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MOB RULES: „Familientreffen“ im Münchner Backstage

Mob Rules – live in München
Dienstag, 04.10.2016 – Backstage Club
Support: Last Days Of Eden

Anfang April tourten Mob Rules noch als Support von Axel Rudi Pell durch die Lande und begeisterten die Münchner Fans. Am 04.10.2016 kehrten sie in den Backstage Club zurück um den Bajuwaren an diesem eiskalten Abend ordentlich einzuheizen.

Nachdem sich erst 20:00 Uhr die Türen des Backstage Club öffneten ging nebenan in der Halle schon ordentlich die Post ab. Als Last Days Of Eden die Last Days of Eden-1-2kleine Bühne betraten war die Anzahl der anwesenden Fans immer noch sehr übersichtlich. Das Münchner Publikum ist doch eher für seine Zurückhaltung bekannt und so hatten es die Spanier unglaublich schwer den wenigen anwesenden Nasen eine Reaktion zu entlocken. Der Bewegungsradius des Sextetts glich dem von Hühnern in einer Legebatterie und auch der Sound war nicht wirklich berauschend, ging doch die Stimme von Frontlady Ani oft neben dem hämmernden Bass und den Drums komplett unter. Die musikalische Richtung von Last Days Of Eden ließe sich kurz mit „Nightwish meets Mittelalter“ beschreiben und so war es auch E-Dudelsackspieler Gustavo Rodríguez der es trotz Platzmangel schaffte, wild zu zappeln und zu springen und etwas Bewegung auf die Bühne zu bringen. Doch trotz aller Widrigkeiten spielten sich Last Days Of Eden mit sichtlich viel Spaß durch Ihr Set.

Mob Rules-1In der Umbaupause wurde auf der Bühne etwas mehr Platz für den Headliner geschaffen, sozusagen von der Legebatterie zur Bodenhaltung. Mob Rules enterten die Bühne und eröffneten furios mit „Dykemaster’s Tale“ vom aktuellen Album „Tales From Beyond“. Obwohl nur wenig mehr Zuschauer als beim Supportact den Weg in den Club gefunden hatten, tat dies der Spielfreude der Band keinen Abbruch. Im Gegenteil, die Jungs nahmen es mit Humor und Sänger Klaus machte daraus einfach eine „familiäre Party“. Von der ersten bis zur letzten Minute an fraßen die Metalfans dem Sextett aus der Hand. Weiter im Set ging es mit „Celebration Day“, „Lord of Madness“ oder „Unholy War“. Die Nordlichter bewiesen in jeder Minute dass sie eine verdammt geile live Band sind und rockten den Club als gäbe es kein Morgen. Die Gitarrenfraktion ließ geniale Riffs im Akkord vom Stapel, dass „Tier“ hinter den Kesseln, Nikolas Fritz, verprügelte mit einem fetten Grinsen im Gesicht seine Drums nachMob Rules -1-6 Strich und Faden und Klaus setzte mit seiner Wahnsinns-Röhre dem Ganzen die Krone auf. „Astral Hand“, „Veil Of Death“ oder „The Last Farewell“ fanden den Weg ebenso auf die Setlist wie „The Land Of Wind and Rain“ oder „Black Rain“. DEN Gänsehaut-Moment des Abends bescherten die Oldenburger ihren Anhängern mit der kraftvollen Ballade „End Of All Days“. „Hollowed Be Thy Name“ läutete den Endspurt ein und bei „On The Edge“ und den zum Wetter passenden „Rain Song“ holten Mob Rules noch einmal alles aus sich und den Fans heraus.

Wer bei Powermetal direkt an „Weichspülmetal“ denkt, dem seien Mob Rules ans Herz gelegt. Fette Riffs, eingängige Hooklines welche sich direkt im Ohr festsetzen und eine Wahnsinns-Röhre sind das Erfolgsrezept des Sextetts. Mit ihrem letzten Album haben Mob Rules bewiesen, dass sie auch nach mehr als zwei Dekaden immer noch ordentlich Biss haben und vor allem live auf ganzer Linie überzeugen. So darf es die nächsten zwanzig Jahre gerne weitergehen.

Fotos von dem Gig gibt es natürlich auch und zwar hier

(Text+Fotos: Sandra Baumgartl)