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Beatsteaks – Yours Tour 2018

Datum: Dienstag 10.4.2018
Location: München, Zenith die Kulturhalle
Support: Turbostaat

Es gibt kaum eine andere deutsche Band, die so sympathisch die Alternative Liga anführt wie die Beatsteaks. 1995 gegründet, mit Hardcore und Punkattitüden in den Rock’n’Roll Zirkus eingetreten, haben sie sich durch über zwanzig Jahre zu DER Alternative Band im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus entwickelt. Personelle Umbesetzungen oder künstlerische Schaffenspausen konnten die Beatbulletten ebenfalls nicht unterkriegen. 2017 veröffentlichen die fünf Berliner ihr achtes Studioalbum. Gleich darauf geht es auf eine kleine Clubtour. Im Hier und Jetzt findet die 2018er Tour durch die großen Hallen der Republik statt. Am 10.4.2018 waren sie in München zu Gast und spielten im Zenith.

Im Vorprogramm dabei waren die Freunde von Turbostaat, die eine kurze und schmerzlose halbe Stunde die Fans einheizen sollten. Nicht ganz so überraschend, haben die Beatsteaks doch schon ein paar Kollaborationen mit den fünf Nordlichtern gehabt. Die Stimmung sollte aber nicht so recht aufkommen, war der Sound selbst vorne an der Bühne undefinierbar. Die Stimme von Sänger Jan kam nicht weit und geht in dem leider für das Zenith typischen Brei unter. Einige Hardcore Fans ließen sich dadurch aber nicht aufhalten und hielten wenigstens in der Mitte die Fahne hoch und wärmen sich für die Bulletten auf.

Um neun heißt es dann: Vorhang auf und Bühne frei für die Beatsteaks! Eröffnet wird mit einem dreiminütigen DJ Set, bevor dann mit „Yours“, Titeltrack zu aktuellem Album und Tour, den eigentlichen Reigen startet. Sobald die Berliner auf der Bühne stehen hebt sich die Stimmung schlagartig, Bewegung kommt in die Bude. Zuerst wird im Gesamtpaket nach vorne gerückt. Dann wird kräftig getanzt, gesprungen und gesungen. Spätestens beim zweiten Song war dann jeder mit dabei, „Hello Joe“ sollte, nein, muss man kennen. Gute Studioalben hin oder her, die Beatsteaks gehören einfach auf die Bühne und sind eine DER Livebands. Ich kenne keine andere Alternative Band die eine solche mächtig positive Bühnenpräsenz hat. Da Turbostaat mit im Haus war, lag es nahe den Titel „Frieda und die Bomben“ zusammen zu performen, live und in Farbe einfach immer wieder ein Megabrecher.

An der Bühnenabsperrung hatte man Podeste angebracht, damit Sänger Armin ohne Probleme auf Tuchfühlung mit dem Publikum gehen konnte. Was er auch ausgiebig tat, Damen bekamen Handküsschen, Kerle ‘nen Handschlag. Zum Song „Monster“ wurde das Publikum wieder gefordert. Für altgediente Fans natürlich kein Problem auf Armins „So kick, so kick it“ mit „oh oh you get it“ zu antworten, aber eindrucksvoll zu sehen und zu hören wie gut die Beatsteaks live funktionieren und ihre Wirkung nicht verfehlen. Ein kleines Mädchen aus der ersten Reihe bekam sogar einen großen Auftritt, durfte mit Sänger Armin auf der Bühne tanzen. Die Setlist war eine bunte Mischung aus alten bekannten aber musst-have Songs und Stücken von der aktuellen Scheibe. Die neuen Songs mussten sich bezüglich der Livetauglichkeit in keinster Weise vor den altbewährten Klassikern verstecken. Mit Zugabe gab es ganze 28 Songs für die Augen und auf die Ohren den Abschluss bildete das Beastie Boys Cover von Sabotage und dann war ein gelungener Abend unter Bulletten leider zu Ende. Ein Beatsteaks Konzert enttäuscht mich niemals. Maximal wahrscheinlich ist es, dass es wieder einmal anders ist als man erwartet.

 

Setlist:

DJ Set/Intro
Yours
Hello Joe
Frieda und die Bomben (with Jan Windmeier/Turbostaat)
Summertime
Automatic
Monster
Summer
To Be Strong
Jane Became Insane
Policoro
Cut Off the Top
Soothe Me
Schlecht
Badfish
Hand in Hand
As I Please
Hey Du
40 Degrees
I Want to Break Free
You in Your Memories
I Do
Let Me In
Gentleman of the Year

— Zugabe 1 —
Fever
L auf der Stirn
So’ne Musik
I Don’t Care as Long as You Sing

— Zugabe 2 —
Sabotage

(Text+Bilder: Björn Engelke)

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