Mick Baltes

Erwachsene sind Kinder mit Schulden.

Aus dem Film „Peter’s Friends“ von Kenneth Branagh

Als ich jung war, hielt ich alle über 30 für Wesen von einem anderen Stern. Heute stelle ich fest, dass sich in meinem Leben gar nicht soviel verändert hat. Ich fühle mich noch fast genauso hibbelig wie vor 25 Jahren.

Über mich
Meine Kindheit und Jugend verlebte ich am linken Niederrhein. Wir Niederrheiner neigen zuweilen dazu, weit auszuholen. Also versuche ich mich etwas zu bremsen und hier nicht gleich einen autobiographischen Roman zu schreiben.

Mit 16 spielte ich Bass in einer Rockband. Mit 17 legte ich Platten in unserer Dorfdisco auf. Mit 19 machte ich ein Interview mit Herman van Veen. War die Karriere als Musikredakteur da schon vorgezeichnet?
Wenn ja, dann habe ich ein paar lange Umwege genommen, denn zunächst mal trieb ich alles Mögliche. Ich arbeitete in der Industrie, fuhr Krankenwagen, lebte und arbeitete in der Suchtkrankentherapie, kurierte dabei mein Helfersyndrom aus und studierte schließlich Politikwissenschaft und Kunst.

In der Kunst entdeckte ich meine große Liebe zum Kino, realisierte ein paar eigene Kurzfilme, machte diverse Assistenzen an der Filmakademie in Ludwigsburg, versuchte mich als Lichtdesigner und Bühnenbildner bei einer freien Theatertruppe, jobbte am Flughafen im Lost & Found, machte eine Weiterbildung in Sachen Multimedia und landete schließlich in der Werbung. Nach fünf Jahren Agenturleben brauchte ich ne Auszeit, nahm ein Sabbatical und widmete mich der Mutter aller Reisen. Zurück in Deutschland war ein 9 to 5 Job nur noch schwer vorstellbar, also wurde ich Freelancer. Das hat den Vorteil, dass man auch im Bademantel arbeiten kann.

Und sonst noch…

  • Beim ersten Konzert drehte ich dem Publikum meist den Rücken zu oder versteckte mich hinter meinen Haaren (damals hatte ich noch welche) Ich war halt sehr schüchtern.
  • 1990 karrte ich 20 Leute in die Toskana, um einen Film zu drehen. Der Film war vielleicht nicht gut, aber es war ein Jahr ohne die geringste Langeweile.
  • Mit Fremden unterhalte ich mich am liebsten über Filme. Das geht immer, außer vielleicht mit Blinden. Wahrscheinlich fühle ich mich deshalb in deren Gesellschaft etwas befangen.
  • Das Jahr meiner Weltreise, war mein mit Abstand spannendstes Jahr.
  • Die Rolling Stones haben mein Leben verändert.
  • Ein Brandenburgisches Konzert ersetzt fünf Stunden Schlaf.
  • Als Kind und Nichtschwimmer bin ich auf der Luftmatratze in der Nordsee abgetrieben.
  • Als ich mich mal an Spezialeffekten versuchte, stelle ich fest, wie befriedigend es sein kann, Löcher in Wände zu sprengen.
  • Ich mache historische Comics mit Actionfiguren – frei nach Tacitus.
  • Ich tauche gern, aber nur in warmen Gewässern, meine spektakulärste Begegnung beim Blubbern war ein 4,5 m Bullenhai. Dass es ein Bullenhai war, hab ich erst von meinem Tauchbuddy erfahren, sonst hätte ich mir lauwarm ins Neopren gemacht.
  • Zu laute Menschen kann ich nicht ausstehen.
  • Ich liebe das Licht am frühen Morgen.
  • Als ich mich mal googelte, stellte ich fest, dass es mich zweimal gibt, der Andere ist Klempner in Wisconsin.
  • Ich sitze gerne in Strandbars und trinke Mojitos.
  • Wenn ich noch mal von vorne anfangen könnte, würde ich gerne was mit Tieren machen… Metzger oder so (just kidding).
  • Ich liebe alle Menschen, die bei der Zahl 42 an Douglas Adams denken müssen.
  • Ich stolpere, also bin ich.

Warum bin ich Musikredakteur geworden?
Einmal weil es auf der Liste der 42 Dinge stand, die ich in meinem Leben noch gerne machen würde und dann natürlich wegen der Groupies und der Drogen. Aber eigentlich schreibe ich ja viel häufiger über Kino und TV, also wird das wahrscheinlich doch nix mit Sex n Drugs n Rock n Roll.

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