Das selbstbetitelte Album "Smoke Fairies" erscheint am 11. April 2014
  • Release Date: April 11, 2014
  • Catalog No: B00I0IL2SI
  • Label: Full Time Hobby/Rough Trade
  • Type: Folk, Pop, und Singer-Songwriter
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Smoke Fairies: Smoke Fairies

Rating:

Märchenhaftes Zwiegespräch aus dem Feenzauberwald

„In dem Kleid siehst du fett aus.“ – Mit einer solchen Offenheit dürfen sich nur wahre Freundinnen angehen. Und letztlich ist es zum Besten, wenn man das Kleid dann im Schrank lässt. Ähnlich verhält es sich mit der neue Platte der Smoke Fairies, denn Jessica Davies und Katherine Blamire haben sich nicht gescheut, Missfallen an ihren Kreationen auszudrücken.

„Es ist ein Zeichen dafür, wie lange wir schon befreundet sind, wenn man sich sagen kann: ‚Das ist scheiße.‘“

Und so hat es auch nur das Beste auf das selbstbetitelte dritte Album geschafft.

In den sechs Jahren, seitdem die Smoke Fairies zum ersten Mal ein Aufnahmestudio betreten haben, ist einiges geschehen. Jessica Davies und Katherine Blamire blicken unter anderem auf zwei von Kritikern hochgelobte Albumveröffentlichungen, Touren mit Bryan Ferry (Roxy Music), Richard Hawley (Longpigs, Pulp) und Laura Marling sowie eine auf Jack White’s (The White Stripes) „Third Man Records” erschienene Single zurück.

Und trotzdem wäre „Smoke Fairies“ fast nicht erschienen. Selbstzweifel plagten Jessica, denn trotz all der Bestätigung konnte das Duo immer noch nicht von seiner Musik leben. Jessica überlegte, ob es überhaupt Sinn mache, die Band weiterzuführen. Ein Blick auf die Rolle, die die Smoke Fairies im Leben der beiden Schulfreundinnen spielten, machte ihnen allerdings klar:

„Das ist unser Leben.“

Musik, gleichzeitig luftig und erdig: die Smoke Fairies auf ihrem selbstbetitelten Album (Foto: verstärker.com)

Musik, gleichzeitig luftig und erdig: Die Smoke Fairies auf ihrem selbstbetitelten Album (Foto: verstärker.com)

Glück im Unglück: Dieser Stolperstein war gleichzeitig Grundstein für einen der stärksten Songs auf „Smoke Fairies“. Der bedeutungsschwangere Eröffnungstrack „We’ve Seen Birds“ ist Jessicas musikalische Entschuldigung dafür, dass sie Katherine mit ihren Zweifeln einen solchen Schrecken eingejagt hat.

„Smoke Fairies“ ist eine Zäsur im Schaffenswerk der beiden Engländerinnen. Zwar ist ihr Sound – eine Mischung aus amerikanischem Blues und britischem Folk – weiterhin unverkennbares Merkmal, aber finden sich nun auch neue Ausdrücke, Klänge, Drums und Pop-Elemente. Der Gesang verlässt die Harmonien der vorherigen Alben zunehmend, alles zu Blumige wurde entfernt. „Smoke Fairies“ ist ein zauberhaftes Zwiegespräch zweier Frauen, die erwachsen werden.

Trotzdem bleibt das Duo den Assoziationen mit ihrem Namen – Sommernebel und Feenreich – treu. Zärtlich schmiegen sich Melodien und Gesang in die Hörmuschel und verweilen dort in wärmender Ruhe. Tracks wie „Eclipse Them All“, „Hope Is Religion“ oder „Your Own Silent Movie“ zeigen, wie sehr Jessica Davies und Katherine Blamir in ihren Singer-Songwriter-Qualitäten gewachsen sind und beweisen, dass man noch Chaos in sich haben muss, um einen tanzenden Stern zu gebären.

Smoke Fairies – offizielle Homepage
Smoke Fairies – Facebook

(Kathrin Tschorn)

©Sound Infection 2015