From the Blog

Dark Funeral  (1 von 1)-13

DARK FUNERAL: Licht und Schatten im Münchner Backstage

Dark Funeral   – Shadows over Europe Tour 2016
Mittwoch, 26.10.2016 München, Backstage Halle
Support: Krisiun

Nach der zünftigen Alpenrock-Party im Circus Krone am Vortag, ging es am Mittwoch 26.10.2016 in der Münchner Backstage Halle um einiges härter zur Sache. Dark Funeral und Krisiun bescherten den Fans einen finsteren, doch auch durchwachsenen Death/Black Metal Abend.

Krisiun (1 von 1)-8Am Bühnenrand in der Halle wurde es gegen 20:00 Uhr schon richtig eng, wurde doch der Auftritt von Krisiun mit Spannung erwartet. Doch die Brasilianer zeigten anfangs recht wenig vom südamerikanischen Temperament und ließen ihre Fans ungeduldig warten. Mit ca. 30 Minuten Verspätung enterten die Kolesne Brüder die Bühne und zeigten direkt, wo der Hase langlief. Geschuldet war der verspätete Auftritt dem Wegfall von Deserted Fear und Krisiuns Set wurde entsprechend verlängert, sehr zur Freude der anwesenden Fans. Bassist und Frontgrunzer Alex Camargo röhrte sich die Seele aus dem Leib und lockte Töne aus seinem Bass, dass man nur mit den Ohren schlackern konnte. Moyses ein Gott an der Gitarre, dudelte in atemberaubender Geschwindigkeit sein Griffbrett rauf und runter und schleuderte einmalige Riffs in die Menge. Max Kolesne mutierte zum Tier hinter den Kesseln und feuerte knackige Blast Beats im Akkord aus dem Ärmel. Mag der Sound auf Dauer vielleicht für einige Anwesende auch stumpf und eintönig geklungen haben, ihren treuen Fans war dies total egal und Krisiun brachten die Halle ordentlich in Schwung, fliegende Haare wohin man sah. Alex bedankte sich immer wieder bei den Headbangern und stellte klar, dass es jedes Mal eine Ehre und Freude sei in München zu spielen. Ein kurzer Gruß an „Lemmy“ und die Meute rastete zum „Ace of Spaces“-Cover komplett aus. In Sachen Geschwindigkeit spielt das Trio in einer komplett eigenen Liga und ihre live-Auftritte sind immer ein einmaliges Ereignis. Dies war auch an diesem Abend nicht anders und die sympathischen Typen wurden mit viel Applaus verabschiedet.

Jetzt war noch einmal kurz Verschnaufen angesagt, bevor Dark Funeral gegen 22:00 Uhr unter lautem Jubel auf der Bühne erschienen. Optisch zwischen KultDark Funeral  (1 von 1)-6 und Kitsch angesiedelt, bestechen Dark Funeral mit schnellem Black Metal und finsterem Midtempo. Doch ihr Black Metal wirkte an diesem Abend alles andere als finster. Heljarmadr, der Nachfolger des langjährigen Sängers Emperor Magus Caligula, schaute und growlte zwar wütend in die Menge, doch sein Auftritt wirkte eher aufgesetzt als überzeugend. Wer Dark Funeral schon live erleben durfte, wusste um die überzeugende Macht von Emperor Magus Caligula. Auch wenn Heljarmadr energisch zu Werke ging, seinem Vorgänger konnte er, zumindest an diesem Abend, nicht das Wasser reichen. Und als wäre dies noch nicht genug, hatten Dark Funeral (wieder einmal) mit ihren Sound zu kämpfen. Dröhnte dieser noch bei Krisiun brachial aus den Boxen bot sich dem geneigten Zuhörer beim Headliner ein matschiger Soundbrei. Einzig die Setlist konnte an diesem Abend überzeugen und Dark Funeral präsentierten den Fans Songs vom neuen Album, doch es waren ihre großen Hits welche Bewegung in die Menge brachten. Und so verließen die eingefleischten Fans der Band mit gemischten Gefühlen, teilweise schon vorzeitig, die Halle. Ein überzeugender Auftritt sieht anders aus.

Dark Funeral ließen mit ihrer „Shadows over Europe Tour 2016“ Großes erwarten, doch an diesem Abend konnten die Schweden leider nicht überzeugen. Dafür bewießen die Brasilianer Krisiun wieder einmal mehr, dass ihr pfeilschneller old school Death Metal die Fans immer noch in Ekstase versetzen kann. Danke Krisiun für diesen fetten Aufritt, ihr habt unseren Abend gerettet.

(Text+Fotos: Sandra Baumgartl)