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DVD Tipp: Zombies from Outer Space

SciFi Horror trifft Heimatfilm

Auf dem letzten Weekend of Horrors  feierte der Film “Zombies from Outer Space” seine DVD Premiere. Sound Infection feierte mit und traf den Drehbuchautor und Regisseur Martin Faltermeier am Rande des Horror-Wochenendes.

Zombies from Outer Space, Quelle: Fear4You

Zombies from Outer Space, Quelle: Fear4You

Andere Länder, andere Filme.
Filme sind auch stets das Spiegelbild ihrer Zeit, ob nun bewusst oder unbewusst. Die Paranoia der McCarthy-Ära mit ihrer Angst vor einer kommunistischen Bedrohung und der Furcht vor einem Atomkrieg fand einen direkten Widerhall  in vielen B-Pictures des Science-Fiction und Horror Genres.

Zur selben Zeit in Deutschland: Nach den Schrecken des Krieges und der nationalsozialistischen Diktatur war vor allem Verdrängung angesagt. Das brachte das wohl einzige deutsch-österreichische Genrekino hervor – den Heimatfilm. Eine heile Welt in der Konflikte überwunden werden, die Liebenden zum Schluss stets zusammen finden und das Ende immer happy ist.

Wie wäre es nun, diese beiden Genrewelten aufeinander prallen zu lassen in einem 50er-Jahre-Sci-Fi-Horror-Heimatfilm? Genau das haben die Macher von Zombies from Outer Space getan.

Die Geschichte
Im ländlichen Bayern der späten 50er Jahre ändert sich das Leben der jungen Maria (Judith Gorgass) schlagartig, als sie im Wald die Leiche einer unbekleideten Frau entdeckt. Ein Wissenschaftler (Florian Kiml) und ein US-Offizier (Siegfried Foster) werden mit der Lösung des Falles beauftragt.
Der Ärger scheint vorprogrammiert, denn beide interessieren sich für die schöne Maria. Nachdem der Amerikaner bei der Untersuchung eines Kornkreises eine außerirdische Leiche entdeckt, kommt der Wissenschaftler bei der Obduktion, zu einer schrecklichen Erkenntnis. Bevor er die Bevölkerung warnen kann, steigen untote Außerirdische aus ihren Gräbern unter den Kornkreisen empor, um die Menschheit zu vernichten… Die beiden Konkurrenten müssen zur Erkenntnis kommen, dass sie nur gemeinsam eine Chance haben, die Welt zu retten.
(Pressetext)

Fear4You und Ed Wood
Der Titel des Films spielt auf den Ed Wood Film Plan 9 from Outer Space an. Dieser B-Film wurde einst zum schlechtesten Film aller Zeiten gekürt. Im Laufe der nächsten Jahrzehnte erlangte er aber Kultstatus und Tim Burton setzte Ed Wood mit dem gleichnamigen Film ein liebevoll gestaltetes Denkmal. Was Ed Wood auszeichnete, war eine große Liebe zum Kino und dass er ihm gelang – allen Widerständen zum Trotz – seine Filme zu realisieren. Beides zeichnet auch die Independentfilmschmiede Fear4You aus. So taugt Edward D. Wood Jr. dann auch tatsächlich als Identifikationsfigur – nicht als schlechter Filmemacher, sondern als Kinoenthusiast.

Der Unterschied: Ed Wood wollte gute Filme drehen, was ihm misslang. Fear4You machten mit ihrem Werk ganz bewusst Trash und dabei entstand ein amüsanter und sehenswerter Film, der kenntnisreich mit den Genreversatzstücken spielt, die Vorbilder gelungen zitiert und eine Hommage an Ed Wood, die B-Movies und das oft geschmähte Genre des Heimatfilms vorlegt. Das Ganze natürlich nicht ohne  Augenzwinkern.

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Der Blick für Details
Auch wenn ZFOS eine Low-Budget Produktion ist, versteht der Film durch seine Liebe zum Detail zu überzeugen. Und wenn das Englisch der Amerikaner so gar nicht amerikanisch klingt, dann ist das volle Absicht, denn genauso klingt ein Onkel aus Amerika in deutschen Heimatfilmen. Gut beobachtet und umgesetzt!

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Regisseur und Autor Martin Faltermeier auf dem Weekend of Horrors, Foto: Mick Baltes

Kein Sci-Fi Film kommt ohne Spezialeffekte aus. Aber Keine Angst die Ufos hängen hier nicht wie bei Ed Wood an sichtbaren Nylonschnüren.
Dazu Produzent Martin Hager in einem Interview mit wissenstattglauben.blogspot.com:

Wir wollen diese Filme feiern aber nicht lächerlich machen oder 1:1 kopieren. Wir machen einen Film in der Tradition der B-Moviemaker der 50er Jahre. Das heißt mit den bescheidenen Mitteln die uns zur Verfügung stehen, das maximale rauszuholen – dazu gehört heute auch die Computeranimation.[…] Dennoch hat niemand CGI-Aliens, die durch CGI Landschaften stapfen zu befürchten, wir setzen in unserem Film auf einen ausgewogenen Mix aus handgemachten und computergenerierten Effekten und setzen letztere eher selten ein.

Roswell liegt in Niederbayern
Der Film beginnt mit einem kleinen Prolog. Die Kamera gleitet über ein Kornfeld. Der Text “Bayern 1947″ blendet ein. Das ist natürlich kein zufällig gewähltes Datum, denn 1947 stürzte angeblich ein UFO in der Nähe der Kleinstadt Roswell im US-Bundesstaat New Mexico ab…

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Die Eröffnungsszene, Quelle: Fear4You

und wie wir jetzt wissen – auch in Bayern. Ein archetypischer Bilderbuch-Bauer findet in dem Kornfeld einen Alien Schädel. Als er ihn näher untersucht, erwacht der Kopf zum Leben und beißt dem Bauern zwei Finger ab. Wunderbar die (bewusst etwas zu lange und gerade deshalb perfekt getimte) Schrecksekunde, die dann endlich in einen nicht enden wollenden Schrei übergeht, während sich die Kamera in einer nahezu klassischen Einstellung in die Höhe schwingt und den Blick auf symmetrische Kornkreise freigibt. Diese erste Szene führt uns bereits meisterhaft in die Welt dieses Genre-Crossovers ein.

Es folgen 95 Minuten gute Unterhaltung in der weder die Stereotypen des Heimatfilms, wie der Pfarrer, die grantige Bäuerin und der etwas tumbe Dorfpolizist, noch die Unheil verkündenden Nebelschwaden fehlen, untermalt mit der emblematische Theremin Musik von Ausnahmekünstlerin Lydia Kavina. Ferner waren am Soundtrack namhafter Bands aus der Rock‘nRoll-Szene (the Meteors, Cherry Casino, Mars Attacks und the Bricats) und die bayerische Kult-Band Biermösl Blosn beteiligt. Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden…

Die DVD  ist vorbildlich ausgestattet. Es gibt ein sehr informatives Making of mit vielen Interviews, Deleted Scenes, Outtakes und für alle die des Bayrischen nicht mächtig sind auch die Option den Film mit Untertiteln anzuschauen.

Weitere Informationen zum Film findet ihr auf der Zombies from Outer Space Homepage.

von Mick Baltes

©Sound Infection 2015