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Cock Sparrer – Back to the Clubs 2018

Bodenständig und gerade heraus gehen Cock Sparrer seit 1974 ihren eigenen Weg. Im Jahr 2017 präsentierten die Briten nach über zehn Jahren ihr lang erwartetes neues Studioalbum. Mit “Forever” schließen die Jungs die Lücke zur Vergangenheit perfekt und liefern sound- und songtechnisch ein absolutes Brett ab. Seit Anfang 2018 sind sie wieder auf ausgedehnter Tour durch die Clubs Europas. Nach einer kurzen Sommerpause war es dann Zeit für die Herbstauflage dieser Tour. Mit “Back to the Clubs Autumn 2018” spielten sie unter anderem in Hamburg und in Cottbus auf. Zum Tourabschluss in Deutschland war am 24.11 das Backstage in München auserkoren.

Auch hier bekam eine lokale Band wieder die Chance, den Abend stimmungstechnisch vorzubereiten, wobei dieser Headliner eigentlich keine Aufwärmrunde braucht. Vier Münchner von The Heisenberghs durften demnach also das Werk beschallen. Irgendwie passten die Jungs zwar schon zum Hauptthema des Abends und eine gewisse Workingclass Attitüde war auch vorhanden. Aber irgendwie erinnerte mich die ganze Darbietung an meinen alten Sozialkundelehrer, der sich den Frust von der Seele grölt und dazu einen Kasten Bier trinkt. Ich wusste auch nicht, was mich mehr erschreckte, der Sound mit den doch recht platten Texten oder dass es tatsächlich Menschen im Publikum gab, die auch noch mitsingen konnten. Auch wenn der Refrain des letzten Songs lautete “Das wichtigste im Leben sind meine Freunde und `ne Kiste Bier” unterstrichen The Heisenberghs mit dem eigens kreierten Genre “Zäpf Metal”, dass es doch eher ums Spaß haben und Saufen ging, als darum ernst genommen zu werden. Von daher hatten anscheinend alle ihren Spaß, die Fans vor und die Band auf der Bühne.

Nach einer kurzen Umbaupause war es endlich soweit für Cock Sparrer. Das Werk hatte sich in der halben Stunde komplett gefüllt. Die letzten Tickets an der Abendkasse werden wohl auch noch weggegangen sein, nachdem das Konzert im Vorfeld fast ausverkauft gewesen ist. Mit den Klassikern “Riot Squad” und “Watch Your Back” startete Cock Sparrer in ihren Teil des Abends. Zur Begrüßung flogen zugleich ein paar volle Bierbecher und der Pit war eröffnet. Was soll man noch sagen? Cock Sparrer gaben wie zu erwarten viele alte und bekannte Klassiker zum Besten. Von “Working” über “Teenage Heart/Droogs don’t run” oder auch “Take them all” kamen eigentlich alle Gassenhauer auf den Tisch. Die Menge dankte es mit tosendem Applaus und einem amtlichen Pogo-Pit.

Für meinen Geschmack kamen jedoch zu wenig Songs der aktuellen Scheibe “Forever” auf die Setlist. Mit “One by One” und “Nothing like you” waren gerade mal zwei Tracks mit von der Partie. Dabei ist dieses Album durchaus dazu geeignet, live zu punkten. Ein bis drei mehr der brandneuen Songs hätten es schon sein dürfen. Der Abend war aber so oder so eine große Party für einen bunt gemischten Haufen, vom Skinhead bis zum Punk aller Altersklassen. Damit zeigten Cock Sparrer, dass sie nicht nur älteres Semester ansprechen können. Zum Abschluss durften natürlich “England belongs to me” und “We’re coming back” nicht fehlen. Und Cock Sparrer werden mit Sicherheit wiederkommen, denn wer seit 1972 auf der Bühne steht, der lässt sich bestimmt nicht aufhalten.

(Text+Bilder: Björn Engelke)

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