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ZZ Top live in München: Drei alte Männer sind doch kein D-Zug!

Leider können wir euch diesmal nicht wie gewohnt mit Fotos zum ZZ Top Konzert versorgen. Aus unerfindlichen Gründen war das Fotografieren vom Management nicht erwünscht und so müsst ihr euch leider mit diesen Zeilen in den Abend hineinversetzen.

Den Anfang im ausverkauftem Zelt auf dem Tollwood machte die als Geheimtipp gehandelte, 2004 gegründete Ben Miller Band, welche mit Waschwannenbass, Violine, Gitarre und einer Mischung aus Country, Blues und Rock einen unglaublich dynamischen und interessanten Sound abliefern. Das kurioseste Highlight war hier eindeutig das Cover von Black Betty, welches mit Mundharmonika in eine Art Telefonhörer-Mikrofon vorgetragen wurde. Sicher für den ein oder anderen Musikenthusiasten gewöhnungsbedürftig, aber ich war begeistert! Geschmäcker sind eben verschieden.

Nach circa 30 Minuten Umbauzeit betraten ZZ Top die Bühne. Dusty Hill, Frank Beard und Billy Gibbons hauen in Schlagzeug und Saiten. Doch so richtig möchte der Funken anfänglich nicht überspringen. Erst beim vierten Lied, “Gimme all your lovin”, merkt man wie Zuschauer und Band zueinander finden. Erwartungen werden erfüllt und der Saal kommt so langsam in Stimmung. Die Zuschauer waren bunt durchmischt. Vom hippielastigen Ökofan, älteren Amigos-Hörer bis hin zum klassischen Biker-Rocker waren hier alles vertreten. Vielleicht liegt auch hier der Grund, weshalb eine richtige Band/Publikum Explosion leider ausblieb. Auch die trashigen Anhängbärte, die es als Merchandise zum kaufen gab, konnten daran nicht viel ändern. Als dann doch noch “La Grange” als Zugabe gespielt wurde, konnten alle Fans glücklich und zufrieden swingend nach Hause gehen. 

Auf keinen Fall ein schlechtes Konzert, aber bei ZZ Top spielt doch auch viel der Kultfaktor mit rein. Man sollte sie mal gesehen haben, aber ob die Herren bereits den Zenit ihres Schaffens überschritten haben, muss wohl auch hier jeder für sich selber entscheiden. Organisatorisch gab es nichts zu beanstanden, aber etwas anderes erwartet man beim Festival- und Kulturgiganten Münchens auch nicht.

Weitere Tollwood-Veranstaltungen gibt’s unter www.tollwood.de.

(Bericht: Marion Skowronski, Presse-Foto: Ross Halfin / Tollwood Presseportal)

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