From the Blog

sound-infection-logo

Sound Infections Lieblingsalben 2015: Top 5 im Metal

Ein klein wenig weinen und hysterisch vor und zurück wippen muss man ja schon, wenn es dabei geht, die besten Alben von 2015 im Bereich Metal zusammenzustellen. Denn bei so vielen grandiosen Scheiben kann man noch so lange abwägen und wird trotzdem am Ende im Bett liegen und zähneknirschend bemerken, dass man etwas Wichtiges vergessen hat. Von Power bis Brutal Death, Mainstream bis Untergrund alles abzudecken ist sowieso nicht möglich – trotzdem haben wir hier eine kleine Top 5 der Alben zusammengestellt, die man definitiv dieses Jahr gekauft haben sollte. Dass es noch acht Millionen anderer grandioser Platten gibt, bestreitet natürlich keiner, doch dies sind die fünf Meisterwerke, die uns selbst nach dem hundersten Hördurchlauf noch nicht auf den Sack gingen. Viel Spaß damit – und aua aua, nicht hauen!

5) Ghost - ”Meliora”
Entweder man hasst sie oder man huldigt inbrünstig ihrem Prediger Papa Emeritus III. Mit einer perfiden Genialität strickten die Schweden…äh… Vatikanbewohner um Ghost ihr ironisch religiöses Konzept weiter und siedelten ”Meliora” in einer dystopischen Zukunft an, die zwar leider weniger auf Epik und Chöre setzte, aber trotzdem wieder auf voller Linie überzeugen konnte. Doomig okkulter Rock meets 80er Jahre Pop – so klingen Depeche Mode auf Satan getrimmt und spätestens bei ihrer ”Black To The Future”-Tour bewiesen Papa und seine Ghouls, dass sie in wenigen Jahren bereits einen Legendenstatus erreichen konnten.

 

4) Ensiferum – ”One Man Army”
Komisch – mit ihrem letzten Album konnten die finnischen Wikinger nur wenig Aufsehen erregen und das, obwohl jeder Song (bis auf einen) ein wahres Ohrwurmfeuerwerk entfacht. Wie bereits auf ihren letzten Scheiben wollten die Herren im Röckchen auch diesmal wieder volles Mett in den symphonischen Hymnenhimmel und auch wenn viele ihrer Anhänger über diese Entwicklung den Kopf schüttelten, ist ”One Man Army” doch ein Meisterwerk, das selbst nach Monaten auf Dauerrotation noch nicht langweilig wird. Der Award für das ”most underrated album” des letzten Jahres geht deshalb eindeutig an Ensiferum.

3) Cradle Of Filth ”Hammer Of The Witches”
Dass Cradle Of Filth es jemals schaffen würden, wieder glaubhaft zu ihren ”Midian”-Zeiten zurückzufinden, hätte wohl keiner gedacht. Doch mit ihrem fiesen Werk über die Rache der einst verfolgten Hexen Europas, feuerte die wohl umstrittenste Band des Extreme Metal nun endlich wieder eine Scheibe heraus, die problemlos als ihre beste der letzten zehn Jahre beschrieben werden kann. Zudem hat die Band auf ihrer “Inquisitional Tourture” endlich alle Soundprobleme der Vergangenheit hinter sich gelassen, eine unvergleichliche Old School Setlist auf die Bretter gehauen und nie war Danis Stimme besser. Ja, the filth is back.

2) Tribulation - ”The Children Of The Night”
Obwohl der brutal klischeehafte Name viele zuerst die Nase rümpfen ließ, gewinnen die schwedischen Jungspunde mit ihrem dritten Longplayer definitiv den Pokal für die spannendste Veröffentlichung des Jahres. Denn den Death Metal Untergrund hat das Quartett nun hinter sich gelassen und mit einem avantgardistischen Mix aus okkultem Vintage Rock und leidenschaftlichem Black Metal knallten sie der Welt eine Scheibe vor die Nase, die eingängige Melodien mit rauem Geschredder auf eine Art verschmelzen lassen, die ihnen so schnell keiner nachmacht. Obendrein lieferte die Combo um die Gitarrenexorzisten Jonathan Hultén und Adam Zaars eine derart intensive, passionierte Liveshow im Vorprogramm von Melechesh ab, dass die meisten Metal-Legenden nur wie langweilig sabbernde Opas erscheinen lässt.

1) Nightwish - ”Endless Forms Most Beautiful”
Dass die Symphonic Meister von Nightwish nach dem Einstieg von Floor Jansen wieder ein Meisterwerk abliefern würden, war eigentlich keine große Überraschung. Doch dass die sonst sehr poetisch verträumten Finnen diesmal ein Konzeptalbum über die Evolution und die Schönheit der Wissenschaft erschaffen würden, überraschte selbst die eingefleischten Fans und so ist ”Endless Forms Most Beautiful” mit seinen 78 Minuten Spielzeit und in Kombination mit der unvergleichlichen Liveperformance, der Beweis, dass die Truppe um Mastermind Tuomas Holopainen noch lange nicht am Ende ist. Alles andere wurde längst gesagt.

(Anne Catherine Swallow)

©Sound Infection 2015