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SEPULTURA: Teil II – Wiesbaden, Berlin, Pratteln 17.02./18.02./19.02.2017

Die Grippe war überstanden und so ging es am Donnerstag, den 16.02.2017, frisch und munter Richtung Rhein-Main Gebiet, meine alte Heimat. Sepultura spielten allerdings erst am Freitag im Schlachthof und so nutzte ich die Zeit alte Freunde und Arbeitskollegen zu besuchen.

In Wiesbaden angekommen sprang mir ein Plakat ins Auge, dass Sum41 an diesem Abend dort spielten. Sum41? War da nicht noch was? Klar – mein guter Freund Russel, ehemals Trucker bei Transam und jetzt Tourbusfahrer bei Beat the Street, war ja mit den Jungs unterwegs. Ich hatte die Grippe hinter mir, Russ hatte es voll erwischt, so mischte ich ihm meinen “speziellen” Medikamentencocktail (O-Ton: “Hey, you are the best drug dealer in the world”) und  schlug mir anschließend die Wiesbadener Nacht mit meinem besten Kumpel Stefan um die Ohren. Mehr als zwanzig Jahre verbindet uns unsere Freundschaft und der gleiche schwarze Humor.

SepulturaMuenchen2017_5672Der Freitag stand ganz im Zeichen von Sepultura. Der Schlachthof war ausverkauft und man konnte kaum noch atmen in der übervollen Halle. Als Entschädigung lieferten alle vier Bands die bis dato besten Shows der Tour. Sepultura waren einfach überragend, auch wenn “Territory” von der Setlist gestrichen war.

Am nächsten Morgen ging es 570 Kilometer entspannt in die HauptstadtSepulturaMuenchen2017_5704 Berlin, kleine Sightseeing-Tour inklusive. Auch die Columbiahalle war an diesem Abend ausverkauft und Aborted starteten wirklich furios in den Abend, auch wenn ich sonst der Band nicht viel abgewinnen konnte. Soilwork wurden von Show zu Show immer besser und Sepultura zerlegten den Laden nach allen Regeln der Kunst. Und auch “Alethea” wurde mittlerweile hieb- und stichfest in die Menge gerotzt. Stagediver und Circle Pits gab es zu Hauf und lange Matten flogen im Akkord. Auch Kreator präsentierten sich an diesem Abend in Bestform. Die neuen Songs kamen astrein und doch waren es alte Hits wie “Flag Of Hate“, “Violent Revolution” oder das fette “Pleasure To Kill“, welche die Fans komplett zum Ausrasten und die Columbiahalle zum Explodieren brachten. Ein ganz spezieller Gruß geht hier an “Schubi” und “Grubi“. Dank Euch werde ich das Konzert in bester Erinnerung behalten, ihr habt mir echt den Abend versüßt.

SepulturaMuenchen2017_5792Nach einer Mütze Schlaf hieß es um 04:00 Uhr aufstehen, um die 870 Kilometer nach Pratteln in Angriff zu nehmen. Warum tut man sich das an, werden jetzt einige fragen? Eine rationale Erklärung gibt es dafür nicht. Entweder man liebt es oder man lässt es. Das legendäre Z7 in Pratteln lag nur einen Steinwurf vom Hotel entfernt und so konnte ich mir ein kleines Schläfchen gönnen. Trotzdem hatte ich Mühe in der Halle die Augen offen zu halten. Man ist ja nicht mehr die Jüngste und bei weniger als sechs Stunden Schlaf die Nacht kann ein Tag ganz schön lang werden. Tourfotograf Gorka hielt mich davon ab, komplett wegzudämmern und so drangen dann Aborted und Soilwork doch irgendwie in mein Unterbewusstsein. Schlagartig wach wurde ich, als das Sepultura Intro erklang. Die Band sprühte, wie immer, vor Spielfreude und doch kam der Auftritt nicht ganz an die SepulturaMuenchen2017_5727Gigs von Wiesbaden und Berlin heran. Die zahlreichen Schädelschwinger schien das nicht zu interessieren. Sepultura wurden frenetisch abgefeiert mit fliegenden Matten und Circle Pits. Das Quartett spielte mit den Fans und gab den Takt vor – direkt voll auf die Fresse wurde jeder Song lauthas mitgebrüllt. Gorka, ganz Profi, headbangte und schoss doch ein geniales Foto nach dem anderen. Die Stunde verging wie im Flug und “Roots” machte mir und vielen anderen Fans, den Garaus. Ich hörte mein Bett schon ganz laut rufen und verzog mich auch direkt dahin, nachdem Sepultura die Bühne verlassen hatten.

Insgesamt sechs Shows waren jetzt schon Geschichte und doch blieb von jedem Gig ein ganz besonderer Eindruck hängen. Doch meine persönlichen, absoluten Highlights sollten erst noch folgen. Und zwar am 26.02.2017 in Paris im Bataclan und am 04.03.2017 in Essen, der Heimat von Kreator. Nachlesen könnt ihr dies im Teil III meiner ganz persönlichen “Tourstory”.

(Text: Sandra Baumgartl + Fotos: Marion Skowronski und Gorka ArmagedonMF Rodrigo)

Teil 3 der Tour gibt es hier!

 

©Sound Infection 2015