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MAX & IGOR CAVALERA – Return to Roots

Max & Igor Cavalera – Return to Roots Live 2017
Freitag, 04.08.2017 Karlsruhe, Substage
Support: Ayahuasca

Am 28. Juni habe ich mir, gemeinsam mit Sandra, Sepultura im Colos Saal in Aschaffenburg angeschaut und war natürlich sehr gespannt, was die beiden Gründer von Sepultura auf die Beine stellen würden. Die Jubiläumstour zum Erscheinen ihres legendären Roots-Albums vor zwanzig Jahren bot dafür die passende Gelegenheit.

Ayahuasca (1 von 1)-3Das Substage erweckte anfänglich den Anschein, als wäre das Interesse an dieser Veranstaltung nicht besonders groß. Aber der erste Eindruck täuschte und spätestens, als der Support aus Köln die Bühne verließ, war die Halle gut gefüllt.

Die Vorgruppe mit dem außergewöhnlichen Namen Ayahuasca fand ich interessant, sozusagen die nächste Generation von Tribal-Metallern, die das Erbe weiterführt. Ayahuasca (1 von 1)-4Ich war völlig überrascht, als der Sänger auf Deutsch zum Publikum sprach, da ich bis zu diesem Zeitpunkt fest davon ausgegangen war, dass die Jungs ebenfalls aus Brasilien oder zumindest aus dem südamerikanischen Raum kommen. Mit einem Schlagzeug und zwei weiteren Trommlern schwappte ein geiler Sound ins Publikum. Insgesamt lieferten Ayahuasca einen guten Job ab und wurden von Song zu Song mit mehr Applaus bedacht.

Cavaleras  (1 von 1)-3Nach einer kurzen Umbaupause betraten dann Max & Igor die Bühne. Da an diesem Abend das komplette Roots-Album performt wurde, ging es sofort in die Vollen und die Metal-Party startete mit “Roots Bloody Roots” gleich durch. Man hatte den Eindruck, als hätte sich bis zu diesem Zeitpunkt eine Spannung aufgebaut, die sich bei den ersten Takten schlagartig entlud. Der Aufforderung des “Meisters” Max zum Circle Pit folgte das Publikum bereitwillig. Auch bei den darauffolgenden Liedern wurde es immer wieder zum Circle Pit, Hüpfen oder Mitsingen animiert, wodurch die Temperatur in der Halle anstieg.

Cavaleras  (1 von 1)-7Auf mich machte es den Eindruck, als hätten auch die Jungs auf der Bühne jede Menge Spaß. Ob es daran lag, das Max an diesem Abend seinen achtundvierzigsten Geburtstag feierte, oder am begeisterten Publikum, das noch ein Geburtstagsständchen auf Deutsch sang, das werde ich wohl nie erfahren. Als Hommage an den vor zwei Jahren verstorbenen Motörhead-Sänger Lemmy Kilmister wurden auch die Songs “Orgasmatron” und “Ace of Spades” gespielt. Tony Campos am Bass und Marc Rizzo an der Lead-Gitarre lieferten genau wie Igor am Schlagzeug einen super Job ab und steuerten ihren Beitrag zu diesem denkwürdigen Abend bei. Bevor die Band die Bühne endgültig verließ, gab es noch die 2016er Version von “Roots Bloody Roots”.

Cavaleras  (1 von 1)-4Die Erwartungen der meisten Zuschauer dürften erfüllt oder sogar übertroffen worden sein. Die meisten verließen klatschnass und zufrieden das Substage. In dieser Form können die Cavaleras noch gut und gerne ein paar Jahre weitermachen…

Wer seinen Idolen noch etwas näher kommen mochte, konnte am Merchandise-Stand für fünfzig Euro einen Backstage-Aufenthalt erwerben und wurde nach kurzer Wartezeit zum Tourbus begleitet. Cavaleras  (1 von 1)-9Dort gab es dann die Möglichkeit, sich Autogramme geben zu lassen oder zu einem gemeinsamen Foto mit den Cavalera-Brüdern. Ansonsten schien auch das Umfeld fest in der Hand der Cavalera-Familie zu sein. Max’ Ehefrau Gloria fungiert nach wie vor als Tourmangerin und Igors Tochter arbeitete am Merchandise-Stand. Es war auf jeden Fall ein toller Abend, der Lust auf mehr macht.

(Text+Fotos: Matthias Hellmann)