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RAGE – Power Metal im Münchner Backstage

Rage – Seasons of the Black Tour 2017
Dienstag, 09.01.2017 München, Backstage Halle
Support: Darker Half, Firewind

Vor etwas mehr als einem Jahr gaben sich Rage an gleicher Stelle die Ehre in München. Am Dienstag, den 09.01.2018, kehrte das kreative Trio in die Backstage Halle zurück. Mit im Gepäck hatten Rage dabei ihr mittlerweile 23. Studioalbum „Seasons of the Black“. Mit alten Hits und neuem Material gab es dann auch ordentlich auf die Ohren.

Wer auch schon 2016 im Backstage dabei war, der konnte sich mit Sicherheit auch noch an den Opener der letzten Tour erinnern. Darker Half, das Quartett aus Down Under, hatte auch beim letzten Mal die Aufgabe, den „Rageheads“ ordentlich einzuheizen. Und auch diesmal kam der Sound der Aussies, der gekonnt Thrash, Power und Melodic Metal vermischte, gut bei den Fans an. Beeinflusst von Judas Priest und Iron Maiden groovten Darker Half durch ihr Set, während Rage-Drummer Vassilios „Lucky“ Maniatopoulos mitten im Publikum stand und sichtlich die Show der Australier genoss. Einzig die Stimme von Sänger Vo Simpson mag Geschmackssache sein, aber als das Quartett noch eine paar Akkorde von AC/DC’s „Thunderstruck“ zockte und noch „Back In Black‘ anstimmte, hatten sie das Backstage im Sack. (Mehr Fotos von Darker Half gibt es hier)

Als nächste Band betraten Firewind die Bühne. Vor allem Saitenhexer Gus G., den meisten als Nachfolger von Zakk Wylde in Ozzy Osbournes Band bekannt, wurde mit Spannung erwartet. Ihr knackiger und melodischer Power Metal setzte sich direkt im Ohr fest und die Rübe kreiste automatisch im Takt. Die Griechen suchten ständig den Kontakt zum Publikum und die Spielfreude übertrug sich auch direkt auf die Fans. Bassmonster Petros Christo(doylidis), ein White Buffalo-Verschnitt, ließ die lange Matte fliegen und bekam dabei das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht, während Sänger Henning Basse in jeder Tonlage glänzte. Gitarrist Babis „Bob“ Katsionis bewies ein ums andere Mal, dass er auch die Tasten am Keyboard zum Glühen bringen konnte. Mit „Lady Of 1000 Sorrows“ wurde das Tempo kurz gedrosselt und den Fans eine astreine, kitschige Ballade in die Lauscher gedrückt. Gus G. überzeugte mit jedem Riff, welches er seiner Axt entlockte, und ging mit den Fans auf Tuchfühlung, kletterte von der Bühne und bewies seine Qualitäten direkt mitten in der Halle zwischen seinen Anhängern. Von Berührungsängsten keine Spur. (Mehr Fotos von Firewind gibt es hier)

Nach einer letzten Umbaupause enterten Rage die Bühne. Auch wenn die Halle max. zu zwei Drittel gefüllt war, freute sich “Peavy” dass es doch noch so viele Fans mit einem “ordentlichen Musikgeschmack” gibt. Die Spielfreude merkte man dem Trio in jeder Sekunde ihres Sets an. Gitarrist Marcos Rodriguez ist die geborene Frohnatur und brachte mit seinen Faxen die gute Laune in die Halle. Und auch Drummer Vassilios „Lucky“ Maniatopoulos  und Mastermind “Peavy” grinsten wie die Honigkuchenpferde. Ein kleines Jubiläum hatte das Trio an dem Abend in München auch noch zu feiern. Seit drei Jahren erobern die Herren in dieser Konstellation die Herzen ihrer Fans und selten sah man das Trio harmonischer auf der Bühne agieren. Bei der Songauswahl zwischen neuen Liedern und alten Hits war für jeden Anhänger das passende dabei und Hymnen wie “Don’t Fear The Winter” oder “Higher Than The Sky” durften natürlich auf der Setlist nicht fehlen. Auch wenn die Halle nicht voll war, die Stimmung war grandios. Kein Wunder, denn das Trio drückte von der ersten bis zur letzten Sekunde des Sets aufs Gaspedal und brachte die Fans in Wallungen… (Mehr Rage Fotos gibt es direkt hier)

Rage sind in der aktuellen Besetzung kreativer und spielfreudiger denn je, hier stimmt einfach die “Chemie”. Und sollte das so bleiben, dann  ist in dieser Konstellation von Rage noch viel zu erwarten.

(Text+Fotos: Sandra Baumgartl)