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Blessed Hellride (1 von 1)-17

FOOD ROCK Festival Starnberg Samstag, 10.06.2017 – Mehr Rock als Food Tag 2

King Kongs Deoroller-3Am Samstag strahlte die Sonne und an diesem Tag konnte auch der Veranstalter strahlen. Am frühen Nachmittag war schon gut Betrieb an den Fressständen und auch die Halle war um die Uhrzeit schon besser gefüllt als beim Headliner am Vortag. Durch die kurzfristige Absage von J.B.O. geriet der Zeitplan ein wenig durcheinander, allerdings tat dies der guten Stimmung keinen Abbruch. Grenzenlos, Schlächter und vor allem King Kongs Deoroller  brachten gute Laune unter das Volk und warfen dabei noch eine Runde „Ficken“ Schnaps in die Menge. Wer kann zu “Ficken” schon „nein“ sagen? :-)

Bei den Jungs von Delirium wurde es dann wieder ein bisschen leerer, obwohl diese mit ihrem eingängigen Deutschrock wirklich überzeugen konnten.

Tri State Corner, die multinationale Truppe um Sänger Vassilios (Lucky) Maniatopoulos, seines Zeichens auchTri State Corner-15 Drummer bei Rage, legten einen perfekten Auftritt hin. Die Bouzouki (ein griechisches Lauteninstrument) verlieh den Songs einen ganz besonderen Touch und doch fehlte es der Band nicht an Härte. Das eingängige „Sooner or later“ packte einfach jeden und auch „Home“, die Single vom neuen Album, wusste zu überzeugen. Doch nicht nur fette Riffs donnerten aus den Boxen, auch bei ruhigen Nummern konnte die Band ihre Qualitäten ausspielen. Lucky’s Bandkollegen  von Rage, Peter „Peavy“ Wagner und Marcos Rodriguez, beobachteten den Gig von der Galerie aus und waren sichtlich stolz auf ihren Kollegen. Kein Wunder, dass es in der Halle während des Auftritts immer voller wurde. Tri State Corner, eine Band die ihr auf jeden Fall anchecken solltet. Es lohnt sich!

Nitrogods-2Rockig und rotzig ging es dann mit den Nitrogods weiter. Bikern dürften die Herren nicht unbekannt sein, verbindet man doch ihren Sound automatisch mit wummernden Zweizylindern und einem kühlen Blonden (oder EINER kühlen Blonden).  „At Least I’m Drunk“, „Whiskey Wonderland“ oder „Wasted in Berlin“ knallten fett aus den Boxen und auch das neue „Roadkill BBQ“ war live einfach nur der Hammer. Bei diesem Trio, werden unweigerlich Erinnerungen an Motörhead wach.

Wer jetzt noch nicht im „bierseligen“ Partymodus war, dem konnten eigentlich nur noch Blessed Hellride aufBlessed Hellride (1 von 1)-2 die Sprünge helfen. Im wahrsten Sinne des Wortes mit wehenden Fahnen enterte das Quintett aus Trier die Bühne. Und Shouter Tiny, die Axtfraktion und auch das Tier hinter den Kesseln überzeugten von der ersten bis zur letzten Minute ihres Sets. Geniale Riffs wurden im Akkord aus dem Ärmel geschüttelt und Wuchtbrumme (darf man das zu einem Kerl sagen?) Tiny ließ mit seinem gewaltigen Organ den Schuppen erzittern, während Feuerfontänen gen Blessed Hellride (1 von 1)-11Hallendecke schossen und dem Gig den letzten Feinschliff gaben. Hier wurde nicht gekleckert sondern richtig geklotzt. Anleihen an Black Label Society waren deutlich hörbar, doch Blessed Hellride glänzten trotzdem mit ihrem ganz eigenen, unverwechselbaren Sound und müssen sich auf keinen Fall hinter Größen der Szene verstecken. Fazit: Die Hellrider kamen, sahen und SIEGTEN. Mein persönlicher Headliner des Abends! Einfach nur fett.

Rage, das Trio um Mastermind Peter „Peavy“ Wagner,
drücken seit mehr als 30 Jahren ihren Fans feinsten Power Metal in die Lauscher.Rage (1 von 1)-2 Nach dem Abflug von Flitzefinger Smolski wurden gar Gerüchte über eine Auflösung laut. Doch “Peavy” holte sich Frohnatur Marcos Rodriguez als Smolski Ersatz ins Boot und Ausnahmetalent Vassilios „Lucky“ Maniatopoulos übernahm den Part an den Kesseln. In dieser Zusammensetzung sind Rage besser und kreativer denn je, schieben doch die Herren am 28.07.2017, bereits 14 Monate nach dem überaus erfolgreichen Vorgängeralbum “The Devil Strikes Again”, ihr mittlerweile 23. Studioalbum “Seasons Of The Black”  hinterher und Anfang 2018 gleich noch eine Tour. In Starnberg feierten die Fans Rage von der ersten bis zur letzten Minute und Hymnen wie “Soundchaser” und das endgeile “Higher than the sky” wurden lauthals mitgesungen. Die Spielfreude merkte man der Band in jeder Minute an und der Gig ging viel zu schnell vorbei.

Während Rage die Menge in der Halle in Wallungen brachten, zerlegten Sweeping Death die kleine Außenbühne mit feinstem Thrash Metal und erfeuten jedes Metallerherz. Die Stimmung war einfach klasse und Sweeping Death wurden von den Hardwurstern gefeiert als gäbe es kein Morgen.

Hämatom (1 von 1)-15Hämatom fielen an diesem Tag musikalisch und optisch etwas aus der Rolle, wurden aber vielleicht genau deshalb ihrem Headliner Status komplett gerecht. Die Bühne wurde komplett verhüllt vor der Show und als die ersten Töne erklangen und der Vorhang fiel, war die Stimmung schon auf dem Siedepunkt. Der Opener “Wir sind Gott” war eine klare Ansage und zeigte die Richtung an und den Fans wurde sowohl optisch als auch musikalisch viel geboten. Wenn man die Jungs sieht, fallen einem augenblicklich die “Maskenkasper” von Slipknot ein,Hämatom (1 von 1)-9 auch wenn es bei den Amis noch um einige Takte härter zur Sache geht. Hämatom wurden frenetisch abgefeiert und ließen mit einer Zugabe das zweite Food Rock Festival ausklingen, Headlinerstatus sei Dank.

Das zweite Food Rock Festival kam nach diversen Anlaufschwierigkeiten am Freitag doch noch richtig gut in Schwung. Und es bleibt zu hoffen, dass die Veranstalter, trotz mangelnder Besucher am Freitag, nicht das Handtuch werfen und ein Hämatom (1 von 1)-19drittes Food Rock Festival 2018 auf die Beine stellen. Ein riesen Dank an Euch für die Mühen der Organisation. Wir möchten auch nicht versäumen, denDelirium-9 Jungs und Mädels in den Food Trucks zu danken, den immer freundlichen und hilfsbereiten Securities und den fleißigen Händen vor und auf der Bühne. Ein spezieller Dank geht an die Pyrotecs und vor allem an die “Herrscher” über Sound und Licht. Ihr habt einen hervorragenden Job geleistet, Euch durch Kilometer von Kabeln gewühlt, um wirklich jede Band im besten Sound und Licht erstrahlen zu lassen. Ohne euch, die ihr meist im Hintergrund werkelt, wäre dies alles nicht möglich gewesen. DANKE!

Man muss nicht hunderte von Euro für ein Festival ausgeben, um Spaß zu haben. Oft sind es die jungen Bands, welche sich den Arsch abspielen und geniale Shows liefern. Deshalb, ihr Fans da draußen, supportet auch kleine, regionale Veranstaltungen! Die Macher geben alles, um z.B Bands wie Rage in die “Provinz” zu locken. In diesem Sinne sehen wir uns 2018  hoffentlich zahlreicher beim dritten Food Rock Festival wieder!

(Text+Fotos: Sandra Baumgartl)

©Sound Infection 2015