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“Rocker duzen sich”: So war’s bei HEINO in München

Hätte mir jemand vor 15 Jahren gesagt, dass ich einmal auf ein HEINO Konzert gehen würde, dann hätte ich damals geantwortet: „Nur über meine Leiche!“
Am Freitag, den 08.10.2015 war es dann aber soweit. Heino besuchte das Backstage in München und wir standen mittendrin – und Leichen gab es vorher auch keine.

Egal, wie alt - Rock passt immer! Heino in München

Egal, wie alt – Rock passt immer! Heino in München

Noch nie haben wir bei einem Konzert so ein bunt durcheinandergewürfeltes Publikum gesehen, vom Enkel mit Mama und Oma im Schlepptau, über langhaarige Gestalten und Kuttenträger bis hin zu Damen im reifen Alter, die aufgeregt giggelnd wie Teenager in der ersten Reihe standen, um das Idol ihrer Jugend anzuschmachten.

HEINO – das sind blonde Haare, Sonnenbrille, ein halbes Jahrhundert auf den Brettern, die die Welt bedeuten, und mehr als 50 (!!) Millionen verkaufte Tonträger. Eine einzigartige Karriere.

Ohne Support sollte es also um 20 Uhr losgehen und die „Heino-Heino”-Rufe wurden in der Halle immer lauter. Die vereinzelten Rufe nach „Hannnneloooooooooooore“ hatten die Lacher auf ihrer Seite, verhallten aber im Nirgendwo, als erst die Band und dann der strohblonde Sänger, schwarzgewandet mit langem Mantel und fettem silbernen Kreuz um den Hals, die Bühne betrat. Mit „Junge“ von den Ärzten eröffnete Heino den musikalischen Reigen und schleuderte anschließend eine bunte Mischung aus Coversongs und HEINO-Evergreens im rockigen Sound ins Publikum.

Die Band um Heino leistete einen tollen Job, genau wie die drei Background-Grazien, welche Heino lauthals unterstützten.
„Neu-Rocker“ Heino fühlte sich sichtlich wohl in seiner Kluft, seine drei Sangeslerchen dagegen wirkten in ihrer Aufmachung einfach nur komplett überzogen. Man wird halt nicht einfach „Rocker über Nacht“, indem man/frau sich in schwarze Klamotten zwängt und Rockmusik und Metal hört oder trällert.

"Rocker duzen sich!"

“Rocker duzen sich!”

Bei der Begrüßung stellte der blonde Haudegen klar: „’Meine Damen und Herren’, war gestern – Rocker duzen sich! Ich darf doch ‘Freunde’ zu Euch sagen?“ dann ging es lauthals mit „Augen auf“ weiter. „Was soll das?“ nicht genuschelt, sondern klar und deutlich gerührt, ähm gesungen, heizte die Stimmung weiter an. Einmal warm gelaufen gab es für HEINO kein Halten mehr. Es folgte Hit auf Hit. Lauthals feierte Heino zusammen mit dem Publikum „Schwarz blau blüht der Enzian“ Später im Set besingt der blonde Frauenversteher die „Rosamunde“ , die „Katja“ und die „Schwarze Barbara“. Bei der Songauswahl kam jeder auf seine Kosten, der Rocker, wie auch das schunkelnde Krampfadergeschwader.

Man mag von Heino halten was man will, er ist und bleibt ein Vollblutmusiker mit Sinn für Humor, denn allzu ernst sollte man die Verwandlung des blonden Barden mit der Sonnenbrille zum Rocker nicht nehmen. Unterhaltsam für einen Abend war es aber allemal.

Und eine Bildergalerie haben wir natürlich auch!

(Bericht und Fotos: Sandra “Piggy” Baumgartl)

©Sound Infection 2015