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Frei.Wild – Rivalen und Rebellen, geliebt und gehasst zugleich

Frei.Wild – Rivalen und Rebellen Tour 2018
Dienstag, 10.04.2018 München, Olympiahalle
Support: Stunde Null, Goitzsche Front

Die Südtiroler Frei.Wild feierten am Dienstag, den 10.04.2018, ihren Tourauftakt in der Münchner Olympiahalle zusammen mit 10.000 Fans. Mit aktuellem Album „Rivalen und Rebellen“ im Gepäck zelebrierte das Quartett mit seinen Anhängern eine fette Rockparty. Dreizehn Trucks, fünf Nightliner und eine 100 Personen starke Crew sind unterwegs, um die aufwändige Produktion jeden Abend auf die Bühne zu bringen.

Bei einer Pressekonferenz vor der Show wurde Frei.Wild vom Tourneeveranstalter Global Concerts Touring GmbH, einer hundertprozentigen Tochter der DEAG, der Sales-Award für mehr als 135.000 verkaufte Tickets der „Rivalen und Rebellen“-Tour überreicht. Die Freude über die Auszeichnung war dem sympathischen Vierer ins Gesicht geschrieben und auch Global Concerts-Touring Geschäftsführerin Andrea Blahetek-Hauzenberger brachte ihre Anerkennung mit den Worten: „Wir sind sehr glücklich, gemeinsam mit der Band den nächsten Schritt auf ihrer Karriereleiter gehen zu können“ zum Ausdruck. Und das die Jungs einen riesen Schritt auf der Karriereleiter geklettert waren, stellten sie dann eindrucksvoll bei ihrem Auftritt unter Beweis.

Doch bevor Frei.Wild die Olympiahalle zum Beben brachten, schlug die Stunde Null. Die ebenfalls aus Südtirol stammenden Rocker eröffneten den Abend. Deutschrock gepaart mit einer Portion Core und Metal, knackigen Gitarrenriffs und eingängigen Hooklines, so könnte man den Sound beschreiben. Nicht neu, doch sehr erfrischend brachten Stunde Null die Fans auf Touren. (Mehr Fotos von Stunde Null gibt es hier)

Dass der Osten rockt, bewiesen anschließend Goitzsche Front aus Bitterfeld. Das Quartett um Schreihals und Schwergewicht Pascal „Bocki“ Bock rotzte seinen Deutschrock in die Menge. Doch auch ihre punkige Attitüde kam nicht nur musikalisch, sondern auch optisch durch Gitarrist Maximilian „Maxi“ Beuster zur Geltung. Wer auf stadion- und kneipentauglichen Rock mit Mitgröhl Potential steht, der wurde hier volles Brett bedient. (Hier gibt es Fotos)

Nach einer letzten kurzen Umbaupause erlosch das Licht und die Spannung war fast greifbar. Von der riesigen doppelstöckigen Bühne ragte eine Rampe in die Mitte der Halle und Sänger Philipp Burger wurde direkt am Ende der Rampe, Hydraulik sei

Dank, unter frenetischem Jubel in die Höhe gefahren. Frei.Wild eröffneten ihr Set mit dem Titelsong vom neuen Album „Rivalen und Rebellen“ und brachten die Rocksause ins Rollen. Die Fans fraßen dem Quartett vom ersten Ton an aus der Hand und grölten jeden Song lauthals mit. Anfängliche kleine Soundprobleme waren schnell Geschichte und es dröhnte druckvoll aus den Boxen. Vor allem die Lichtshow während des Gigs war beeindruckend. Hier wurde nicht gekleckert sondern richtig geklotzt. Und auch angehende Pyromanen konnten sich an Feuerfontänen erfreuen. Die Spielfreude des Quartetts übertrug sich direkt auf’s Publikum und Philipp forderte die Fans auf, lauter zu singen als die Anlage dröhnt. Und damit die Frei.Wild Anhänger gesanglich auch richtig im Timing lagen, zeigte eine „Yeah Yeah Yeah“ Lichterzeile den genauen Einsatzzeitpunkt an. Die Lautstärke in der Halle glich einem Orkan und zwischen den Songs stimmten die Fans immer wieder „Oh wie ist das schön“ Gesänge an. Entschuldigungen von Philipp bezüglich der großen Bühne, welche sie noch gar nicht richtig einschätzen und ausnutzen konnten, gingen einfach im Freudenrausch unter und es wurde gerockt und gefeiert als gäbe es kein Morgen. Mit ordentlich Schmackes ging es weiter und „Allein nach vorn“, „Südtirol“, „Es geht hier um mein Leben“ oder „Fick Dich“ durften auf der Setlist nicht fehlen. Doch es gab nicht nur volle Breitseite Rock sondern auch ruhige und nachdenkliche Töne wurden angeschlagen. Dabei tauschte Philipp die Klampfe gegen das Piano bei „Verbotene Liebe, verbotener Kuss“ und „Wenn mein Licht erlischt“. Besonders der Song „Verbotene Liebe, verbotener Kuss“ lag der Band am Herzen, wo es um etwaige Folgen einer gelebten Liebe zwischen Israelis und Palästinensern ging. Die Idee dazu kam Philipp bei einer Israel-Reise, im Oktober 2017, in Tel Aviv und hunderte leuchtende Feuerzeuge und Handys brachten dabei Gänsehautatmosphäre in die Olympiahalle. Mit „Land der Vollidioten“ ging nach zwei Stunden eine fette Rocksause mit kleinen, aber charmant überspielten Unsicherheiten zu Ende. (Zu den Fotos geht es hier)

Frei.Wild – geliebt und gehasst zugleich bewiesen an diesem Abend einmal mehr, dass sie ihre Fans mit ihrer authentischen und unverfälschten Art einfach mitreißen. Ihren Erfolg mussten sich die Südtiroler hart erarbeiten und ließen sich dabei nie von ihren Kritikern beirren und von ihrem Weg abbringen. Dafür ernten sie heute verdient die Früchte ihrer Arbeit.

(Text+Fotos: Sandra Baumgartl)