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METAL DAYS 2016: Die Bands Teil III

Der Donnerstag, 28.07.2016 startete wie gewohnt mit Regen doch beim Auftritt von Delain lugte die Sonne schon wieder hinter den Wolken hervor. Die niederländischen Symphonic Metaller hatten optisch mit Frontfrau Charlotte

Delain ließen tief blicken

Delain ließen tief blicken

viel zu bieten, doch die Dame konnte nicht nur mit ihrer Optik sondern auch mit ihrem glasklaren Gesang überzeugen. Die Band spielte mit sichtlich viel Spaß ihr Set und betonte dies auch immer wieder in kurzen Ansagen. Nicht nur stimmlich legten sich Delain ordentlich ins Zeug, die Niederländer zeigten auch viel Körpereinsatz beim Headbangen. Wenn Charlotte ihre rote Mähne fliegen ließ und tiefe Einblicke in ihr hautenges Top gewährte, dürfte manchem Fan das Blut in den Adern gekocht haben…

SepticFlesh lösten anschließend den Blutstau wieder auf und sorgten dafür, dass jedes Körperteil wieder ausreichend mit dem roten Lebenssaft versorgt wurde. Seth hatte auch bei diesem Auftritt die Haare besonders schön und rückte seine lange Wallemähne immer wieder ins rechte Licht und auch Christos ließ beim Bangen seine langen Dreads fliegen. Cleaner Gesang und wütendes Gegrowle gepaart mit knackigen Riffs und Blast-Beats sind das eingängige musikalische Rezept der Griechen.

Nine Treasures - sympathische Exoten

Nine Treasures – sympathische Exoten

Auf der Second Stage eroberten derweil die wilden Nachfahren des mongolischen Herrschers Dschingis Khan die Herzen der Fans.  Nine Treasures schredderten drauf los und wickelten vom ersten Ton an die Metaller um den kleinen Finger. Es wurde gebangt, gemosht, getobt und gejubelt als gäbe es die Eroberung Zentralasiens zu feiern. Die sympathische Truppe wusste teilweise gar nicht wie ihnen geschieht und die Exoten bekamen das Dauergrinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Die „Zugabe-Zugabe“- Rufe wollten nicht mehr verhallen und die Mongolen konnten ihr Glück kaum fassen. Nine Treasures waren DIE Überraschung und einer DER Höhepunkte des Festivals.

Auf der Hauptbühne groovten die britische Doomlegenden  Electric Wizard druckvoll,  im mäßigen Tempo durch ihr Set. Der schleppende Sound mit den abgefuckten Drums setzte sich tief in den Lauschern fest. Mit wahnsinniger Wucht riffen sich Electric Wizard durch ihren Auftritt und  Liz Buckingham, Gitarrenlady und absoluter Blickfang der Band, spielte mit ihrer Coolness die männlichen Kollegen an die Wand.

Anschließend zogen die irischen Thrasher Gama Bomb ordentlich am Gasgriff und brachten die Fans in Wallungen. Mosher, Banger und Crowdsurfer kamen jetzt voll auf ihre Kosten und hatten ihre wahre Freude an dem Quintett und erreichten genau die richtige Betriebstemperatur für den anschließenden Headliner.

DevilDriver -Dez Fafara

DevilDriver -Dez Fafara

DevilDriver wurden vom ersten Ton an von den Headbangern frenetisch abgefeiert und brachten die Meute ordentlich zum Kochen. Rampensau Dez Fafara trieb in seiner mega-coolen Art seine Mannen zu Höchstleistungen und growlte das die Bühne bebte. Die Kalifornier wüteten durch ihr Set und ließen ein wahres Riffgewitter über die Fans hereinbrechen, welches in riesigen Circle Pits bis zum Abwinken gefeiert wurden. Wer nach diesem Abriss noch nicht genug hatte, der konnte sich noch bei At the Gates und Obscura die finale Drönung geben.

Der Freitag, 29.07.2016, der letzte Tag der Metal Days zeigte sich noch einmal von seiner schönsten Seite. Hochsommerliche Temperaturen und kein Regen weit und breit, ließen die Party auf vollen Touren laufen. Die süddeutschen Metaller von Larceny legten auf der Second Stage vor, während auf der Hauptbühne die Letten von Skyforger immer mehr Fans vor die Bühne zogen. Mit viel Biss und Härte spielten die wilden, bärtigen Gesellen ein fettes Set und ließen die ersten Matten kreisen.

Varg hatten im Anschluss ein leichtes Spiel mit der schon gut in Schwung gekommenen Meute. Auch wenn sich an

Varg

Varg

der Band die Geister scheiden und die Diskussionen über rechte Tendenzen nicht verstummen wollen, lieferten die Coburger einen fetten Auftritt und es tauchten immer mehr Schädelschwinger in den ersten Reihen auf. Musikalisch und optisch einfach top.

Die Viking Legenden Einherjer heizten den Pit noch einmal ordentlich an und ebneten den Weg für unseren Headliner des Abends, den Thrash-Veteranen von Exodus. Ohne Umschweife kamen die Altmeister zur Sache und legten das Festival in Schutt und Asche. „Blood In, Blood out“, „Children Of A Worthless God“, „ Exodus“,  “Body Harvest” oder “A Lesson In Violence” wurden von wilden Circle Pits begleitet. Dieser brachialen Macht konnte sich einfach niemand entziehen und überall sah man fliegende Haare und nickende Köpfe. Bassmonster Jack Gibson verzog wie immer keine Miene, Steve „Zetro“ Souza tobte wild über die Bühne und bekam das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht während die Axtfraktion ein rassiermesserscharfes Riff nach dem anderen den Fans um die Ohren blies. Mit „Bonded By Blood“, „The Toxic Waltz“ und „Strike Of The Beast“ mobilisierten Exodus die letzten Kraftreserven bei Ihren Anhängern, bevor sich die Metal Days langsam aber sicher dem Ende entgegen neigten.

Auf die Schwarzmetaller wartete auf der Second Stage noch ein Schmankerl in Form der schwedischen Black Metal Band Valkyrja, während auf der Main Stage mit Blind Guardian der Weichspülgang eingelegt wurde und ein großer Teil der Fans schon das Areal verließ. Warum nach einer Abrissbirne wie Exodus noch zwei Bands folgten, welche nicht einmal ansatzweise Exodus das Wasser reichen konnten,  bleibt wohl ein Geheimnis des Veranstalters. Die eigentlichen Headliner des Abends, Dragonforce ließ sich bitten und nachdem die Herren um Herman Li nach mehr als fünfundzwanzig-minütiger Verspätung immer noch keinen Fuß auf die Bühne setzten, beschlossen wir die letzten verbleibenden Stunden noch einmal dem eigentlichen Höhepunkt der Metal Days zu widmen, dem Fluss Soca.
Nebel waberte über den Fluß, die Sterne am Himmel funkelten um die Wette und mit einem Cocktail in der Hand ließen wir die Woche Revue passieren. Spätestens in diesem Moment wurde klar, dass wir auch 2017 wieder dabei sein werden, denn Vorfreude ist doch bekanntlich die schönste Freude.

(Text+Fotos: Sandra Baumgartl)