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SAXON: Hitzeschlacht im Backstage Werk

Saxon – The Battering Ram Tour 2016
Dienstag, 06.12.2016, Backstage Werk
Support: Phil Campbell And The Bastard Sons

Die Heroen von Saxon ließen am Dienstag, den 06.12.2016 den Rammbock vom Stapel und unzählige Metalheads folgten ihnen in die wohl heißeste Metalschlacht des Jahres. Als Anheizer brachten Phil Campbell And The Bastard Sons das Werk auf Betriebstemperatur.

Phil (1 von 1)-7Nicht pünktlich aber dafür umso cooler eröffneten Phil Campbell und seine Bastard Sons den Abend. Mit Schiebermütze auf dem Kopf und seinem unnachahmlichen Grinsen im Gesicht brachte Phil, lässig kaugummikauend, einen Hauch Motörhead Feeling in die Halle. Das Backdrop zeigte, wie könnte es auch anders sein, einen Stinkefinger, welchen Phil zu Lemmys Lebzeiten gerne den Fans entgegenstreckte. Auf der Setlist standen Songs von ihrer EP doch die Stimmung und die Temperatur im Werk stiegen, als auf die Frage: „Who Wants To Hear A Motörhead-Song?“ „Born To Raise Hell“ aus den Boxen hämmerte. Mit „Ace Of Spades“ und „Eat The Rich“ griffen Phil und seine Sons tief in die Klassiker-Kiste und Shouter Neil Starr überzeugte nicht als Lemmy Phil (1 von 1)-4Kopie (könnte man Lemmy überhaupt kopieren?) sondern gab den Songs eine ganz eigene Note. „Killed By Death“ ließ die Temperatur in der Halle weiter ansteigen und in den vorderen Reihen verausgabten sich schon die ersten Hartwurster, um sich direkt, schweißgebadet nach diesem fetten Auftritt eine Hopfenschorle hinter die Binden zu kippen.

Im Backstage wurde es jetzt richtig voll, Platz zum Bewegen gab es kaum noch und die Temperatur und Stimmung stiegen weiter Richtung Siedepunkt. Mit AC/DC‘s „It´s A Long Way To The Top (If You Wanna Rock `n`Roll)“ ging ein kleiner Gruß an Metallica, denn der eingefleischte Fan, welcher die Thrasher aus der Bay Area kennt, weiß, dass bevor Ennio Morricones „The Ecstasy Of Gold“ vor jedem Konzert erschallt und die Metalheads mit „It’s a long Way To The Top…“ aufgewärmt werden. Die Altmeister von Saxon stürmten zu „Battering SaxonRam“, dem Titeltrack vom aktuellen Album, auf die Bühne und ließen keinen Zweifel an der Marschrichtung an diesem Abend aufkommen – direkt nach vorn, voll auf die Fresse. Kutten flogen auf die Bühne und Biff streifte diese über seinen obligatorischen Gehrock und wirbelte wie ein Derwisch über die Bühne, unterstrichen von einer grandiosen Lichtshow. Doch auch der Rest der Band hatte noch die Ehre, die ein oder andere Kutte zur Schau zu stellen. Die Urgesteine drückten immer weiter aufs Tempo und „Heavy Metal Thunder“, „Chasing The Saxon  (1 von 1)-7Bullet“, „Power And The Glory“, „Queen Of Hearts“ oder „Wheels Of Steel“ ließen die Hitzeschlacht auf Hochtouren laufen. Der Schweiß floss vor und auf der Bühne in Strömen, doch dies konnte die Urväter des NWoBHM nicht aufhalten und mit „Let Me Feel Your Power“ und „747“ (Strangers In The Night) neigte sich der tropische Abend langsam seinem Ende entgegen. Auch wenn es kaum noch Luft zum Atmen gab und die Treibhausatmosphäre die ersten Opfer forderte, kannten Saxon keine Gnade. Biff und seine eisernen Ritter adelten den Abend noch mit „Princess Of The Night“ und beendeten ihren fulminanten Kreuzzug mit dem gewaltigen „Crusader“.

Auch ohne „The Eagle Has Landed“ auf der Setlist setzten Saxon an diesem Abend zur punktgenauen Landung an. Die Altmeister präsentierten sich in Bestform und ließen keinen Zweifel daran, dass sie immer noch zur Speerspitze des Heavy Metal gehören.

(Text+Fotos: Sandra Baumgartl)

©Sound Infection 2015