From the Blog

Zucchero-1-von-1-12-1000x640

ZUCCHERO: Kleider machen Typen

Zucchero – Black Cat World Tour 2016
Samstag, 29.10.2016 – München, Olympiahalle
Support: Keiner

Der italienische Superstar Adelmo Fornaciari, besser bekannt unter dem Namen Zucchero, brachte nach sechs Jahren endlich wieder im April diesen Jahres ein neues Album auf den Markt. Und mit „Black Cat“ im Gepäck machte der Ausnahmekünstler auf seiner Tour auch am Samstag, den 29.10.2016 Halt in der Münchner Olympiahalle.

Die erste Überraschung war die komplette Bestuhlung der Halle, hatte man doch eher die Fans dicht gedrängt vor der Bühne erwartet. Die Arena war mit 8.400 Besuchen fast ausverkauft und mit Spannung wurde dem Auftritt, des Italieners mit der markanten Stimme, entgegengefiebert.

Zucchero (1 von 1)-17Zucchero ist nicht nur ein begnadeter Musiker, sondern auch ein ganz spezieller Typ. Er betrat die Bühne, wie immer in einem leicht abgerissenen Outfit , zerfetzte Jeans, Mantel in Schlangenleder Optik, rosa Sneaker, zerzauste Haare und Bart und der obligatorische Hut auf dem Kopf. Trotz seines Erfolges ist Zucchero seinem Stil immer treu geblieben. Kleider machen nicht nur Leute, sondern einfach auch Typen. Die Fans fraßen ihm vom ersten Ton an komplett aus der Hand. Und schaute man in das weite Rund der Olympiahalle, konnte man erkennen, dass Zucchero immer noch Generationen begeistert. Fans welche mit ihm alt wurden und auch jüngere Anhänger lauschten an diesem Abend dieser einmaligen Stimme.

Während er sang, hatte er die Augen meist geschlossen und offenbarte dem Zuhörer komplett sein musikalisches Herz und seine Seele. Seine Stimme traf bis ins Mark, mal sanft und melancholisch, dann wieder rockig und rotzig und doch war es immer wieder der Blues, welcher einen komplett mitriss. Zucchero wurde von 13 großartigen Musikern unterstützt, wobei jeder für sich schon ein eigener kleiner Superstar gewesen wäre.

Die Show war in drei Kapitel eingeteilt. Der erste Teil wurde komplett dem aktuellen Album „Black Cat“ gewidmet. Dieses spiegelte sich auch in der Bühnendekoration wieder. Der übergroße Schriftzug prangte auf der rechten Seite der Bühne, der Mittelteil bestand aus einem riesigen Herz, welches auch als Videoleinwand diente. Im zweiten Teil erklangen Rhythmen aus dem Kuba-Album und der Beifall Zucchero (1 von 1)nahm kein Ende mehr, als auf der Leinwand Luciano Pavarotti erschien und gemeinsam sangen Zucchero und Pavarotti aus dem Jenseits, das Duett „Misere“, der wohl ergreifendste Moment des Abends. Und dann im dritten und letzten Teil kamen sie – die ganz großen Hits, welche Zucchero zu dem Superstar machten, welcher er heute ist. Mit seinem Mega-Hit „Senza una donna“ auf den die Fans den ganzen Abend hin fieberten um diesen umso leidenschaftlicher mitzusingen, ging ein Konzert zu Ende, welches noch lange in Erinnerung bleiben wird. Gänsehautmomente waren garantiert. Ein einmaliger Abend mit einem außergewöhnlichen Künstler.

Zucchero der Sänger, Multiinstrumentalist und Songwriter ist sich und seinem Stil immer treu geblieben. Ein Weltstar ohne Allüren, speziell und deshalb so authentisch. Ein sympathisches Raubein mit begnadeter Stimme und dem Blues im Blut. Und so wird er uns hoffentlich noch viele Jahre begeistern, getreu seinem Motto “In Blues we trust – full flavour blended” !

Mehr Bilder von der Show sind hier zu finden!

(Text+Fotos: Sandra Baumgartl)

©Sound Infection 2015