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Paradise Lost – Doom ist Trumpf

Sonntag, 29.10.2017, München Theaterfabrik
Support: Sinistro, Pallbearer

Nach fast einem Jahr Abstinenz von europäischen Bühnen haben sich die britischen Doom Metaller von Paradise Lost entschlossen im Herbst 2017 auf insgesamt sieben Konzerten ihr aktuelles Album „Medusa“ vorzustellen. Am 29.10 war es dann soweit, dass sie in der Münchner Theaterfabrik ihr Stelldichein hatten. Anscheinend hatten sie auf der Fahrt von Nürnberg nach München ein Problem mit dem Hinterreifen des Tourbusses, da dieser auf dem Parkplatz direkt vor der Theaterfabrik fachgerecht vom ADAC gewechselt wurde.

SinistroAls Unterstützung zur Tour hatten sich Paradise Lost die portugiesische Band Sinistro und Pallbearer aus Arkansas, USA eingeladen. Sinistro durften den Abend dann auch eröffnen. Mystisch und druckvoll waberte der dunkle Sound von der Bühne. Laut Bandinfo spielt die Truppe um Sängerin Patricia Andrade eher Rock oder Ambientesound, letztendlich glich die künstlerische Darbietung der Frontfrau jedoch eher einer Mischung aus epileptischen Anfall und Ausdruckstanz, mit dem sie auf der Bühne herumzuckte. Ihr gesanglicher Anteil zur Darbietung ging dabei komplett im Sound ihrer Bandkollegen unter. Der Grundsound war nach Expertenmeinung, die ich mir von einem nahestehenden Zuschauer einholte, sehr solide und ausbaufähig, lediglich Gesang und Tanz verschreckten eher. Ich für meinen Teil war jedenfalls froh als es geschafft war.

PallbearerNach einer halben Stunde Umbau durften die US-Boys von Pallbearer zeigen was sie konnten. Jetzt endlich im Hauptthema Doom Metal verhaftet zeigten sich die 4 Jungs aus Arkansas spielfreudig und hatten sichtlich Spaß auf der Bühne. Die mittlerweile gut gefüllte Theaterfabrik wachte so langsam auf und die ersten wohlwollenden Regungen zeigten sich im Publikum. Einen Pogo habe ich hier bei dem schweren Sound wirklich nicht erwartet, aber ein wenig mehr Reaktion hätte es meiner Meinung schon sein können. Auch hier taten sich die Soundtechniker schwer, eine gute Mischung herzustellen, was letztendlich leider auch wieder in einem Soundbrei endete. Nichts desto trotz feierten sich Pallbearer auch der Bühne weiter und gewannen dadurch sicher den einen oder anderen Fan dazu.

Paradise LostLast but not least war es um zehn dann endlich soweit, dass Paradise Lost die Bühne enterten. Mit frenetischem Applaus empfangen eröffneten sie mit „From the Gallows“ vom neuen Album „Medusa“ in absoluter Dunkelheit ihren Teil des Abends. Mir war ja klar, dass es kein Licht im Überfluss geben wird, aber noch sind Digitalkameras keine Nachtsichtgeräte, von daher war die Ausbeute sehr gering. Selbst für den geneigten Fan war es mit Sicherheit schwer, die Gesichter seiner Idole auf der Bühne zu erkennen. Das tat der guten Stimmung zum Auftakt keinen Abbruch und es wurde endlich mitgesungen. Dunkel ging es dann mit „Tragic Idol“ und „The Enemy“ weiter, dieser Song beendete zugleich auch meine Anwesenheit, da ich die Theaterfabrik nach diesen drei Songs verlassen musste. Ich denke, dass die Fans mit Sicherheit nicht enttäuscht wurden und einen schönen Konzertabend hatten.

 (Text+Fotos: Björn Engelke)