedingt der größte Exportschlager der Schweiz. Umso mehr horcht man auf wenn aus dem Alpenländle neue Bands aufs Tapez treten, die die Kategorie Thrash und aufwärts beackern.

Eine dieser Bands hört auf den Namen Comaniac – ein mäßig origineller Word Blend aus „Company of Maniacs“. Die Newcomer haben sich 2012 zusammengetan und nach ein paar Demos 2015 in Eigenregie die viel beachtete Debütrille „Return to the Wasteland“ an den Start geschoben.

Mit der jüngst veröffentlichen zweiten Scheibe „ Instruction for Destruction“ nehmen die Aarauer Thrasher ein wenig den Fuß vom Gas und satteln in Sachen Virtuosität noch einen drauf. Gerade das Gitarren-Riffing erinnern phasenweise an die neueren Metal Church, gepaart mit ein wenig Metallica aus den Anfangszeiten und einem Schuss Dave Mustaine. Alles nicht ganz so intensiv wie bei andern Old-School-Thrash-Ausprägungen a la Bay Area, dafür aber deutlich abwechslungsreicher. Und etwas ruhigere Ausflüge in den Power Metal a la „Guarding Ruins“ und „How to End it All“ dürften die Scheibe auch für Metalheads attraktiv machen, die im Thrash eher nur mal vorbeischauen, als wirklich dort zuhause zu sein. Dazwischen finden sich gnadenlose Nackenbrecher wie „Self Control“, das herrlich thrashige „Suborned“ und das Gitarren-Epos „Coal“.

Getrübt wird der rein musikalische Genuss allerdings durch die uninspirierte Mischung aus Shouting und gescheitertem Klargesang, was nicht nur viel zu dünn klingt, sondern obendrein auch partout nicht zur Musik passen will. Vokalist und Axeman Jonas Schmid sollte darüber nachdenken, sich auf seine geniale Gitarrenarbeit zu konzentrieren und die Vocals jemand anderem zu überlassen.

Wen das nicht stört, der ist mit Comaniacs Anleitung zur Zerstörung hervorragend bedient. Denn sie bietet eine große Vielfalt an Stilen und Einflüssen und ist mit viel Sorgfalt und Gefühl für Details „erstellt“ worden. Wer indes mit schnodderigem, punkigem Shouten eher Probleme hat, sollte in die Scheibe zunächst reinhören.

Ab dem 10. Juni 2017 wird Comaniac im Vorprogramm der Thrash Metal Götter Metal Church live zu sehen sein.

(Text: Thomas Mendle)