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Tracer-21

TRACER in München: Staubtrockener Stoner Rock aus Down Under

Water For Thirsty Dogs Tour 2016 – live in München
Montag, 07.03.2016, Backstage Club
Support: The Weyers

Im Herbst 2015 rockten TRACER noch die Hallen als Support von den fidelnden Finnen von Apocalyptica und machten sich viele neue Fans. Am Montag, den 07.03.2016 konnten sie aber endlich als Headliner zeigen, welche Qualitäten wirklich in ihnen schlummern.

The Weyers eröffneten den Abend

The Weyers eröffneten den Abend

Der Backstage Club war nicht ganz bis zur Hälfte gefüllt und ein völlig entspannter Jett Heysen Hicks, Bassist von TRACER, werkelte hinter dem Merchandise Stand, vertickte Shirts und alberte mit den Fans herum, als pünktlich THE WEYERS den Abend musikalisch einläuteten. Das Brüder-Duo aus der Schweiz rockte den Laden und zeigte den Fans, dass dies auch nur mit einer Gitarre und einem Schlagzeug funktioniert. Gitarrist Adrian und Drummer Luke könnten gegensätzlicher nicht sein, doch hier bewahrheitet sich die alte Weißheit wieder einmal, dass Gegensätze sich anziehen. Ihr Sound wusste zu begeistern und eine kleine Fanbase sang ihre Songs lauthals vor der Bühne mit. Ihre abwechslungsreiche Setlist bescherte uns Lieder zwischen ruhiger Melancholie und rockiger Coolness. Diese unterstrich Luke noch anschaulich, als er sich mit der Lässigkeit eines jungen James Dean eine Kippe zwischen die Lippen schob, um dann nur noch berherzter auf seine Drums einzudreschen. Wer die beiden Schweizer noch nicht kennt, sollte ihnen auf jeden Fall ein Ohr schenken.

"Rücken!" - Tracer mögen's verbogen

“Rücken!” – Tracer mögen’s verbogen

Letztes Jahr erzählte uns Michael von Tracer im Interview, dass Touren verdammt harte Arbeit sei und kaum etwas mit Sex, Drugs and Rock’n'Roll zu tun hätte. Und auch an diesem Abend überließen die Australier nichts dem Zufall. Kurzer Umbau der Bühne, kleiner Soundcheck, den jeder der Drei selbst durchführte und schon fingen die Jungs an, zu rocken. Druckvoller Sound, staubtrockener Stoner Rock und drei Sympathiebolzen sind das Erfolgsrezept aus Down Under. Jett, das gelenkige Monster am Bass, stahl immer wieder Frontröhre Michael die Schau. Seine Verbiegungen in alle Richtungen ließen einem die Kinnlade herunterklappen, erwartete man doch bei manchen Posen, dass der gute Mann nicht wieder in seine Ausgangslage zurückfindet und verzweifelt „Rücken!!“ schreit. Auf der Setlist waren Songs von ihrem aktuellen Album „Water For Thirsty Dogs“ zu finden aber auch älteres Material von „Spaces in Between“ und „El Pistolero“ wurde den Fans in die Lauscher gedrückt. Mit „Heeeeeeeeey!“-Rufen animierte Michael seine Anhänger zum Mitgröhlen und brachte Stimmung in den Club. Die Kommunikation zwischen Fans und Band funktionierte eins a. Das Eis wurde endgültig gebrochen, als Michael noch eine kleine Geschichte vom Besuch am Vortag im Hofbräuhaus vom Stapel ließ. Und es ist genau diese intime Atmosphäre, welche jedes Club Konzert zu einem ganz besonderen Erlebnis werden lässt.

Die jungen Australier sind auf dem besten Weg in Richtung (Stoner)Rock-Olymp. Wenn das Trio auf diesem Niveau weiter arbeitet, war dies mit Sicherheit eins ihrer letzten Club-Komzerte. Denn die Jungs sind bereit für die großen Bühnen der Welt!

(Sandra Baumgartl)

©Sound Infection 2015