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  • Release Date: Oktober 10, 2014
  • Catalog No: B00M3J2UVS
  • Label: Polydor / Universal
  • Type: Pop
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The Dark Tenor: Symphony Of Light

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Mysteriöser Maskenball

Schwarze Masken, schwere Unfälle und der ewige Kampf zwischen Gut und Böse – die erste Präsentation des DARK TENORs klingt eher wie ein schlechter Abklatsch vom Phantom der Oper und lässt einen Tsunami des Kitschs vermuten – das Debütalbum des düsteren Opernsängers kann jedoch weit mehr und entpuppt sich dank aufwändiger Umsetzung und mitreißenden Melodien als absolut gelungen. Der Crossover aus Pop und Klassik ist mittlerweile zwar nichts Neues mehr, interessant ist bei ”Symphony Of Light” jedoch das wiederkehrende Samplen berühmter klassischer Songs von Tschaikowsky, Camille Saint-Saens und vielen mehr. Behutsam werden markante Passagen aus den Liedern hervorgegrissen und in ein poppiges Umfeld mit elaborierten Vocals gesetzt, was immer wieder den Eindruck der Vertrautheit erweckt und dem Hörer erlaubt, bereits beim ersten Durchlauf des Albums mitzusummen.

Mysteriös, elegant und düster: The Dark Tenor (Foto: Helen Sobrialski)

Mysteriös, elegant und düster: The Dark Tenor (Foto: Helen Sobrialski)

Zwar bringt der Tenor durch seine Geschichte einen leichten Gothic-Hauch mit sich, in der Musik ist dieser jedoch kaum wiederzufinden. Durch die starken Klavierpassagen, Chöre und den Orchesterflair wird ”Symphony Of Light” eher zu einem allgemeintauglichen Ohrgenuss macht, der sowohl Jung als auch Alt anspricht und sich besonders gut mit einem Gläschen Wein vorm Kamin genießen lässt. ‘Love Is Light’ trabt erhobenen Hauptes voran und reißt durch seinen Rhythmus sofort mit, während ‘River Of Life’ mit sanfter Melancholie kontrastiert und den ein oder anderen zufriedenen Seufzer verursacht, ohne jedoch an kitschigen Ufern anzulegen. Immer wieder überrascht der Tenor mit neuen Inszenierungen altbekannter Lieder und erzeugt durch die Atmosphäre der Songs ein homogenes Gebilde aus 13 kleinen Geschichten, die sich einem gewissen Pathos zwar nicht entziehen, aber dafür enorm eingängig und elegant sind.

Obgleich diese Scheibe vermutlich zu denen zählt, für die in den Werbepausen auf RTL geworben wird, sollte man dieses Ansprechen der Massen nicht zum Nachteil des Tenors auslegen, sondern ihm dafür applaudieren, dass es ihm gelang, einen Silberling aufzunehmen, der vermutlich vielen jungen Leuten die klassische Musik näherbringen kann und außerdem, mal ehrlich: Seine Stimme ist großartig und die Zusammensetzung der Songs ebenso. Offen bleibt die Frage, wer sich hinter der Maske verbirgt…

(Anne Catherine Swallow)

©Sound Infection 2015