• Release Date: August 29, 2014
  • Catalog No: B00JPSAM9M
  • Label: Partisan Records
  • Type: Jazz und Pop
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PHOX: PHOX

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Zwischen Südstaaten, Afrika, Karibik und dem Nimmerland

Jetzt lehnen wir uns mal zurück, unsere Augenlider werden schwer, unsere Muskeln entspannt, unser Körper, unser Geist relaxt – denn jetzt hören wir PHOX. Bei PHOX geht es immer sehr entspannt zu, eben dieses Südstaaten-Lebensgefühl – obwohl die Band eigentlich aus Wisconsin kommt, was ziemlich weit im Norden der USA liegt –, gepaart mit jazzigen, afrikanischen und karibischen Klängen. Aber das wirkliche Highlight dieser Band ist Sängerin Monica Marin, die das Timbre Nina Simones mit der Präsenz Sades vereint.

So wirkt es fast unglaublich, dass sie erst von ihrem Talent überzeugt werden musste, bevor sie sich traute, sich den Klanglandschaften aus Holzbläsern, Pianos und E-Gitarren der Bandmitglieder Jason Krunnfusz, Matthew Holmen, Zach Johnston, Matteo Roberts und Davey Robert voranzustellen. Die sechs untypischen Musiker waren zusammen zur Highschool gegangen und zogen nach einigen Niederlagen außerhalb ihrer Heimatstadt Baraboo in Wisconsin zusammen in ein Haus. PHOX waren geboren und nun hat auch ihr selbstbetiteltes Debütalbum das Licht der Welt erblickt.

Südstaatenflair aus Wisconsin: PHOX (Foto: verstärker.com/Pip for Partisan Records)

Südstaatenflair aus Wisconsin: PHOX (Foto: verstärker.com/Pip for Partisan Records)

Die Arrangements darauf sind farbenfroh, aber subtil, vereinen Americana-Einflüsse mit karibischen Klängen, die zwar entspannt und lässig klingen, jedoch immer wieder auf melancholische Texte treffen. PHOX selbst sagen über ihren Sound:

„Unsere Musik streift auf der einen Seite Feist, auf der anderen Monthy Python.“

Das Sahnehäubchen auf diesem gemischten Becher ist die Stimme von Monica Marin, die mit ihrer jazzigen Nonchalance sicherlich zum Südstaatenflair der Kompositionen beiträgt. Bestes Beispiel dafür ist die Single „Slow Motion“, die sowohl das Soundgefühl der Band einfängt als auch einen Spiegel der Gefühlswelt des gesamten Albums bildet.

Das einzige Problem – was oft bei ruhigen Kompositionen auftritt –, ist zu viel Ruhe. Das ein oder andere fetzige i-Tüpfelchen hätte „PHOX“ sicherlich nicht geschadet; es leidet aber auch nicht übermäßig unter dessen Fehlen. Das mit Sicherheit anstehende Zweitlingswerk wird in dieser Hinsicht vermutlich Abbitte leisten.

In jedem Fall haben PHOX etwas Magisches erschaffen, einen Eingang in eine entspannte und verwunschene Welt, die sich irgendwo im Äther zwischen Südstaaten, Afrika, Karibik und dem Nimmerland befindet. Absolut hörenswert.



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(Kathrin Tschorn)