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Rock am Härtsfeldsee 2016: Stimmung, Schlamm und Schwermetall Tag I

Es war ein ereignisreiches Wochenende, das die Besucher des Metal Festivals „Rock am Härtsfeldsee“ 2016 erlebten. In jeder Hinsicht. Zur mittlerweile 20. Auflage des Open Airs der Jugend Dischingen am 24./25. Juni gab es neben jeder Menge Party, Stimmung, guter Laune, Alkohol in rauen Mengen und Schwermetall vom Feinsten auch fast jede Wetterkapriole.

Mit rund 8000 Besuchern an beiden Tagen war das „RaH“ bereits seit Mai ausverkauft. Aus gutem Grund, denn auch in diesem Jahr konnte sich das Band-Lineup wahrlich sehen lassen. Doch was die Besucher des Festivals im Grünen – etwas abseits des kleinen Dörfchens Dischingen im Osten der Schwäbischen Alb – am meisten schätzen, ist die überschaubare Größe und die familiäre Atmosphäre. Und selbstredend den idyllisch gelegenen See, der dem RaHOpen Air seinen Namen verliehen hat und bei gutem Wetter zur Abkühlung einlädt. Immer gut gelaunte Ordner, zivile Preise und kein übertriebener Rummel oder Merchandise-Nepp tragen das Ihre zur entspannten Atmosphäre bei. Da nimmt man den miserablen Campground in Form von abgemähten Stoppelfeldern, die sich bei Regen innerhalb von Minuten in Schlammwüsten verwandeln, gern in Kauf.

Brütende Hitze erwartete die Besucher am Freitag. Und die staute sich gerade in dem Festzelt, in dem die Bühne ihren Platz findet. Es ging also im wahrsten Wortsinn heiß her, auch wenn die Künstler es sich nicht anmerken ließen. Nach den Lokalgrößen von Alsion und Hot Rod Mayhem stürmten Kissin‘ Dynamite auf die Bühne und heizten dem Publikum mit krachendem Power-Metal ein, gerade so als wären sie am Getränkeumsatz beteiligt. Die Älbler haben sich mittlerweile durch ihre Dauerpräsenz bei Festivals und eingängigen Rhythmen à la „Money Sex and Power“ und „Addicted to Metal“ einen Namen gemacht – auch wenn sie bei ihren Auftritten selbst vor allerlei Damenschminke nicht zurückschrecken.

Ein Paradigmenwechsel vollzog sich, als im Anschluss die alten Hasen von Destruction in die Saiten hauten. Immer wieder erstaunlich, wie brachial und mitreißend die dreiköpfige Formation um Shouter Schmier rüberkommen und ihren Old-School-Thrash-Metal in die Gehörgänge der Fans rammen.
Als gegen 22 Uhr alle gespannt auf Doro warteten, betrat indes statt der Rheinländerin, ein Mitglied der Orga, die Bühne und forderte das Publikum wegen einer Unwetterwarnung auf, das Gelände zu räumen und sich in die Autos zu setzen. Nachdem sich nach einer Stunde das fiese Blitzen am Himmel jedoch nur als eine Finte von Petrus herausgestellt hatte, kam dann auch endlich Doro zum Zug. RaH-16

Und die Metal Queen sprühte nur so vor guter Laune und fetzte der Menge alte Warlock-Kracher wie „I Ruled Ruins“ und „All We Are“ mit der gleichen Energie um die Ohren, wie neueres Material aus ihrer Solo-Zeit à la „Raise Your Fist“ und „We are the Metalheads“. Besonderer Höhepunkt war die Ballade „Für Immer“, die die Düsseldorferin mit besonders viel Hingabe ihrem Publikum widmete. Wer bislang dachte, Doro Pesch gehöre nicht mehr zum glänzenden Schwermetall, sondern zum rostigen Alteisen, dem hat die Düsseldorferin eindrucksvoll das Gegenteil bewiesen.

Den Abend beendete die italienische Band Frei.Wild.

Zu den Festivalfotos geht’s hier lang….

Den zweiten Tag verpennt??? Kein Problem – wir helfen Dir hier auf die Sprünge….

 

(Text/Fotos: Thomas Mendle)

©Sound Infection 2015