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SUICIDAL TENDENCIES_2017-01-25_017

EMP PERSISTENCE TOUR 2017: HARDCORE WORLDWIDE UNITED

EMP Persistence Tour 2017
Mittwoch, 25.01.2017 München, Backstage Werk
Bands: Mizery, Burn, Down To Nothing, Muncipal Waste, Walls of Jericho, Agnostic Front, Suicidal Tendencies

Der Neujahrskater ist kaum überwunden und ehe man sich versieht steht die alljährliche Persistence-Tour vor der Tür. Auch dieses Jahr wurde nicht gekleckert, sondern geklotzt. Diese Konzertreihe mutiert für mich zu einem jährlichen Highlight und ich freue mich wie Bolle, wenn dann jeweils im Herbst die neuen Bands für das Follow-up angekündigt werden. Der Zustrom am Mittwochabend zum Backstage war entsprechend groß und versprach damit gute Laune satt. Bei einem Lineup von sieben Bands war der Zeitplan entsprechend straff; pünktlichst um 18:00 legte der Hardcore-Dampfer ab.

MizeryDer Abend wurde von Mizery aus San Diego, Kalifornien eröffnet. Die Jungs hatten einen guten Start und legten mit voller Energie los. Eine Mischung aus Punk, Hardcore und Trash fegte den ersten Besuchern um die Ohren, beseitigte eventuell vorhandene Hörblockaden schmerzlos und sorgte für die erste Bewegung in der Arena. Oft haben es die Opener etwas schwer, aber mit Mizery gelang der Einstieg in den Abend ohne Anlaufschwierigkeiten und das einströmende Publikum war von Anfang an voll da.

BurnBurn aus New York waren die zweiten im Bunde. Sie knüpften nahtlos an den Vorgänger an und bliesen dem steten Zustrom eine gehörige Portion ihrer Variante von New York Hardcore um die Ohren. Soundtechnisch nicht ganz auf meiner Wellenlänge fanden Sie beim Publikum wohlwollend Gehör und positives Feedback.

Down To NothingMit Down To Nothing aus Richmond Virginia ging es wieder mehr in die klassische Hardcoreschiene. Das nun schon fast volle Backstage Werk war gut in Stimmung und die Feier ging gut ab. Aber das war alles nur das Vorspiel für das, was noch folgen würde… (Fotos der Anheizer gibt es direkt hier)

Municipal Waste_2017-01-25_002Muncipal Waste, ebenfalls aus Richmond, sind ja optisch irgendwie mehr Richtung 80er Jahre Metal einzuordnen, ihre Mischung aus Speed-Metal-Punk fand ich persönlich recht witzig. Das Publikum honorierte die Jungs mit vollem Einsatz und es gab voll auf die Zwölf. Sänger Tony „Guardrail“ Foresta gab alles, schrie und tobte auf der Bühne herum. Das Mikrofon machte zwischendurch immer wieder mal schlapp aber dies tat der Stimmung keinen Abbruch; Texte verstehen wird sowieso überbewertet.

Walls of JerichoAb jetzt standen „nur“ noch 3 Bands auf der Liste, allerdings diejenigen, auf die alle gewartet hatten. Den Anfang machten hier Walls of Jericho. Shouterin Candace teilte von Anfang mit der groben Kelle aus und wie zu erwarten, gab es kein Halten mehr. Crowdsurfing und Pogorausch. Der Aufforderung zum Stagediven kamen sogleich etliche Fans nach, hatten allerdings die Breite des Bühnengrabens unterschätzt, es gab einige böse Abstürze. Worauf dies von der Security (meiner Meinung nach zu Recht) unterbunden wurde, sehr zum Missfallen der entsprechenden Menschen. Zum Abschluss des Auftritts stellte sich Candace wie gewohnt auf die Bühnenabsperrung und ging mit den Fans auf Tuchfühlung. (….und noch mehr Fotos)

Agnostic ForntDie Godfathers of New York Hardcore Agnostic Front waren die Nächsten und gaben alle ihre Kracher zum Besten. Zu „Gotta go“ holten sie zwei Kids, die wohl jüngsten Fans im Raum, auf die Bühne: „This is the next generation!“ In einer guten Dreiviertelstunde gab es für alle etwas: „Old New York“, „For My Family“, „Blitzkrieg Bop“, „Never Walk Alone“, um nur einige Songs zu nennen. Roger, Vinnie und ihre Mannen zeigten wieder mal, dass sie es einfach draufhaben und das Publikum zollte ihnen den Respekt, den sie ohne Zweifel verdienten. Roger bedankte sie wie immer bei den Fans mit Handshake, bevor er wieder hinter die Bühne verschwand.

SUICIDAL TENDENCIES_2017-01-25_014Der krönende Abschluss bildeten dieses Jahr Suicidal Tendencies. „Cyco“ Mikos Truppe zeigte sich mal wieder in Bestform. Von S-T-Rufen angefeuert eröffneten sie mit „You can’t bring my down“ ihre Show. Ich hatte letztes Jahr auf dem Rockavaria die Ehre, sie zu sehen und ich muss einfach sagen, dass eine Club-Atmosphäre durch nichts zu ersetzen ist. Die vier Kalifornier zeigten sich von ihrer besten Seite. Hardcore-Skate-Punk ist noch lange nicht tot und die Menge tobte. Die Bühnenmannschaft bekam ordentlich zu tun. Aber so soll es sein, das sind die Konzerte, an die man sich noch jahrelang erinnern wird. Suicidal zeigten wieder einmal mehr, dass sie nicht zum alten Eisen gehören und zerlegten den Laden nach allen Regeln der Kunst, bis es dann um kurz vor zwölf leider vorbei war. Ich freue mich auf jeden Fall auf die nächste Persistence Tour 2018… (direkt hier gibts auf die Augen)

(Text+Fotos: Björn Engelke)

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