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  • Release Date: März 18, 2016
  • Catalog No: B01B6YVXNG
  • Label: My Redemption Records
  • Type: Folk und Singer-Songwriter
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Nick And The Roundabouts – Neverhome

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Endlich zu Hause

Obwohl der Titel der Platte es nicht vermuten lässt, so scheint es, als habe Nick And The Roundabouts endlich seine Heimat gefunden. Vielleicht ist es ja gerade die Dynamik, die er in den Heimatbegriff legt, die die Suche, die in den zwei Vorgängeralben eine so große Rolle spielte, in sich selbst beendet: Heimat ist da, wo du bist. Musikalisch wirkt sich das Angekommensein auf „Neverhome“ nur positiv aus.

Wir haben es schon oft betont: Nick And The Roundabouts ist eine Person und keine Band. Nun macht es aber der Erfolg des Ein-Mann-Projekts – mit drei Alben in drei Jahren und als Support namhafter Folkacts wie Katzenjammer, Jesper Munk oder Israel Nash – hier und da nötig auszubauen. Nick holt immer wieder befreundete Musiker ins Boot, die mit ihm Songs einspielen und touren.

Zwei Platten hat es nun also gebraucht, bis der Deutsch-Waliser seinen Sound perfektioniert hat. Während „Woe To Live On“ 2014 ganz im liebesbedächtigen Singer-Songwriter-Stil daherkam, hat schon ein Jahr später „Half-Written Poems“ eine beschwingtere Note mit Americana-Elementen erhalten.

Nicht immer so deprimiert: Nick And The Roundabouts (Foto: My Redemption Records)

Nicht immer so deprimiert: Nick And The Roundabouts (Foto: My Redemption Records)

Und wer hätte es gedacht? Das Juwel der neuesten Platte „Neverhome“ ist ein schnelles, fröhliches Stück. „Dylan Songs“ strotzt nur so vor Leichtigkeit und gelebtem Enthusiasmus – also nicht zuuu viel, schließlich kommt es von Nick And The Roundabouts.

„Neverhome“ ist durchweg das bisher abwechslungsreichste Album von Nick And The Roundabouts, indem es sich allerhand Facetten des Folk-Americana-geprägten Pops bedient. Im Spannungsfeld zwischen melancholischer Schwere und leicht dahinplätschernden Klängen, zwischen Depression und Laissez-fair, zwischen Dauerregen und entspanntem Sommertag fühlt sich Nick offensichtlich sowohl musikalisch als auch textlich pudelwohl.

Vom Dylan-inspirierten (nein, nicht „Dylan Songs“) „Another Man‘s Life“ über das dramatisch angehauchte „Long Gone“ bis hin zum todtraurigen „This Ship Has Sailed“ bildet „Neverhome“ die Melange und Weiterentwicklung der zwei Vorgängeralben. War auf „Half-Written Poems“ noch das Banjo neuer Begleiter von Nick And The Roundabouts, so werden die Sounds nun zunehmend durch E-Klänge komplettiert, was dem Ganzen einen herberen Klang gibt – gut zu hören im lyrisch wunderschönen „If I Could Write“.

Fassen wir also zusammen: schwermütig wie eh und je und gleichzeitig von Leichtigkeit beseelt; melancholisch und voller fröhlicher Klänge; weich, mit herber Note. Alles in allem ist „Neverhome“ also ein rundum gelungenes Album, das bei jedem Folk-/Singer-Songwriter-Fan das Herz zwei Oktaven höher schlagen lässt.

Nick And The Roundabouts – Facebook

(Kathrin Tschorn)

©Sound Infection 2015