rhonda-raw-love-album-cover
  • Release Date: Juli 25, 2014
  • Catalog No: B00KD0Z6WY
  • Label: Pias
  • Type: Pop
Album kaufen bei Amazon

Rhonda: Raw Love

Rating:

Neo-Soul im Karussell-Takt

Wenn man Rhonda dem bis dato unbefleckten Hörer zugänglich machen müsste, so stelle er sich Folgendes vor: Duffy meets Amy Winehouse meets The Boat That Rocked meets ein historisches Karussell. Allein, das reicht nicht wirklich aus, um den Vintage-Sound des Hamburger Quintetts hinreichend zu beschreiben. Die abgestaubten 60er, die Rhonda auf ihrem Debütalbum „Raw Love“ präsentieren, sind wie eine Fahrt in einem Karussell, das sich immer schneller dreht.

Rhonda machen alte Musik, zu der sie jedoch auf eine sehr moderne Weise fanden: Crowdfunding. Alle fünf Musiker – Milo Milone (Vocals), Ben Schadow (Gitarre), Jan Fabricius (Bass), Offer Stock (Orgel) und Gunnar Riedel (Drums) – spielten bereits vor Rhonda-Gründung im Mai 2012 in verschiedenen Bands, fanden aber erst mit dem gemeinsamen Neo-Soul, den sie bereits auf zahlreichen Gigs präsentierten, ihre wahre musikalische Bestimmung. Rund um ihre Konzerte finanzierten sie, nachdem sie die Debütsingle auf Shows restlos ausverkauft hatten, eine zweite Single via Crowdfunding und verschenkten selbstgebackenen Apfelkuchen oder signierte Vintage-Plattenspieler an die Unterstützer.

Der kometenhafte Aufstieg – lies noch einmal: Bandgründung im Mai 2012 – zeigt, dass Rhonda wahrlich eine Investition wert waren. Mit dem Debütalbum „Raw Love“ dürften die Crowdfunding-Zeiten allerdings erst einmal hinter ihnen liegen. Die elf Songs schlagen die Brücke von der 60er-Lässigkeit in die heutige Zeit und bedienen den derzeitigen Wunsch nach Vintage. Irgendwann kommt eben alles wieder in Mode, abgestaubt und neu lackiert.

Das Quintett aus Hamburg präsentiert den abgestaubten Sound der 60er Jahre ( Foto: Carlos Fernandez Laser)

Das Quintett aus Hamburg präsentiert den abgestaubten Sound der 60er Jahre ( Foto: Carlos Fernandez Laser)

Die Singleauskopplung „Camera“ singt davon ein Liedchen. Zwar erinnern Sound und Gesang maßgeblich an die 60er, moderne Gitarrenriffs holen den Song jedoch ins Hier und Jetzt. Diese Mischung zieht sich galant und schwofend durch das gesamte Album. Eindeutige 60s-Beat-Elemente treffen auf moderne Arrangements, manchmal ergänzt durch die melodische Klangmusik eines historischen Karussells. Eine wunderschön anzuhörende Melange. Anspieltipp: die Ballade „I Need No Help“

Wer der Musik der 60er Jahre, der Beat-Generation, Orgeln, Schmalztollen, Petticoats, Adele und Amy Winehouse etwas abgewinnen kann, wird sich bei Rhonda zu Hause fühlen. Die locker-lässigen Beats versüßen das Laissez-faire der späten Sommertage.

Rhonda – offizielle Homepage
Rhonda – Facebook

(Kathrin Tschorn)