• Release Date: März 14, 2014
  • Catalog No: B00EA954U8
  • Label: We Love Music (Universal)
  • Type: Jazz und Weltmusik
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Maria GadGadú: Maria Gadú

Rating:
  • Altar Particular

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  • Escudos

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  • A História de Lily Braun

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  • Lounge

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Gitarrenklänge kitschfrei unter brasilianischer Sonne

Am 14. März hat es, wenn man so will, Zwillinge bei der brasilianischen Sängerin gegeben, deren Name World-Music-Fans weltweit aufhorchen lässt: die CDs Mais uma página und Maria Gadú. Aus letzterer erschien die Single Shimbalaié vorausgekoppelt auch im Musikvideo-Format, das eine eindrucksvolle Hommage an ihre Heimat darstellt. Gadú, die 1986 das Licht der Welt in São Paulo erblickte, bekennt, das Lied schon mit zehn Jahren erfunden zu haben, hasste es aber und legte es schnell wieder ad acta. Vielleicht bedurfte es ja einer gewissen persönlichen, stimmlichen und instrumentalen Entwicklung, bis es so klingen konnte wie die Sängerin es endlich als etwas Eigenes akzeptieren konnte.

Der Fußball spielt in den stimmungsvollen Strandszenen allerdings – anders als auf der Weltbühne – nur eine kleine Nebenrolle, ist aber dabei, wenn Kinder vor dem Haus eines alten Fischers spielen. Sie sehen ihm dabei zu, wie er den Köder auf die Angel zieht, während die versonnen vor sich hinspielende Gitarristin mit sommerlich-warmem Vokaltimbre in jungenhafter Frisur auf einem meerumspülten Stein sitzt. Dabei ist die Szenerie im Sonnenuntergang alles andere als ein kitschiges Postkartenmotiv: Die Natur und die von Wohlstand nicht verwöhnten Menschen werden am Strand gezeigt, wie sie täglich agieren, in aller Schlichtheit und Natürlichkeit wie in einem völlig spontan aufgenommenen Kleinkamerafilm. Ebenso einfach und uneitel ist Gadùs Auftreten ursprünglich wie heute auf der Bühne: nur mit der Akustikgitarre und in legerer Kleidung. Video Shimbalaié:

Maria Gadù - Nós (Mis)

Maria Gadù – Nós (Mis)

2008 zog Gadù nach Rio de Janeiro, wo sie in den Bars im Stadtteil Tijuca auftrat. Dort wurde man auf sie aufmerksam, erste Aufnahmen folgten. 2010 sang sie bereits mit einem anderen Star der Música Popular Brasileira, nämlich keinem geringeren als Caetano Veloso zusammen, einem legendären Liedermacher, der einst mit Gilberto Gil, Tom Zé und anderen Musikern die Stilfusion des Tropicalismo begründet hatte. Die daraus entstandene Live-DVD Multishow Ão Vivo kam ein Jahr später in die Läden. Nach Mais uma página („Eine weitere Seite“, 2012) beschenkte sie ihre Fans in Brasilien 2013 mit neuen Liedern unter dem knappen, aber charakteristischen Motto „Wir“, Nós. Der Start auf der nördlichen und anderen Seite der Weltkugel liegt noch nicht so lange zurück: Erst 2011 erschien in Europa Gadús  Debütalbum und zog rasch in die portugiesischen ebenso wie in die italienischen Top Ten ein. Dabei war sie in Südamerika als Best New Artist des Jahres bereits 2010 für den Latin Grammy vorgeschlagen worden.

Dem Album Maria Gadú sind insbesondere die flotteren Tracks gut bekommen, weil die Sängerin hier eher von der Liedermachertradition abhebt und sich stimmlich entfaltet: Laranja und die Schlussnummer A História de Lily Braun seien stellvertretend genannt. Daneben findet sich ihre Stimme auch in besonderer Weise in den französischen Chansons, was sie mit Ne me Quitte Pas unter Beweis stellt.

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(Dr. Hanns-Peter  Mederer)