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Status Quo: Lauter Abschied von den Rock Dinos

Status Quo – The Last Night of the Electrics Tour 2016 live in München
Mittwoch, 30.11.2016 München, Olympiahalle
Support: DRDW, Uriah Heep

Es ist soweit, Status Quo hängen ihre elektrischen Gitarren an den Nagel und mit ihrer „The Last Night of the Electrics Tour“ gaben die Briten am Mittwoch, den 30.11.2016 ein letztes Gastspiel in der Münchner Olympiahalle.

DRDW (1 von 1)-3DRDW eröffneten den rockigen Abend. “DR wer?”, fragte sich wohl so manch älterer Fan in der Halle. Das Duo dürfte eher den jüngeren Rockern bekannt sein, begeisterten die beiden Wahl-Münchner mit ihrer wilden Mischung aus Rock, Punk und Crossover schon 85.000 Metalheads auf dem Wacken Open Air. Das sich Rock und Tradition nicht ausschließen haben mittlerweile schon viele Bands bewiesen. Doch Da Rocka mit Gitarre und cooler Sonnenbrille und Da Waitler mit strammen Wadeln in kurzen Lederhosn und mit Quetschn, verbreiteten ein einzigartiges Flair von Rock’n’ Roll gepaart mit urbayrischer Lebensfreude. Das Duo hatte „sauber aufgspuit“ und das Publikum für den Rest des Abends ordentlich aufgewärmt. (Mehr Fotos von DRDW gibt es direkt hier)

Der Jubel in der Halle war groß, als die Rock Legenden von Uriah Heep die Bühne enterten. Die britischen Hardrock Veteranen zählen neben Black Sabbath, Deep Purple oder Led Zeppelin zu den erfolgreichsten Vertretern ihres Genres. Und dies stellten Uriah Heep auch an diesem Abend eindrucksvoll unter Beweis. Mit Uriah Heep (1 von 1)-7ihren kernigen, rockigen Melodien, welche sich direkt im Gehörgang festsetzten, den fetten Basslinien und dem grandiosen mehrstimmigen Gesang gaben sie ihren Fans, wonach diese lechzten. Auch wenn Gitarrist Mick Box als einziges verbliebenes Gründungsmitglied noch über die Bühne fegte, so hatte doch die Band nichts von ihrer Frische und Energie verloren. Im Gegenteil, die Rock-Ikonen begeisterten mit einer tollen Show und spätestens bei „Lady in Black“ schwelgte jeder Fan in Jugenderinnerungen. Gab es doch wohl kaum jemand in der Hütte, welcher nicht in jungen Jahren mit der Gitarre in der Hand und diesem Song auf den Lippen die Lagerfeuerromantik genoss. Das anschließende „Easy Livin“ brachte  das damalige Lebensgefühl in die Halle und der Weg für den Headliner war geebnet. (Mehr Uriah Heep Fotos? Dann hier lang…)

Status Quo (1 von 1)-10Nach einer kurzen Umbaupause war es dann endlich soweit und Status Quo, die Rock Dinos welche schon seit einem halben Jahrhundert die Bühnen dieser Welt beackern, ließen ihre Gitarren aufheulen. Und auch wenn es in München bei „Caroline“ noch kleine Anlaufschwierigkeiten und Soundprobleme gab, so war doch die Stimmung in der Halle direkt grandios. Die Fans feierten ihre Helden vom ersten Ton an, wiegten sich im Takt, schwangen das Tanzbein und sangen lauthals mit. Ihr „Boogie-Rock“ ging direkt ins Blut und „The Wanderer“, „Something ’bout You Baby I like“, „Softer Ride“ oder „Hold You Back“ wurden gefeiert als gäbe es kein Morgen. Der Sound war mittlerweile auch im grünen Bereich und so nahm die Rockparty weiter an Fahrt auf. Spätestens bei „What You’re Proposing“ stand niemand mehr still und die Spielfreude der Band übertrug sich direkt auf die zahlreich erschienen Anhänger. Auch ohne Rick Parfitt, welcher immer noch wegen den Folgen eines Herzinfarktes außer Gefecht war, begeisterten Status Quo mit einer beeindruckenden Liveshow ohne große Schnörkel. Francis Rossi und seine Mitstreiter rockten immer wieder direkt am Bühnenrand und die Interaktion mit den Fans funktionierte eins A. „Paper Plane“, „The Oriental“ oder „Gerdundula“ brachten Abwechslung in die Setlist, bevor mit „In the Army Now“ wohl einer der größten Hits vonStatus Quo (1 von 1)-8 Status Quo durch die Halle schallte. Songs wie „Whatever You Want“ und „Rockin’ All Over The World“ durften natürlich an diesem Abend auch nicht auf der Setlist fehlen. Nach diesem fetten Auftritt ließen Status Quo überglückliche Fans zurück, doch machte sich auch Wehmut breit, angesichts der Tatsache das die Rockurgesteine ihre Instrumente mit Verstärker wohl zum letzten Mal an diesem Abend einstöpselten.

Zweifellos bedeutete dieser Abend für viele Fans das Ende einer Rock-Ära. Seit ihrem ersten Charterfolg 1967 avancierte die Band zu einem der einflussreichsten Rock-Acts der Geschichte. Die Musikwelt wird nicht mehr dieselbe sein. Doch anders wie die Dinosaurier, welche komplett ausgestorben sind, werden uns Status Quo erhalten bleiben und hoffentlich hin und wieder mit einem Akustikgig begeistern. (Status Quo Bilder haben wir auch, direkt hier)

(Text+Fotos: Sandra Baumgartl)

©Sound Infection 2015