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J.B.O. – Volles Haus im Münchener Backstage

J.B.O. – Elf Tour 2016
Freitag 18.11.2016 München, Backstage
Support: Drescher

Die vier Jungs von J.B.O. sind schon eine mittelfränkische Erfolgsgeschichte. Wer hätte 1989 gedacht, dass man fast 27 Jahre durchweg erfolgreich mit Neuinterpretationen und eigenen Stücken gespickt mit fränkischer Mundart seinen Weg durch die deutsche Musiklandschaft pflügt? Was mit dem ersten echten Longplayer „Explizite Lyrik“ begann, führte zum jetzt aktuellen Album 11. Damit sind Hannes, Vito, Ralph und Wolfram seit Anfang November auf Deutschland Tour unterwegs. Diesen Freitag war es dann soweit, am Vorabend noch in Berlin, enterten die vier das Münchner Backstage Werk mit den Wiener Jungs von Drescher als Vorhut.

Drescher_2016-11-18_005Drescher ist definitiv die härteste Volksmusik, die je gespielt wurde. Die (für mich) gelungene Kombination aus a Quetschn (Akkordeon), harten Riffs und todessehnsüchtigen Wiener Dialekt sorgte beim zahlreich erschienenen Publikum für eine Überraschung. Am Anfang wurde noch zu Unrecht etwas gefremdelt aber spätestens bei den bekannteren Nummern, der „Dresch Quetschn“ oder dem Falco Cover „Rock me Amadeus“ ward der Anschluss gefunden. Die ersten Haare flogen durch die Luft und das fast volle Werk fing an Fahrt aufzunehmen, auch wenn der Wiener Dialekt trotz der räumlichen Nähe von Bayern und Österreich gelinde gesagt, schwer zugänglich war. Zum Abschluss der Volksmusik-Trash Runde gab es noch eine Hommage an die vor fast einem Jahr verstorbene Legende Lemmy Kilmister von Motörhead. Das „Ass in Pik“ weckte dann auch die letzten müden Knochen und leitete damit zu den rosa Meistern der Musik über. (Zu den Bildern von Drescher geht es hier lang)

Mittlerweile war das Werk zum Bersten gefüllt, die Verteidiger des wahren Blödsinns spielten vor ausverkauftem Haus. Mit dem „Glaubensbekenntnis“ JBO_2016-11-18_012wurden sowohl das Werk als auch das geschätzte Publikum von all dem Pop-Übel dieser Welt gereinigt. Waren doch die zwei als Priester verkleideten Backgroundanimateure mit Weihrauch bewaffnet worden und trieben DAS Böse aus den geheiligten Hallen des Rocks. Nach diesem gelungenen Start ging es mit „Bolle“ und „Ich liebe Dir“ fröhlich weiter. Bei diversen Blödeleien zwischen den Songs wurde Angele Merkel im direkten Vergleich zu Tronald Dump aka Donald Trump als „totally ungrabable“ geadelt. Das bunte Potpourri des Abends wurde aus den 27 Jahren Bandgeschichte zusammengewürfelt, gemischt mit ein paar Songs von der neuen Scheibe. Letztendlich war es aber schon so, wie es Hannes auf der Bühne feststellte: „Ihr wollt doch den ganzen alten Scheiß hören, oder? Und den bekommt ihr auch!“ Alles in allem ein kurzweiliger zweistündiger Auftritt, der nie langweilig wurde. J.B.O. ist halt immer wieder und immer noch für gute Unterhaltung zu gebrauchen. (Bilder von den Verteidigern des wahren Blödsinns gibt es direkt hier)

(Text+Fotos: Björn Engelke)

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