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Sentenced - No One There

Weekly Video: Sentenced – No One There

Jahrzehnte lang waren Sentenced die unvergleichliche Personizifierung von Depression und Hoffnungslosigkeit, bis sie 2005 beschlossen in ihr Grab zu steigen und ihr musikalisches Schaffen ohne Aussicht auf ein Comeback aufzugeben. Obwohl sie als Death Metal Act begonnen hatten, ist besonders ihr prägender Gothic-Stil der Szene in Erinnerung geblieben, denn keiner konnte so schön, teils sarkastisch, teils klischeefrei melancholisch über Tod und Verderben singen. Mit dem Video zu der Ballade “No One There” gelang es ihnen noch einmal, sich ein trauriges Denkmal von Regisseur Pete Veijalainen setzen zu lassen – der Clip erzählt in kleinen Episoden die Geschichte eines alten Ehepaars. Die apathische Frau ist nicht mehr in der Lage, für sich selbst zu sorgen, sodass ihr Mann sich aufopfernd um sie kümmert, sie füttert, wäscht und schminkt, während es ihr nicht gelingt, darauf zu reagieren. Dieses traurige Szenario entwickelt jedoch ein unerwartetes, bewegendes Ende, das man so schnell nicht vergisst.

Sentenced-Frontmann Ville Laihiala hält nach einem erfolgreichen Alkoholentzug seine neue Band Poisonblack am Leben, schaffte es jedoch nicht, komplett an den Erfolg von Sentenced anzuknüpfen. Schlagzeuger Vesa Ranta ist Fotograf (oftmals auch für Promobilder anderer Bands), besitzt den Nuclear Nightclub im nordfinnischen Oulu und trommelt bei der Supergroup The Man-Eating Tree, während Hauptsongwriter Sami Lopakka kürzlich ein Buch veröffentlichte. Der Gitarrist Miika Tenkula verstarb hingegen leider 2009 an einem Herzfehler und liegt seitdem auf einem kleinen Friedhof in Muhos, Finnland begraben.

(Anne Catherine Swallow)

©Sound Infection 2015