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Ektomorf live in München, 27.11.2015 Backstage, Halle

Ektomorf live in München – Aggressor Tour
Freitag, 27.11.2015 Backstage, Halle
Support: Cane Hill, ETECC, Hot Beaver, Shredhead

Dieser trübe und kalte Freitag im November sollte ein langer Abend im Münchner Backstage werden, denn EKTOMORF ließen die Stimmung gleich von vier Bands anheizen, welche unterschiedlicher nicht sein konnten.

Cane Hill

Cane Hill

Es ist noch nicht viel los in der Halle, als pünktlich um 19:00 Uhr die vermummten Gestalten von CANE HILL auf der Bühne erschienen. Auf die Spielfreude der Band hatten die wenigen Besucher keinen Einfluss, sodass die Herren aus Budapest sich ordentlich ins Zeug legten und ihr moderner Metal, der an P.O.D oder Ill Nino erinnerte, versetzte Nacken in Bewegung und Füße wippten automatisch im groovigen Takt. Optisch kamen einem bei dem Anblick wohl eher Slipknot in den Sinn und kaum war der Gedanke dem Hirn entsprungen, erklangen die ersten Takte von „Duality“ – und die Ungarn präsentierten uns eine Coverversion, welche Slipknot fast schon alt aussehen ließ! Ein super Auftritt, sodass man gespannt sein durfte, wie es weitergehen würde.

ETECC

ETECC

ETECC aus Wolfsburg waren ein ganz anderes Kaliber. Mit ordentlich Wucht und Druck im Gepäck und jeder Menge Pantera und Metallica im Blut, thrashte sich die Truppe durch ihr, leider viel zu kurzes Set, dass es eine Freude war. Schreihals Rouven, der auch gleichzeitig den Bass malträtierte, erinnerte stimmlich stellenweise an Mr. Hetfield und es sollte jedem Old-School-Fan bei diesen Jungs das Herz aufgegangen sein. Um die frühe Uhrzeit waren die Münchener Fans mit der Frage „München, wer hat heute schon gefickt?“ noch etwas überfordert, aber ETECC, IHR habt uns mit eurer Musik „gefickt“ und einen ersten „Höhepunkt“ an diesem Abend beschert. Vielen Dank dafür.

Hot Beaver

Hot Beaver

Nach einer kurzen Umbaupause betraten HOT BEAVER die Bühne und man war gespannt, was jetzt kommen sollte. Hardcore? New Metal? Thrash? Alles völlig falsch. Die jungen, ebenfalls aus Ungarn stammenden Herren, haben sich mit Leib und Seele dem Stoner Rock verschrieben und Sänger und Fronter Beni unterstrich diese Leidenschaft bei jedem Stück noch mit seiner Mimik und Gestik. Zwei junge Damen im Publikum hatten es dem sympathischen Fronter besonders angetan und er widmete den beiden direkt einen Song. Tolle Hooks, geniale Gitarrenparts, hier und da eine kleine Portion Grunge hinterließen einen bleibenden Eindruck. Für Stoner Rock Liebhaber ein absoluter Geheimtip!

Shredhead

Shredhead

SHREDHEAD – hier war der Name Programm! Die Israelis schredderten auch gleich los und brachten die Fans ordentlich in Wallungen. Jetzt kam zum ersten Mal Bewegung in die mittlerweile gut gefüllte Halle und man sah unzählige Matten fliegen. Doch noch nicht alle Fans ließen sich von SHREDHEAD mitreißen und führten munter ihre Diskussionen inmitten der Halle weiter. Sehr zum Missfallen von Aharon dem bärtigen und gewamperten Fronter der Band. Dieser fackelte aber nicht lange und schickte eine direkte Ansprache an die beiden blonden dreadgelockten Typen. Es dauerte aber eine Weile bis diese merkten, dass sie im Mittelpunkt des Interesses standen… Am Ende des Sets gab es aber noch Shake Hands für die beiden von Aharon. Ende gut, alles gut.

Vor der Bühne wurde es jetzt immer enger und die ersten Rufe nach EKTOMORF wurden laut. Als Zoltán „Zoli“ Farkas und seine Mitstreiter die Bretter enterten, gab es kein Halten mehr. Mit dem Song „Aggressor“ vom gleichnamigen Album eröffneten Ektomorf ihr Set und die Fans rasteten komplett aus. Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, wie Front- und Rampensau Zoli durch das Set tobt, und seine Wut bei Songs wie „Fuck you all“, „Holocaust“, „Outcast“ oder „Gipsy“ hinausschreit.

Ektomorf

Ektomorf

Und zwischen all dieser Wut erscheint immer wieder dieses schelmische Lächeln des sympathischen Fronters in Richtung Fans und Bandmitglieder. Die EKTOMORF-Anhänger agierten entsprechend und ließen ihrer aufgestauten Energie beim Bangen, Springen und in den immer wieder entstehenden Circle Pits freien Lauf. Auch die „Fuck you“-Ansagen von Zoli an die Terroristen und Kritiker dieser Welt wurden lauthals von den Fans unterstützt. Die „Ektomorf, Ektomorf“-Rufe nahmen kein Ende, Zoli und der Rest der Band ließen sich minutenlang feiern und waren sichtlich überwältigt von so viel Enthusiasmus, welcher ihnen in München entgegenschlug. Weitere Verschnaufpausen gab es keine. Ektomorf zockten sich weiter durch ihre Songs, als gäbe es kein Morgen. Aber die Bajuwaren waren von den Magyaren an diesem Abend nicht tot zu kriegen und Zoli und Band spielten fast zwei Stunden bevor glücklich grinsende, verschwitzte Headbanger endlich in die frostige Münchner Nacht entschwanden.

Ungarns erfolgreichster Metal Export EKTOMORF haben nichts von ihrer Wut und Aggressivität verloren, sind sich und ihrem Sound immer treu geblieben und für ihren Groove lieben sie ihre Fans. Innovation braucht es nicht – denn wo EKTOMORF  draufsteht, da muss auch weiterhin EKTOMORF drin sein.

(Sandra Baumgartl)

©Sound Infection 2015